Motorsport-Magazin.com Plus
Formel 1

Formel 1, Nach Beinahe-Crash: Nikita Mazepin entschuldigt sich

Das gefährliche Abwehrmanöver von Mazepin gegen Schumacher in Baku sorgte für Diskussionen. Haas-Teamchef Günther Steiner versichert: Die Sache ist geklärt.
von Samuel Marton

Motorsport-Magazin.com - Der Aserbaidschan GP in Baku sorgte für einige kontroverse Situationen. So auch in der letzten Runde, als Nikita Mazepin bei hohen Geschwindigkeiten auf der langen Start-Ziel-Gerade seine Position gegen Teamkollege Mick Schumacher zu verteidigen versuchte und daher ein spätes Lenkmanöver einlegte. Schumacher war überrascht und konnte nur knapp ausweichen. "Will er uns umbringen?!", war daraufhin die Reaktion des Deutschen am Boxenfunk.

Jetzt erklärte Haas-Teamchef Günther Steiner allerdings, dass dieser kleine Disput seiner beiden Schützlinge aus der Welt getragen werden konnte. Das mit Emotionen geladene Verhalten Schumachers während des Vorfalls kann Steiner aber nachvollziehen. Mit einer nachträglichen Strafe gegen Mazepin rechnet der Südtiroler nicht.

Günther Steiner: Mazepin hat sich entschuldigt

Das waren nervenaufreibende Sekunden in Aserbaidschan für Haas-Teamchef Günther Steiner. Der Schumacher-Mazepin-Vorfall kurz vor Ende des Rennens hätte nämlich auch ins Auge gehen können. "Wenn es schiefgeht, geht es ordentlich schief", erklärte Steiner gegenüber 'N-TV'.

Ein aufklärendes Gespräch sei daher notwendig gewesen: "Wir haben das geklärt und es ist Wasser unter der Brücke", greift der Südtiroler auf eine amerikanische Redewendung zurück. "Das wird hoffentlich nicht mehr passieren, ich habe den Jungs nämlich erklärt, was die Konsequenzen sein können, wenn sowas nicht gut geht. Sie dürfen das nicht mehr machen."

Nikita Mazepin zeigte sich daraufhin einsichtig, obwohl er zunächst der Ansicht war, nicht falsch gehandelt zu haben. "Nikita hat sich auch sofort entschuldigt. Bevor er die Videoaufnahmen gesehen hat, sah er das Ganze etwas anders. Das war also eine Fehleinschätzung. Wenn das Verständnis da ist, dann muss man solche Sachen aber auch gehen lassen und nicht darauf herumhacken", so Steiner.

Dass Mazepin aufgrund solcher Situationen jedoch unter viel Kritik steht, ist auch Steiner nicht entgangen und versucht daher, den Russen bei seiner Entscheidungsfindung zu unterstützen: "Ich versuche ihm zu erklären, dass er sich aus solchen Situationen heraushalten soll, damit er nicht noch mehr Druck von außen bekommt. Am Ende hängt es aber von ihm ab, wie er damit umgeht."

Steiner hält Schumacher-Reaktion für verständlich

Für die aufgeladene Reaktion von Mick Schumacher infolge des Mazepin-Manövers zeigt Teamchef Steiner unterdessen Verständnis: "Auch Mick ist nicht immer ohne Emotionen, wie wir immer glauben. In solchen Momenten ist es aber auch wichtig, dass die Emotionen herauskommen, weil dann sagt man seine Meinung."

Mick Schumacher und Mazepin lieferten sich in Baku ein kleines Duell, das beinahe in einer Berührung endete - Foto: LAT Images

Sobald der Haas-Pilot aber aus seinem Boliden ausgestiegen war, zeigte sich wieder das gewohnte Bild Schumachers. "Er war nachher wie immer professionell, ordentlich und auch sehr erwachsen für einen 22-Jährigen", erzählt der Haas-Teamchef. Dieses Verhalten habe schließlich auch bei der internen Schlichtung dieser kleinen Auseinandersetzung geholfen: "Er hat sich angehört, was Nikita zu sagen hatte. Er hat das respektiert und ich glaube, dass er das abhaken konnte."

Günther Steiner erwartet keine späte Mazepin-Strafe

Obwohl die Angelegenheit intern zu den Akten gelegt werden konnte, wurde in den Folgetagen des Aserbaidschan Grands Prix vielfach über eine mögliche nachträgliche Sanktionierung Mazepin spekuliert. Derartigen Vermutung schenkt Steiner allerdings keinen Glauben. "Im Nachhinein wird keine Strafe mehr kommen", bringt der Südtiroler Licht ins Dunkel.

Der Haas-Teamchef gibt allerdings an, die Ansicht des Formel-1-Renndirektors Michael Masis zu dem Vorfall nicht zu kennen: "Wir haben nicht mit ihm gesprochen, deswegen weiß ich nicht, was er dazu zu sagen hat. Ich glaube aber, dass er dasselbe wie ich sagen würde. Er wird sicher mit ihnen darüber sprechen und ihnen erklären, was hätte sein können. Michael wird sich aber auch anhören, was die beiden Jungs zu sagen haben."


Weitere Inhalte: