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Formel 1

Verstappen und Hamilton uneins: Mercedes' Monza-Macht vorbei?

Max Verstappen holte bei seinem Formel-1-Heimrennen in Zandvoort die WM-Führung zurück. In Monza zweifelt Red Bull an Chancen. Lewis Hamilton siehts anders.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Mit einem umjubelten Sieg bei seinem Formel-1-Heimrennen in Zandvoort riss Max Verstappen am vergangenen Wochenende erstmals seit Ungarn wieder die WM-Führung an sich. Drei Punkte liegt der Niederländer vor dem Italien-GP nun wieder vor dem Titelverteidiger Lewis Hamilton. In Monza befürchten Verstappen und Red Bull allerdings eine unmittelbare Antwort von Mercedes. Die Statistik spricht für sich, doch Hamilton sieht es anders: Red Bull dank Honda 2021 plötzlich Favorit im Temple of Speed!

"Ihr Auto und ihr Motorpaket war auf diesen beiden Strecken immer sehr stark und für uns waren es schwächere Austragungsorte. Ich erwarte, dass sie die nächsten beiden Rennen einen Vorteil haben", sagte Red Bulls Teamchef Christian Horner schon in Zandvoort über die nächsten Rennen nun in Monza und danach in Sotschi. Ein Blick auf die Ergebnisse der vergangenen Jahre bestätigt das in beiden Fällen.

Max Verstappen hofft: 2021 in Monza zumindest besser

In Monza stand in der gesamten Hybrid-Ära sogar noch nie ein Fahrer von Red Bull Racing auf dem Podium, Mercedes gewann fünf Mal. "Die nächsten beiden Wochenenden geht es für uns darum, den Schaden zu begrenzen und so viel aus dem Auto zu quetschen, wie wir können", folgerte Horner. Verstappen urteilt ähnlich, sieht allerdings zumindest einen Funken Hoffnung. "Verglichen mit den vergangenen Jahren wird es sicherlich besser sein", sagt Verstappen wegen der 2021 generell besseren Basis Red Bulls.

Dennoch zweifelt der WM-Führende daran, ob das gegen Mercedes selbst in Monza genug sein wird. "Ich bin nicht sicher, ob es reicht, um mit ihnen zu kämpfen", sagt Verstappen. Die Hoffnung ruht auch auf dem Format. Zum zweiten Mal nach Silverstone trägt die Formel 1 in Italien einen Sprint als Qualifying aus.

Formel 1: Red Bull fürchtet Topspeed-Defizit gegen Mercedes

Verstappen: "Mit dem Sprintqualifying ist es dieses Wochenende sehr anders. Ich hoffe also, dass wir unsere Hausaufgaben gemacht haben und sehr konkurrenzfähig sein können. Aber es ist schwer zu sagen, wo wir stehen werden. Aber ich erwarte es auf keinen Fall so wie in Zandvoort."

So funktioniert das neue Formel 1 Sprint-Qualifying: (17:06 Min.)

Insbesondere beim Topspeed sieht Verstappen Mercedes in Monza klar besser aufgestellt. "Ich erwarte, dass Monza Mercedes liegt", sagt Verstappen. "Dieses Jahr sind wir aber konkurrenzfähiger [als in den Vorjahren], also weißt du nie. Wenn wir weiter gut als Team zusammenarbeiten und jedes Detail hinbekommen, können wir konkurrenzfähig sein, aber Mercedes dürfte einen Topspeed-Vorteil haben."

Hamilton widerspricht Verstappen: Red Bull dank Honda jetzt auch in Monza sehr schnell

Das fürchtet auch Sergio Perez. "Wegen Mercedes' Topspeed erwarte ich nicht, dass Monza unsere stärkste Strecke wird, aber hoffentlich können wir kämpfen", bestätigt der Mexikaner. Seit dem Ungarn-GP schien Mercedes' Motorenleistung zuletzt verbessert. Red Bull vermutete eine Trickserei im Kühlsystem und lancierte das Thema bei der FIA. Eine offizielle Rückmeldung gab es dazu bislang nicht. Von Mercedes kamen nur entspannte Reaktionen. Einfach eines von bereits vielen sportpolitischen Spielen in diesem Jahr, hießt es.

Zurück nach Monza: Vorteil Mercedes also, wie Red Bull prognostiziert? Die Gegenseite sieht das völlig anders und schiebt die Favoritenrolle trotz zuletzt klarer Kräfteverhältnisse im Königlichen Park WM-Rivalen zu. "Ich denke, dass es dieses Wochenende vielleicht anders wird", sagt Lewis Hamilton. "Ich hoffe, dass wir noch immer schnell sein können, aber wenn du dir diesen Honda-Motor ansiehst, hatte der uns dieses Jahr etwas voraus und wir haben hier diese langen Geraden. Kein Zweifel, dass diese Jungs dieses Jahr sehr, sehr schnell sein werden. Das war dieses Jahr der größte Schritt in Sachen Leistung, wenn es um diesen Motor geht. Aber es wird eng."

Einig ist man sich also selbst bei Mercedes und Red Bull mal in zumindest einem Punkt: Besser ist immer der andere.


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