Motorsport-Magazin.com Plus
Exklusiv
Formel 1

Nico Hülkenberg: Würde mich gerne an Verstappen messen

Formel-1-Gaststarter Nico Hülkenberg arbeitet an einem Formel-1-Cockpit für die Saison 2021. Sein Bewerbungsschreiben für Red Bull hat er bereits abgegeben.
von Christian Menath
Formel 1, Hülkenberg-Interview: Mich mit Verstappen messen!: (19:45 Min.)

Kurze Zeit sah es so aus, als hätte Deutschland in der Formel-1-Saison 2021 keinen einzigen Fahrer am Start. Inzwischen ist Sebastian Vettel bei Aston Martin unter der Haube, die Chancen für Mick Schumacher bei Alfa Romeo stehen bestens. Nico Hülkenberg könnte das Trio sogar noch perfekt machen.

Der Emmericher nutzt sein Dasein als Feuerwehrmann der Formel 1 und gibt ein Bewerbungsschreiben nach dem anderen ab. Zuletzt vertrat Hülkenberg in aller letzter Sekunde Lance Stroll bei Racing Point. Erst zum Qualifying sprang er ins Cockpit seines ehemaligen Arbeitgebers.

Ohne jegliche Vorbereitung reichte es folglich nur zum letzten Startplatz, doch im Rennen arbeitete sich der Hulk bis auf Position acht nach vorne. Im Motorsport-Magazin.com Fahrer-Ranking holte er mit dieser Performance den Sieg, die Herzen der Fans eroberte er offenbar ebenfalls: Bei der offiziellen Wahl der Formel 1 wurde er zum Driver of the Day gekürt.

Das Fahrer-Ranking bei Motorsport-Magazin.com hat Feuerwehrmann Hülkenberg gewonnen - Foto: LAT Images/Motorsport-Magazin.com

"Das Wochenende hat geholfen und meinen Namen bei allen Beteiligten aufgefrischt", so Hülkenberg im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. Denn der Feuerwehrmann will 2021 wieder ein Stammcockpit in der Formel 1. "Aber nicht um jeden Preis", stellt er klar. "Es muss immer für beide Seiten und alle Beteiligten passen."

Red Bull: Hülkenberg ein Kandidat für Formel-1-Cockpit

"Es geht darum, wie sich das Team entwickelt, wie die sportlichen Aussichten sind und so weiter", so Hülkenberg. "Ich bin heiß auf die Formel 1 und würde dort liebend gerne weiter fahren, aber nicht um jeden Preis."

Auf den ersten Blick sind die offiziell verfügbaren Cockpits aber nicht besonders aufregend. Haas und Alfa Romeo haben ihre Fahrer bislang noch nicht bestätigt. Der Rest ist dicht, die Vertragsverlängerung von Lewis Hamilton bei Mercedes dürfte nur Formsache sein.

Aber: Unter Umständen gibt es noch eine Möglichkeit bei Red Bull. Der Platz von Alexander Albon ist nicht mehr so sicher, wie ursprünglich angenommen. "Wir brauchen einen wettbewerbsfähigen Fahrer", sagte Dr. Helmut Marko nach dem Nürburgring-Wochenende zu Motorsport-Magazin.com.

Sollte Albon weiterhin nicht performen, stehen die Chancen für Hülkenberg nicht schlecht. Neben Hülkenberg steht nur noch Sergio Perez auf der Shortlist von Red Bull. Dass der Deutsche nun ein ernsthafter Kandidat ist, zeigt auch der Anruf von Dr. Marko beim 33-Jährigen. Als der erste Testabstrich bei Albon kein eindeutiges Ergebnis lieferte, fühlte der Grazer bei Hülkenberg vor, ob er verfügbar wäre.

Hülkenberg: Red Bull die beste Option

Auch Hülkenberg wittert inzwischen seine Chancen beim österreichischen Rennstall. "Es ist am Auto gemessen die beste Option, die am attraktivsten ist. Es ist das konkurrenzfähigste Auto", meint der Hulk, der ganz selbstbewusst sagt: "Dieses Jahr bin ich nicht die ganze Zeit dabei gewesen, aber die Einsätze, die ich hatte, haben wohl ein bisschen Eindruck hinterlassen."

Eindruck hat auch die Aussage des Doktors hinterlassen, näher als drei Zehntel würde ohnehin niemand an Verstappen kommen. Und Hülkenberg? "An meinen sehr guten Tagen ja", glaubt er. "Max ist ein absoluter Killer und vom Speed her einer, wenn nicht sogar der Schnellste."

"Von daher ist das schon eine riesige Aufgabe, den als Teamkollegen zu haben", ist sich der Deutsche bewusst, der fließend Niederländisch spricht. "Ich würde das gerne herausfinden, mich gerne an ihm messen. Mal schauen, ob es dazu kommen wird."

Was aber, wenn es nichts wird mit dem Formel-1-Cockpit 2021? Hat er dann gar keine Chance mehr, seinen Podiums-Fluch zu besiegen? Oder hilft die Verschiebung des neuen Reglements auf 2022?

"Es ist schwer, das zu beantworten. Ich gehe davon aus, dass uns Corona uns noch eine Weile begleiten wird und dass Teams noch die gleiche Problematik haben werden wie dieses Jahr. Wir alle haben diese Gefahr, uns anzustecken. Wenn es so ist, wird dieses 'Geschäftsmodell', das ich gerade habe, vielleicht auch nächstes Jahr noch so sein", hofft und fürchtet Hülkenberg zugleich.

Formel 1, Hülkenberg-Interview: Mich mit Verstappen messen!: (19:45 Min.)


Weitere Inhalte:
Motorsport-Magazin.com Plus