Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Gasly-Frust in Katar: Auto war plötzlich anders

Rückschlag und keine Punkte für AlphaTauri: Vor allem Pierre Gasly kann sich das schlechte Abschneiden nicht erklären. Zusammenhang mit Qualifying-Unfall?
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - AlphaTauri erlebte am Sonntag auf dem Losail International Circuit einen rabenschwarzen Tag. Sowohl Pierre Gasly, der das Rennen sogar neben Lewis Hamilton aus der ersten Reihe startete, als auch Yuki Tsunoda rutschen aus den Top-10 heraus. Der italienische Rennstall lässt dadurch im Kampf gegen Alpine um Rang fünf der Konstrukteurswertung viele Punkte liegen. Pierre Gasly ringt inzwischen nach einer Erklärung. Bei Tsunoda soll eine Abreisvisier jegliche Punkteaussichten vernichtet haben.

Bolide plötzlich anders: Samstags-Unfall als Ursache?

Vor dem Rennen war die Welt bei AlphaTauri auf dem Losail International Circuit noch in Ordnung. Aufgrund der Startplatzstrafen von Max Verstappen und Valtteri Bottas wurde Pierre Gasly in der Startaufstellung auf Platz zwei befördert. Im Rennen selbst wurde der Franzose aber zurückgereicht, sodass letzten Endes nur der elfte Platz zu Buche steht.

"Ich hatte einfach das ganze Rennen keine Pace. Wir waren irgendwo", erklärt Gasly nach dem Rennen. Für den Franzosen ist der plötzliche Abfall ein Rätsel, hatten er und Teamkollege Yuki Tsunoda das restliche Wochenende doch eine starke Leistung gezeigt. "Ich habe ehrlich gesagt keine Antwort darauf. Obwohl ich mit unseren zwei Stopps versucht habe, hart zu pushen, konnten wir nicht mit McLaren und Alpine mithalten. Das ist echt frustrierend", führt Gasly fort.

Dabei soll sich auch der Bolide anders gewesen sein, als noch zuvor. "Ein paar Dinge waren heute ungewöhnlicherweise anders", schildert Gasly. Ein Zusammenhang mit seinem gestrigen Unfall im Qualifying? Der AlphaTauri-Pilot gibt sich bedeckt: "Nach dem gestrigen Vorfall haben wir den Frontflügel und den Unterboden gewechselt. Ich weiß nicht, ob das einen Einfluss hatte."

Der Technische Direktor bei AlphaTauri, Jonathan Edolls, sorgt nach dem Rennen allerdings für etwas Licht ins Dunkeln: "Bei Pierre haben wir mit der Balance zu kämpfen gehabt, da der rechte Vorderreifen sich sehr stark abgenutzt hat. So konnte er den Fahrern vor ihm nicht folgen." Dies hat schließlich auch dazu geführt, dass der geplante erste Stopp nach vorne verschoben werden musste und so viele Positionen verloren gingen. "Unsere Pace hat nicht ausgereicht, um uns diese Positionen zurückzuholen", schildert Edolls.

Abreisvisier zerstört Tsunoda-Rennen

Auch bei Tsunoda lief das Rennen alles andere als geplant. Von Position acht gestartet, sprang für den Japaner lediglich der 14. Platz heraus. "Das war ein besonders hartes Rennen. Ich habe auf den weichen Reifen sehr zu kämpfen gehabt", erklärt Tsunoda, der seinerseits ebenfalls keine Antwort auf die schwache Rennpace hat. "Wir haben das wirklich nicht erwartet, da wir das Wochenende grundsätzlich eine richtig gute Pace hatten. Heute ist sie aber abgefallen."

Laut Jonathan Edolls gibt es allerdings eine ungewöhnliche Erklärung dafür: "Yukis erster Stint wurde beeinträchtig, als sich ein Abreisvisier im Heckflügel verfangen hat." Darunter habe schließlich auch die Balance des AT02 gelitten, weshalb auch Tsunoda verfrüht an Box musste, um das Visier zu entfernen. "Das hat uns weiter nach hinten gespült als ideal gewesen wäre."

Alpine zog in Katar nicht nur im Rennen davon - Foto: LAT Images

AlphaTauri-Rückschlag: Alpine zieht davon

Im Kampf um den fünften Rang in der Konstrukteurswertung wird es für AlphaTauri dadurch 2021 eng, zumal Konkurrent Alpine mit einem Podium für Fernando Alonso und dem fünften Rang für Esteban Ocon ordentlich abgeräumt hat. Lagen beide Teams vor dem Rennen noch punktgleich auf Position fünf, klaffen nun ganze 25 Punkte zwischen dem französischen Rennstall und AlphaTauri.

"Am Ende des Tages müssen wir objektiv sein und sie haben einen viel besseren Job als wir gemacht. So einfach ist das. Sie haben das Rennen auf den Positionen drei und fünf beendet, obwohl wir vor ihnen gestartet sind", findet Pierre Gasly drastische Worte. "Wir müssen ihnen gratulieren."


Weitere Inhalte: