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Formel 1

Verstappen nach Spanien-Niederlage sauer: Red Bull zu langsam

Red Bull verlor beim Formel-1-Rennen in Barcelona den Sieg an Lewis Hamilton. Die Erklärung von Max Verstappen ist simpel: Der RB16B war einfach zu schwach.
von Florian Niedermair

Motorsport-Magazin.com - Max Verstappen unterlag beim Großen Preis von Spanien 2021 erneut Lewis Hamilton und hat nun im Formel-1-Titelkampf bereits 14 Punkte Rückstand auf den Rekord-Weltmeister aufgerissen. Dabei begann das Rennen in Barcelona vielversprechend für den WM-Zweiten: Am Start übernahm er die erste Position. Doch auf die Renndauer fehlte ihm dann die Pace

Strategie-Fehler bei Red Bull?

Auf den ersten Blick wurde der Große Preis von Spanien in der Boxengasse entschieden. Schließlich nutzte Lewis Hamilton einen zweiten Boxenstopp, während Red Bull gezwungen war das Rennen auf einem Stopp durchzufahren. Dadurch gelang Hamilton zehn Runden vor Schluss das entscheidende Überholmanöver.

Doch Max Verstappen hat eine andere Erklärung, warum die Bullen zum dritten Mal in dieser Saison eine Niederlage gegen Mercedes einstecken mussten. Der Holländer vermisste an seinem Boliden die Long-Run-Pace über die Dauer des 66-runden langen Rennens.

Verstappen frustriert: Rennpace fehlt

"Wir waren zu langsam" fasste ein sichtlich frustrierter Max Verstappen in der Pressekonferenz seine Analyse zusammen. Nachdem er Polesetter Hamilton auf den ersten Metern schlagen konnte, kontrollierte er das Rennen in der Frühphase. Doch bereits auf dem ersten Stint zeigten die Reifen an seinem Boliden stärkere Verschleiß-Erscheinungen als jene bei Mercedes.

"Ich habe alles versucht was ich konnte und habe auch auf die Reifen geachtet. Aber es war einfach nicht genug", lamentierte Verstappen. Hamilton schloss im ersten Run schon bald zu dem Führenden auf und kam sogar mehrfach in den DRS-Bereich. Ein klares Indiz für die bessere Rennpace am Mercedes W12.

"Wenn Lewis auf so einer Strecke mir so nahekommt und sogar DRS verwenden kann, dann zeigt das einfach, dass ich wenig ausrichten konnte, um da draußen den Unterschied zu machen", beklagte der 23-Jährige. "Es sieht natürlich gut aus, wenn man so lange in Führung ist, aber wen man alle Dinge betrachtet, dann fehlte uns einfach die Pace."

Verstappen machte diese Beobachtung nicht nur in Barcelona. Auch in Bahrain und vor allem in Portimao musste Red Bull im Verhältnis zu seiner Qualifying-Pace auf die Distanz klare Einbußen gegenüber Mercedes feststellen. "Insgesamt hat uns in diesem Jahr im Rennen die Pace gefehlt. Im Qualifying waren wir konkurrenzfähig, aber im Rennen haben wir dann mehr Probleme."

Missverständnis beim Boxenstopp

Red Bull legte aufgrund eines Missverständnisses seinen ersten Stopp etwas verfrüht ein. "Ich dachte ich musste an die Box kommen, aber dem war noch nicht so", erklärte Verstappen gegenüber Motorsport-Magazin.com. Da beim Boxenstopp alles glatt lief konnte er zu diesem Zeitpunkt noch die Spitzenposition halten und einen Undercut vermeiden.

Als Hamilton zum zweiten Mal an die Box abbog, musste Verstappen zudem auf der Strecke bleiben, da kein Satz Medium-Reifen mehr verfügbar war und die weiche Mischung nicht bis ins Ziel durchgehalten hätte. So wurde der zehnfache GP-Sieger zehn Runden vor Schluss ein leichtes Fressen für Hamilton. Auf die Frage, ob Red Bull strategisch diese Situation vermeiden hätte können wollte Verstappen aber nicht eingehen. "Es ist ganz einfach. Wir brauchen ein schnelleres Auto. Dann kommen wir nicht in solche Situationen."

Perez nur P5

Nicht nur in der Fahrer-WM verlor der Toppilot der Bullen erneut Punkte auf die Spitze. Auch in der Konstrukteurs-Meisterschaft schlägt das Pendel zunehmend zugunsten von Mercedes aus. Das lag vor allem auch an der Performance von Sergio Perez, der sich einmal mehr nicht mit den Top-3 messen konnte und am Ende den Grand Prix nur auf Platz 5 abschloss.

Der Mexikaner hatte sich bereits im Qualifying, als er mit Schulterschmerzen zu Kämpfen hatte, keinen Gefallen getan und startete so nur von der siebten Position. Im Rennen verhungerte dann der RB16B hinter dem auf der Geraden starken McLaren von Daniel Ricciardo. "Ich konnte im Verkehr nicht mein Rennen fahren und verlor so viel Zeit auf Mercedes und Ferrari", erklärte Checo Perez im TV-Interview bei SkyF1 nach dem Rennen.

Marko hofft auf Monaco

Letztendlich schaffte es der Mexikaner doch noch durch ein haarsträubendes Manöver außen in Kurve 1 an Ricciardo vorbei. Doch zu Charles Leclerc konnte er nicht mehr aufschließen. Red Bul liegt in der Team-Weltmeisterschaft somit nach dem Großen Preis von Spanien 29 Zähler hinter Mercedes.

In zwei Wochen steht der Klassiker in den Straßen von Monte Carlo vor der Tür: Dr. Helmut Marko erhofft sich viel von dem ersten Stadtrennen der Saison. "Die Hoffnung ist, dass wir unsere Qualifying-Stärke behalten, denn in Monaco kommt dann keiner vorbei", sagte er im Interview zu SkyF1. Bereits bei der letzten Austragung des Monaco-GPs 2019 duellierten sich Max Verstappen und Lewis Hamilton um den Rennsieg, 2021 stehen die Zeichen für eine Neuauflage gut.


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