Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1: Giovinazzi bangt um Alfa-Cockpit: Weiß noch nichts

Wird Antonio Giovinazzi in der Formel-1-Saison 2022 nicht mehr Teil des Paddocks sein? Alfa Romeo sucht nach Alternativen. Entscheidung im Oktorber.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Eine Woche nachdem Formel-1-Pilot Antonio Giovinazzi in Zandvoort beim GP der Niederlande eine der besten Qualifying-Leistungen seiner Karriere abgespult hatte, sieht es zunehmend düster aus wenn es um die zukünftige Karriere des Italieners in der Königsklasse geht. Alfa-Sauber sucht bereits in der Formel 2 nach einem möglichen Nachfolger für den ehemaligen Ferrari-Junior.

Dass Giovinazzis Job auf der Kippe steht ist bereits seit längerem bekannt. Der Vertrag des 27-Jährigen läuft am Ende des Jahres aus. Teamchef Frederic Vasseur kündigte bereits seit Monaten an, dass die Fahrerwahl für die kommende F1-Saison offen ist. Nach der Verpflichtung von Mercedes-Mann Valtteri Bottas ist allerdings nur noch ein Platz verfügbar. Wer die möglichen Kandidaten für dieses Cockpit sind, analysierte Motorsport-Magazin.com bereits.

Vasseur ließ vor dem Großen Preis von Italien durchklingen, dass der vakante Platz möglicherweise mit einem Junior-Fahrer besetzt wird. "Ende September werden wir einen sehr guten Überblick über die Nachwuchs-Serien haben", so der Franzose.

Ersetzt ein Formel-2-Pilot Giovinazzi?

Namentlich stehen vor allem zwei Fahrer im Fokus: Der chinesische Alpine-Junior Guanyu Zhou sowie Theo Pourchaire, der Teil des Nachwuchsprogramms von Sauber ist. Beide konnten in dieser F2-Saison schon für Aufsehen sorgen. Das Erreichen der benötigen Punkteanzahl für eine Superlizenz ist kaum mehr als eine Formalität.

Für Zhou spricht neben seinen Erfolgen in seiner dritten Saison im Unterhaus der Königsklasse auch sein finanzieller Hintergrund. 30 Millionen Euro sollen die Geldgeber des Nachwuchspiloten für ein potenzielles F1-Cockpit bereithalten. Alpine selbst befindet sich ebenfalls auf der Suche nach einem Platz in der Königsklasse für einen seiner Nachwuchsfahrer.

Eine Entscheidung über das Cockpit solle es frühestens drei Wochen geben. Vasseur kündigte an: "Wir werden ihnen Zeit geben, sich zu beweisen. Wir werden unsere Entscheidung wahrscheinlich Anfang Oktober treffen". In diesem Zeitraum gehen in Monza und Sotschi noch insgesamt sechs F2-Rennen über die Bühne.

Giovinazzi ist "Teil der Familie"

Sollten die Nachwuchshoffnungen nicht überzeugen können, hat Giovinazzi wohl immer noch Aussichten auf einen Verbleib in der Königsklasse. "Antonio ist Teil der Familie", so Vasseur, "er hat ein paar große Schritte gemacht. Er war Teil der Abmachung in der Vergangenheit und er wird Teil der Gespräche mit Ferrari sein. Wir haben eine gute Verbindung mit ihm und wir befinden uns in offenen Diskussionen."

Giovinazzi selbst versucht, das geduldige Abwarten auf die Entscheidung lässig hinzunehmen. "Ich weiß noch nichts. Ich will natürlich so schnell wie möglich wissen, wie es aussieht, aber es ist nicht meine Entscheidung", so der 53-fache GP-Teilnehmer. "Auf die Gerüchte will ich mich nicht zu viel konzentrieren, denn das kostet nur Energie", sagte er weiter.

Foto: LAT Images

Alfa Romeo war in den vergangenen Jahren indirekt ein Junior-Team von Ferrari. Das ändert sich allerdings zu einem wesentlichen Teil nach dem Ende dieser Saison. Die Scuderia liefert zwar nach wie vor die Motoren an Alfa, aber im Gegensatz zu den letzten Jahren kann Ferrari ab 2022 nicht mehr eines der beiden Cockpits bei dem Schweizer Rennstall besetzen.

De Vries vom Tisch?

Nyck De Vries, der zuletzt mit dem zweiten Alfa-Sitz in Verbindung gebracht wurde, scheint inzwischen nicht mehr besonders gute Karten auf das Cockpit zu haben. "Mit De Vries wäre es kompliziert, weil er stark mit Mercedes verbunden ist", sagte Vasseur über den Niederländer, der in diesem Jahr für die Silberpfeile den Formel-E-Titel eingefahren hat. "Es ist viel einfacher für uns, mit jemandem umzugehen, der bei Ferrari unter Vertrag steht als mit jemandem der vertraglich bei Mercedes ist", gab der Teamboss zu Bedenken.


Weitere Inhalte: