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Formel 1: AlphaTauri bestätigt Test für Red-Bull-Talent Tsunoda

Japan schöpft Hoffnung auf einen neuen Formel-1-Star. Honda-Protege Yuki Tsunoda wandelt in den Fußstapfen von Nationalheld Takuma Sato. Erster Test 2020.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Seit dem Aus von Kamui Kobayashi war in der Formel 1 kein Fahrer aus Japan am Start. 2021 könnte sich das ändern. Mit Yuki Tsunoda schickt sich eine neue Hoffnung aus dem Land der aufgehenden Sonne an, den Schritt in die Königsklasse zu machen. Der Red-Bull-Junior wird noch in diesem Jahr seinen ersten Formel-1-Test absolvieren.

"Er ist ein sehr talentierter Fahrer und bringt all die Zutaten mit, um ein erfolgreicher Formel-1-Fahrer zu werden. Er wird in Abu Dhabi den Young-Driver-Test für uns fahren", bestätigte AlphaTauri-Teamchef Franz Tost vor dem Rennwochenende in Spa-Francorchamps.

Tsunoda bestreitet 2020 für Carlin sein erstes Jahr in der Formel 2. Mit einem Sieg und mehreren Podien belegt er zur Saisonhalbzeit in der Gesamtwertung den vierten Platz. In Belgien sicherte er sich am Freitagnachmittag die zweite Pole Position in der laufenden Saison.

"Ich bin nicht nur von seinen Leistungen in der Formel 2 beeindruckt. Ich war schon letztes Jahr in der Formel 3 und in den Jahren davor von ihm begeistert", lobt Tost den Youngster, der auch Teil des Honda Formula Dream ist. Im Zuge dieses Förderprogramms gewann er 2018 die japanische Formel 4. Dieser Erfolg bescherte ihm die Aufnahme in den Red-Bull-Kader.

Tsunoda braucht Formel-2-Erfolg für Formel-1-Lizenz

2019 folgte im Zuge dessen der Umzug nach Europa. Als Rookie tat er sich in Formel 3 zunächst schwer. Gegen Saisonmitte ging der Knoten auf. Ein Sieg, zwei Podien und konstante Top-10-Platzierungen hievten ihn auf Rang neun der Meisterschaft und ebneten den Aufstieg in die Formel 2.

Inwiefern Tsunoda der direkte Durchmarsch in die Formel 1 gelingt, hängt von mehreren Faktoren ab. "Ob er nächstes Jahr für uns fährt oder nicht, wird Red Bull entscheiden. Und es hängt davon ab, ob er die Superlizenz bekommt", so Tost. In den Jahren 2018 und 2019 sammelte der 20-Jährige 15 der 40 notwendigen Punkte für die begehrte Lizenz.

Die Top-3 der Formel-2-Gesamtwertung erhalten gemäß Schlüssel 40 Punkte. Platz vier erhält 30 Punkte und stellt damit die Mindestanforderung an Tsunoda dar. "Wenn er so weitermacht und in den Top-4 der Formel 2 landet, sollte das mit der Superlizenz kein Problem darstellen. Den Rest sehen wir dann", ist Tost zuversichtlich.

Yuki Tsunoda in den Fußstapfen von Indy-500-Sieger Takuma Sato

Tsunoda wird nicht der erste Japaner sein, der im Zuge der Kooperation zwischen Red Bull und Honda einen Formel-1-Boliden steuern darf. Vergangene Saison erhielt Naoki Yamamoto am Wochenende des Japan GP einen FP1-Einsatz. Der zweifache Champion der Super Formula, der 2018 mit Jenson Button die Super GT für Honda gewann, machte im Auto von Pierre Gasly eine gute Figur.

Nach seinen ersten 30 Runden in der Formel 1 fehlte ihm auf Daniil Kvyat weniger als eine Zehntelsekunde. Trotz der starken Leistung sowie der Lobeshymnen von Weltmeister Button blieb dem 1988 geborenen Yamamoto das Debüt im Alter von über 30 Jahren verwehrt. Mit Tsunoda haben die Asiaten ein Eisen im Feuer, das dem Format eines Red-Bull-Juniors schon eher entspricht.

Naoki Yamamoto gab als Freitagsfahrer von Toro Rosso eine gute Visitenkarte ab - Foto: LAT Images

Sollte ihm der Sprung gelingen, wäre er der erste japanische Stammfahrer seit Kamui Kobayashi. Das heutige Sportwagen-Ass fuhr 2014 eine letzte Saison für die Hinterbänkler von Caterham. Als Toyota-Protege Ende 2009 spontan in die Formel 1 gekommen, gelangen ihm zwischen 2010 und 2012 für Sauber einige Achtungserfolge wie zum Beispiel ein dritter Platz beim Grand Prix von Japan.

Für Honda wäre Tsunoda der erste japanische Fahrer seit Takuma Sato. Der frischgebackene zweifache Indy-500-Champion bahnte sich erst im hohen Alter von 20 Jahren über die von Honda organisierte Suzuka Racing School den Weg in den Motorsport. Zwischen 2002 und 2008 war er für Jordan, BAR und Super Aguri jeweils mit Honda-Power unterwegs. Der dritte Platz beim USA GP 2004 war das Highlight seiner F1-Karriere.

Takuma Sato fuhr 2004 mit BAR Honda seine erfolgreichste Saison in der Formel 1 - Foto: Sutton

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