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Formel 1

Formel 1, Albon glaubt an neuen Red-Bull-Vertrag: Alles getan

Alexander Albon machte in Abu Dhabi noch einmal Werbung für sich. Red-Bull-Teamchef lobt bestes Rennen. Nico Hülkenberg und Sergio Perez warten auf Anruf.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Alexander Albon gab zum Abschluss der Formel-1-Saison 2020 in Abu Dhabi noch einmal seine beste Visitenkarte bei Red Bull ab. Platz vier und nur anderthalb Sekunden Rückstand auf Weltmeister Lewis Hamilton entlockten Teamchef Christian Horner Worte des Lobes. Der Thailänder glaubt, sich um einen neuen Vertrag für 2021 verdient gemacht zu haben. Das Red-Bull-Management will in wenigen Tagen eine Entscheidung verkünden. Die Kandidaten warten gespannt.

"Alex hat einen sehr guten Job gemacht. Das war insgesamt wahrscheinlich sein stärkstes Wochenende in dieser Saison. Er ist ein gutes Rennen gefahren", so Horner, der sich in den vergangenen Wochen immer wieder vor den in der Krise steckenden Albon stellte. Seine letzte Chance nutzte der 24-Jährige, um noch einmal Werbung für sich zu machen.

"Er ist ein gutes Rennen gefahren und hat Lewis am Ende unter Druck gesetzt. Das gibt uns ein vollständiges Bild an Informationen, die wir jetzt analysieren können und dann schauen wir, was wir machen werden", so Horner. Das Sorgenkind im Hause Red Bull hofft, mit der Vorstellung im Finale noch einmal die Kurve bekommen zu haben.

Albon erfüllt in Abu Dhabi Red Bulls Erwartungen

"Ich habe das Gefühl, dass es was die Performance angeht mein bestes Wochenende war", so Albon gegenüber Autosport. Über weite Stecken der Saison war es ihm trotz zweier Podestplätze in Mugello und Bahrain nicht gelungen, die Erwartungen Red Bulls zu erfüllen. Diesmal hört es sich anders an: "Das war sicherlich das, was wir erwarten. Es ist der einzige Weg, Mercedes unter Druck zu setzen. Wenn sie die Strategien splitten, wären wir sonst verwundbar gewesen", sieht Horner die Rolle Albons als Verstappen-Wingman diesmal ausgefüllt.

"Weiter zu pushen und mein bestes Resultat zu erreichen, unter all dem Druck an diesem Wochenende - ich bin stolz auf mich und ich habe das Gefühl, dass es ein guter Abschluss für das Jahr war", ist auch Albon erleichtert. Mit Platz sieben in der Gesamtwertung landete er trotzdem hinter den Vorgaben des Teams, und auch 20 Punkte hinter Sergio Perez, der die WM als Vierter abschloss.

Hülkenberg nur noch Außenseiter auf Red-Bull-Vertrag

Der Mexikaner ist nach seinem Aus bei Racing Point vermutlich auch Albons größter Konkurrent, wenn es um das zweite Red-Bull-Cockpit für 2021 geht. Nico Hülkenberg rechnet sich nur noch Außenseiterchancen aus, wie er am Finalsonntag bei RTL einräumte: "Man muss schon realistisch sein. Die Leistungen, die Checo die letzten Wochen gezeigt hat, waren schon bärenstark. Die finale Entscheidung ist aber noch nicht gefallen, glaube ich. Ich warte jetzt einfach auf den Anruf."

Der Anruf dürfte nicht allzu lange auf sich warten lassen. "Wir werden in den kommenden Tagen eine Entscheidung treffen", kündigt Horner an. Albon sind nach den Wochen der Bewährung nun die Hände gebunden. "Ob es genug war oder nicht, bestimme nicht ich. Aber natürlich, ich habe das Gefühl, dass ich alles getan habe", glaubt er, sich doch noch bestmöglich verkauft zu haben.

Sergio Perez blickt Red Bulls Entscheidung gelassen entgegen

Sergio Perez trieb seinen Marktwert spätestens mit dem spektakulären Sieg beim Sakhir GP noch einmal in die Höhe. "Solange nicht alle Teams ihr Line-Up bekanntgegeben habe, habe ich immer noch eine Chance, hoffe ich. Wer weiß, was als nächstes passiert", sagt der 30-Jährige, der 2021 bei Racing Points Nachfolger-Team Aston Martin durch Sebastian Vettel ersetzt wird.

Red Bull ist für Perez die einzige Option für einen Verbleib in der Formel 1 2021. Er blickt der Entscheidung des Top-Teams ähnlich entspannt wie Hülkenberg entgegen: "Die Saison ist jetzt vorbei und ich freue mich darauf, nach Hause zu kommen und bei meiner Familie zu sein. Es war eine sehr intensive Saison mit so vielen Einschränkungen. Nun ist sie vorbei und ob es ein oder zwei Wochen sind, macht keinen Unterschied. Wann auch immer ich darüber Bescheid wissen muss, werde ich Bescheid wissen und was auch immer als nächstes kommt - ich bin dafür bereit."


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