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Formel 1

Formel 1: Butterbrot-Papier zerstört Alonso-Show in Bahrain

Fernando Alonso sorgte bei seinem ersten Formel-1-Rennen nach dem Comeback gleich für ordentlich Action. Bis der Alpine kaputtging. Unzufrieden.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonsos Formel-1-Comeback in Bahrain schien seit dem Qualifying wie am Schnürchen zu laufen. Endlich hatte er ein Gefühl für seinen Alpine, schaffte es in die Top-10, und im Rennen schien der alte Alonso erst recht wieder durchzukommen.

Im vorderen Mittelfeld lieferte er sich harte Duelle, und war zumindest bis zur Rennmitte ein heißer Kandidat auf WM-Punkte. Dann das Desaster: Der Alpine sackte ab, und kurz darauf kam Alonso nach Runde 31 mit Defekt an den hinteren Bremsen in die Garage. Aus der Traum vom Punkte-Comeback.

Müll ruiniert Alonsos Comeback-Rennen

Bei den ersten Untersuchungen am Auto von Alonso fanden die Alpine-Mechaniker schnell einen Sündenbock. "Nach seinem zweiten Stopp blieb ein Butterbrot-Papier im hinteren Bremskühlschacht von Fernandos Auto hängen", erklärt Alpines Direktor Marcin Budkowski. "Das hat hohe Temperaturen ausgelöst und zu Schäden am Bremssystem geführt, also mussten wir ihn aus Sicherheitsgründen rausnehmen."

Alonso stellte seinen Alpine vorzeitig ab - Foto: LAT Images

Schon davor, nach dem ersten Boxenstopp, hatte Alonsos Alpine mit kleineren Problemen zu kämpfen, wie das Team zugibt - ohne allerdings in die Details zu gehen. Deshalb war Alonso, der anfangs noch mit den beiden McLarens und mit Charles Leclerc gekämpft hatte, im zweiten Stint nach hinten in Richtung Kimi Räikkönen und Yuki Tsunoda ans Ende der Top-10 abgerutscht.

Alonso nimmt Bahrain-Ausfall gelassen

Alles in allem also kein idealer erster Auftritt für Alonso. Er nimmt es trotzdem locker: "Es ist schade, dass wir nicht ins Ziel gekommen sind, weil ich das Ding wirklich genossen habe. Es ist toll, wieder ein Rennen zu fahren. Das Adrenalin im Grid, die Hymne, das ganze Prozedere fühlte sich sehr emotional an."

Auch im Rennen selbst hatte er Spaß - die harten Zweikämpfe hat er vermisst. Dabei sah er auch schon fast so aus wie der alte. Wobei Alonso selbst dieser Einschätzung vehement widerspricht: "Ich bin sicher nicht bei 100 Prozent. Es war ganz gut, ich hatte wie gesagt ein paar gute Duelle. Ein paar davon mit Happy Endings, andere eher nicht, da wurde ich überholt!"

Alonso hat lange Liste an Verbesserungen

"Aber ich muss jedenfalls mehr Pace aus mir selbst holen", schwört Alonso. "Ich brauche mehr Vertrauen, muss mehr aus dem Auto holen. Muss besser auf der Bremse sein, den Start besser umsetzen. Es war nicht schlecht, aber da ist viel Raum für Verbesserung. Auch bei den Boxenstopps - die Jungs machen einen tollen Job, aber beim zweiten Stopp war meine Position nicht richtig. Das sind diese kleinen Dinge."

Aber das Wichtigste hat Alonso in Bahrain geschafft: Er hat endlich wieder ein Rennen fahren können. Damit hat er Vergleichswerte: "Es war auf jeden Fall gut, mit anderen Autos unter gleichen Bedingungen zu fahren, beim Test triffst du nie so viele mit gleichem Programm. Und die Action in den ersten Runden und beim Safety-Car-Restart. Ich habe Infos gesammelt - die behalte ich natürlich für mich. Aber der Vergleich mit den anderen war interessant."


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