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Formel 1: Kimi Räikkönen erklärt Rücktritt aus der Königsklasse

Die Formel-1-Saison 2021 wird die letzte in der Karriere von Kimi Räikkönen sein. Der Weltmeister von 2007 erklärt via Social Media seinen Rücktritt.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Formel-1-Routinier Kimi Räikkönen wird in der kommenden Saison nicht mehr in der Königsklasse an den Start gehen. Der Alfa-Romeo-Pilot erklärte am Mittwochabend via Social Media seinen Rücktritt vom Grand-Prix-Sport.

Räikkönen: Das war's

Bereits in den letzten Wochen und Monaten wurde über einen möglichen Rücktritt des ehemaligen Weltmeisters spekuliert. Der Zweijahres-Vertrag des 41-Jährigen läuft mit Saisonende aus. Laut seinem Posting war es nun Räikkönen selbst, der die Reißleine zog. Es handelt sich nicht um eine kurzfristige Entscheidung. Räikkönen behauptet, dass er den Entschluss seine Rennfahrer-Klamotten an den Nagel zu hängen, bereits im Winter getroffen habe.

Im Wortlaut schrieb er: "Das war's. Dies wird meine letzte Saison in der Formel 1 sein. Das ist eine Entscheidung, die ich im letzten Winter getroffen habe. Es war keine leichte Entscheidung, aber nach dieser Saison ist es Zeit für etwas Neues."

"Auch wenn die Saison noch läuft, möchte ich mich bei meiner Familie, all meinen Teams, allen, die an meiner Rennfahrerkarriere beteiligt waren, und vor allem bei all den großartigen Fans bedanken, die mich die ganze Zeit über angefeuert haben. Die Formel 1 mag für mich zu Ende sein, aber es gibt noch viel mehr im Leben, das ich erleben und genießen möchte", heißt es in dem Statement weiter.

WM-Titel 2007 der größte Erfolg

Räikkönen kam 2001 in die Königsklasse, wo er bei Sauber überzeugen konnte und nach bereits einer Saison zum Topteam von McLaren aufstieg. Dort sammelte er 2003 unter anderem seinen ersten Grand-Prix-Sieg und ließ mit dem britischen Team bis 2006 noch acht weitere folgen.

Erst nach seinem Wechsel zu Ferrari 2007 gelang Räikkönen dann der große Coup, als er im letzten Rennen über Fernando Alonso und Lewis Hamilton triumphierte und als Außenseiter den WM-Titel einfuhr. Nach zwei weiteren Jahren bei der Scuderia legte Räikkönen eine Pause von der Formel 1 ein und trat stattdessen in anderen Motorsport-Kategorien an, wie der Rallye-WM und der NASCAR-Serie.

2012 feierte Räikkönen sein Comeback bei Lotus. Trotz zweier Siege in den beiden folgenden Jahren wechselte er nach Zahlungsschwierigkeiten des Teams zurück zu Ferrari. Bei der Scuderia verbrachte er die nächsten fünf Saisons, musste allerdings bis zum Großen Preis der USA 2018 auf seinen wohl letzten Formel-1-Sieg warten.

Kimi Räikkönen hört auf! Wer kommt jetzt zu Alfa Romeo?: (06:48 Min.)

2019 wurde er durch Charles Leclerc ersetzt und ging stattdessen zu Alfa Romeo, wo er noch bis Saisonende 2021 unterwegs sein wird. Insgesamt sammelte Räikkönen in seiner Formel-1-Karriere 21 Siege, stand 18 mal auf der Pole und sicherte sich sage und schreibe 103 Podestplätze.

Alfa wurde von Räikkönens Bekanntgabe offenbar überrascht. "So einen Fahrer wie Kimi Räikkönen gibt es nicht noch einmal", sagte Teamchef Frederic Vasseur in einer hastig hinterhergeschickten Presseaussendung. "Seine Präsenz, sein Charisma und seine einzigartige Einstellung haben ihn gemeinsam mit seinem Talent zu einer Legende dieses Sports werden lassen. Das lässt sich nicht mehr in Zahlen und Statistiken ausdrücken", so Vasseur weiter.

Wer folgt auf Räikkönen? Bottas in den Startlöchern

Dass der Iceman am Ende der Saison Schluss macht, kommt nicht unerwartet. Sein Nachfolger steht schon in den Startlöchern. Zwar haben sich Valtteri Bottas und Mercedes noch nicht offiziell getrennt, die Spatzen pfeifen es aber bereits von den Dächern, dass George Russell 2022 im Mercedes sitzen wird. Bottas soll sich gegen eine Rückkehr zu seinem Ex-Team Williams und für einen Wechsel nach Hinwil entschieden haben.

Auch das zweite Alfa-Sauber-Cockpit ist noch nicht besetzt. Derzeit fährt Antonio Giovinazzi seine dritte Saison beim schweizerischen Team. Ob der Vertrag des Italieners verlängert wird, ist noch unklar. Ferrari hat bei der Fahrerwahl kein Mitspracherecht mehr. Titelsponsor Alfa Romeo verlängerte den Vertrag mit Sauber erst unlängst, doch Ferraris Einfluss schwindet. Auch ein Wechsel von Ferrari- zu Mercedes-Motoren soll Gerüchten zufolge im Raum stehen.


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