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Formel 1 - Wolff in Sorge: Österreich Angststrecke von Mercedes

Der Große Preis von Österreich steht in der Formel-1-Saison 2021 vor der Tür. Mercedes-Teamchef Toto Wolff befürchtet Red-Bull-Vorteil auf Heimstrecke.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Mercedes musste am vergangenen Wochenende beim GP von Frankreich eine bittere Niederlage einstecken und unterlag Red Bull nach Monaco und Aserbaidschan in der Formel-1-Saison 2021 bereits zum dritten Mal in Folge. Mercedes-Teamchef Toto Wolff fürchtet, dass sich diese Sieglos-Serie noch weiterziehen könnte: Red Bull sei in Spielberg Favorit.

Wolff: Red Bull schwierig zu knacken

Wolff meinte mit Blick auf die nächsten beiden Grands Prix der Formel-1-Saison: "Der Red Bull Ring hat so seine Tücken. Unser Auto ist da nicht besonders glücklich in Kurve 3 und Kurve 5", schätze Wolff. Aus diesem Grund schloss Wolff, dass Red Bull als Favorit an ihre Heimstrecke reisen werde. "Ich mache mir keine Illusionen. Mit dem Paket das Red Bull heuer hat, mit ihrer Power und ihrem guten Chassis sind sie ganz schwierig zu knacken."

Der bisherige Saisonverlauf gibt dem Österreicher recht. Auf dem Bahrain International Circuit sowie auf den beiden Stadtstrecken in Baku und Monaco, also drei Kursen mit zahlreichen engen Kurven, lief der Red Bull RB16 jeweils besser als der Mercedes. Der Kurs in der Steiermark verfügt in den ersten beiden Sektoren über eine ähnliche Charakteristik

Ein Grund dafür ist der fehlende Topspeed-Vorteil des Mercedes-Aggregats, von dem das Team in der Vergangenheit auf der schnellen Strecke häufig profitierte. Die Fortschritte, die der Honda-Motor auf diese Saison gemacht hatte, stachen bereits in Le Castellet ins Auge, als die beiden Bullen - allerdings auch setup-bedingt - auf der Geraden bis zu 15 km/h schneller waren als die Mercedes-Piloten.

Wolff erklärte: "Den Vorteil auf der Geraden, den wir früher hatten, haben wir nicht mehr. Den Berg hinaufzupowern und dann auch auf der folgenden Geraden muss man schneller sein und das sind wir im Moment nicht", behauptete Wolff. Ob der Honda-Motor tatsächlich vollkommen zu Mercedes aufgeschlossen hat, oder ob man aus dem W12 mit einem auf mehr Highspeed ausgelegten Setup nicht doch noch etwas mehr herausholen kann, ist allerdings noch unklar.

Etwas Hoffnung macht Wolff die Long-Run-Pace des Mercedes W12. "Ich denke, im Rennen können wir vielleicht ein bisschen näher dran sein". Wenn man sich die bisherige Saison vor Augen führt, ist das keine besonders gewagte Prognose. Denn Red Bull und vor allem Max Verstappen waren in dieser Saison generell auf eine Runde schneller unterwegs als im Renntrim.

Statistik: Verstappen besiegte Mercedes zweimal in Spielberg

Mercedes hat auf dem Red Bull Ring eigentlich eine ziemlich gute Statistik. Das Team von Serienweltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas gewann auf dem 4,318 Kilometer-langen Kurs bei acht Grand-Prix sechsmal. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Denn in den ersten Jahren des Hybrid-Reglements profitierten die Silberpfeile auf dem Highspeed-Kurs vom deutlichen Power-Vorteil ihrer Antriebseinheit und in der letzten Saison war Mercedes auf praktisch allen Strecken unter normalen Bedingungen die tonangebende Kraft.

Zwischen 2017 und 2019 erwies sich der Red Bull Ring für das Weltmeister-Team als eine Achilles-Ferse. Während 2017 Valtteri Bottas noch mit Mühe den Sieg gegen Sebastian Vettel über die Linie retten konnte, verlor Mercedes in den beiden Folgejahren jeweils aufgrund von technischen Problemen oder Defekten den Sieg an Max Verstappen.


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