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Formel 1

Daniel Ricciardo hatte Kontakt mit Ferrari: Hätte gut gepasst

Formel-1-Pilot Daniel Ricciardo tut sich nach seinem Wechsel von Renault zu McLaren schwer. Wäre es bei Ferrari leichter? Australier verrät: Kontakt gab es.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo fährt in der Formel-1-Saison 2021 bereits für sein fünftes F1-Team. Nach dem Einstand bei HRT, Toro Rosso, Red Bull und Renault hat der Australier ab diesem Jahr seine neue Heimat bei McLaren gefunden. Wirklich heimisch geworden ist Ricciardo in Woking - oder besser gesagt in seinem MCL35M - allerdings noch nicht. Gerade das vergangene Rennen in Monaco führte das selbst sporadischen Formel-1-Zuschauern klar vor Augen.

Erneut fuhr der siebenmalige GP-Sieger seinem neuen Teamkollegen klar hinterher. Ausgerechnet in Monte Carlo - dort hatte Ricciardo selbst gegen Max Verstappen bei Red Bull meist die Nase vorne - klaffte sogar eine besonders große Lücke auf Lando Norris. Während sich bei seinem ehemaligen Renault-Team, jetzt Alpine, auch Fernando Alonso weiter schwertat, lief es für Sergio Perez, Sebastian Vettel und insbesondere Carlos Sainz besser.

Formel 1 2021: Ricciardo kämpft noch mit McLaren

Allesamt hatten im Winter das Team gewechselt oder waren aus einer Auszeit zurückgekehrt. Gerade Sainz präsentiert sich dabei schon länger als souveränster Teamwechsler. Selbst gegen einen Charles Leclerc zieht sich der Spanier bei Ferrari zumindest nicht allzu schlecht aus der Affäre. Liegt es am Fahrer? Das deutete zuletzt Norris an. Zumindest sei sein ehemaliger Teamkollege besser darin als sein aktueller, auch dann etwas herauszuholen, wenn das Auto und der Fahrer (noch) keine perfekte Symbiose bilden würden, so der Brite.

Ricciardo und McLaren ergänzen am Wochenende unterdessen, auch das Auto spiele eine Rolle. Der MCL35M soll einen ganz speziellen Fahrstil erfordern. Darauf müsse sich Ricciardo erst einstellen. Wäre das im SF21 bei Ferrari leichter? Immerhin stand Ricciardo im Vorjahr zumindest locker mit der Scuderia in Kontakt, als diese einen Nachfolger für Sebastian Vettel suchte. Das verrät Ricciardo nun in einem Interview mit ESPN.

Ricciardo bestätigt: Habe mit Ferrari gesprochen

"Es ging nie so weit, dass es irgendwelchen Schriftverkehr gegeben hätte. Es gab ein paar Anrufe, aber selbst da ging es nie um Details wie Zahlen oder Jahre. Es ist nie bis zum zweiten Schritt gekommen, es war immer auf einem Basis-Level", sagt Ricciardo.

Im Schnitt fehlen Ricciardo auf eine Runde vier Zehntel auf Norris - Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

Gerüchte um einen möglichen Wechsel des Australiers zu Ferrari gab es nicht nur zu diesem Anlass. Bereits gegen Ende seiner Zeit bei Red Bull wurde Ricciardo in Verbindung mit der Scuderia gebracht, ehe die sich für Charles Leclerc und Ricciardo sich für Renault entschied. Der Sohn eines italienischen Auswanderers und Ferrari, das gefiel der berühmten 'Silly Season' in der Formel 1 schon immer.

Ricciardo & Ferrari: Beliebtes Formel-1-Gerücht

Ricciardo selbst kann das gut verstehen." Es gab Gerede und all sowas, und natürlich: Als es ein paar Jahre lang keinen Italiener im Grid gab, glaube ich, dass ich als das gesehen wurde, was am nächsten herankommt, sodass die Leute gesagt haben, ich würde gut passen", sagt der 31-Jährige.

Und das hätte es vielleicht auch, so Ricciardo. "Yeah, ich denke schon. Aber ich hatte da keine Scheuklappen auf. Aber natürlich wäre es eine schöne Geschichte gewesen", sagt Ricciardo, auch heute noch beliebter Interview-Partner der Kollegen der italienischen TV-Stationen. Immerhin spricht der McLaren-Pilot fließend Italienisch.

Ricciardo: Mein Traum hieß Formel 1, nicht Ferrari

Keine Scheuklappen, weil Ricciardo sich trotz seiner italienischen Wurzeln nicht als großer Ferrari-Fan bezeichnet. "Als ich noch ein echt junges Kind war, bevor ich selbst Rennen gefahren bin, war es Ferrari", sagt Ricciardo in dem Interview. "Ich nehme an, dass wir eine Ferrari-Familie waren, denn mein Vater wurde in Sizilien geboren. Dad war auch ein heftiger Senna-Fan, also haben wir nicht nur für Ferrari gelebt. Ich hatte ein paar Ferrari-Fanartikel, aber es war nicht mein Traum, für sie zu fahren. Mein Traum war es immer, in die Formel 1 zu kommen."


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