Silverstone, Northamptonshire. Der Kontrast zu Miami im "Sunshine State" könnte nicht größer sein. Trotzdem verschlug es Yuki Tsunoda vergangene Woche ins verregnete England. Dort absolvierte er einen TPC-Test (=Testing of Previous Car) im RB19, der nicht ganz so verlief wie er es sich erhofft hatte. "Es hat geregnet und wir hatten keine Regenreifen dabei. Deshalb mussten wir ziemlich lange warten, bis die Strecke trocken war. Leider hatten wir am Ende des Tages einige Probleme, sodass wir nicht viel fahren konnten", erklärte Tsunoda.

TPC-Test: Tsunoda wollte keine Verwirrung stiften

Eigentlich sollte ihm der private Test die Gelegenheit bieten, einen gut ausbalancierten Red Bull-Boliden im Grenzbereich zu bewegen und daraus wichtige Rückschlüsse auf das grundsätzliche Fahrgefühl zu ziehen. Doch aufgrund der begrenzten Testzeit an diesem Tag richtete das Team seinen Fokus auf die technischen Aspekte anstelle von Setup-Arbeiten.

Das Fazit des Japaners fiel trotz allem positiv aus: "Die Zeit war zu begrenzt, um ein Verständnis für das Setup zu gewinnen. Trotzdem war es meiner Meinung nach ein guter Test, um wieder Kilometer zu sammeln. Ich habe klar gesagt, wie ich mich gefühlt habe. Aber ich wollte auch keine dummen Kommentare abgeben, um keine Verwirrung zu stiften."

Obwohl sein Debüt bei Red Bull im Allgemeinen positiv verlief, muss sich Yuki Tsunoda insbesondere im Qualifying noch steigern. Das ist dem 24-Jährigen auch bewusst. "Es gibt definitiv Dinge, an denen ich arbeiten muss, zum Beispiel, das Qualifying besser zu Ende zu bringen. Dann hast du mehr Chancen auf Punkte und kannst mit dem Team auch flexibler bei der Strategie sein", erklärte Tsunoda.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Liam Lawson hat er sich mit einem eigentlich respektablen Schritt an Max Verstappen angenähert. Aber das Loch, das es zu füllen gilt, ist unfassbar groß. Tsunodas Problem: Die letzten Zehntelsekunden herauszuholen.

Tsunoda: RB21 nicht schwierig, aber unvorhersehbar

"Wenn ich ein bisschen mehr pushe, als das Auto aushält – auch nur zwei Prozent - dann reagiert es ganz anders, als ich es gewohnt bin. Solche Dinge kann ich noch nicht wirklich vorhersagen“, spielte der 24-Jährige auf seine letzte Q3-Runde in Saudi-Arabien an. "Ich hatte in Kurve 4 einen großen Quersteher. Wenn ich mehr pushe, passieren immer diese unvorhersehbaren Quersteher", klagte Tsunoda in Jeddah. Sein vorhergehender Dienstwagen sei viel fehlerverzeihender gewesen als der RB21, allerdings habe er den Wagen in- und auswendig gekannt.

"Ich musste nicht viel nachdenken. Ich wusste, wie man das Auto abstimmt und wo die Grenzen liegen. Bei Red Bull ist das Fenster, in dem das Auto performt, viel kleiner", sagte Tsunoda. Trotzdem bleibt er dabei, dass der RB21 kein superschwieriges Auto ist. "Manchmal muss man die Schwierigkeiten des Autos einfach akzeptieren. Wenn man ein leichtes Über- oder Untersteuern spürt, aber die Rundenzeit trotzdem gut ist, muss man wahrscheinlich einfach die Richtung beibehalten. Ich bin mit den bisherigen Fortschritten zufrieden. Das Selbstvertrauen ist da", betonte der Red-Bull-Pilot.

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