Schützen müsse man ihn - das war ein wichtiger Teil von Red Bulls Logik bei der nach nur zwei Rennen entschiedenen Degradierung von Liam Lawson zurück zu den Racing Bulls. In Japan legt Lawson etwas über eine Woche nach dem Cockpit-Tausch mit Yuki Tsunoda seine Sicht der Dinge dar. Die Entscheidung ist zu akzeptieren, aber wenn es nach ihm ginge, hätte er sie kaum getroffen.
"In China wusste ich von nichts", so Lawson, auch wenn im Fahrerlager am Sonntag schon vor dem Rennen die erste Gerüchte die Runde gemacht hatten. Die Entscheidung wurde in den zwei darauffolgenden Tagen vom Red-Bull-Teammanagement rund um Christian Horner und Dr. Helmut Marko finalisiert. Ohne Input des Fahrers.
"Es war eher beschlossene Sache", beschreibt Lawson den für ihn "recht überraschenden" Moment, als er schließlich informiert wurde. "Ich begann nach China mit den Vorbereitungen für Japan. Dann bekam ich einen Telefonanruf, in dem mir praktisch gesagt wurde, was jetzt passieren würde." Für ihn eine sehr frühe Entscheidung.
Liam Lawson hoffte auf mehr Zeit: Probleme mehr miteinbeziehen
Er hatte ein paar zähe Wochen hinter sich, hatte sowohl beim Wintertest in Bahrain als auch in den Trainings in Australien Zeit mit Defekten verloren. Dazu kam, dass er die Strecken in Australien und China nicht kannte. In China wagte er nach zwei schlechten Tagen zusammen mit seinen Ingenieuren noch ein aggressives Setup-Experiment für das Rennen, das allerdings nach hinten losging: "Besonders mit dem Reifenverschleiß vorne. Das Auto fühlte sich eigentlich gut an, nur die Reifen hielten nicht."
"Es ist Motorsport, wir haben alle Probleme, besonders mit diesen Autos, die so sehr am Limit sind", will Lawson letztendlich keine Ausreden für seine schlechten Leistungen - drei Q1-Ausfälle, ein Crash in Australien, null Punkte in China - suchen. Trotzdem: "Vielleicht hatte ich gehofft, dass man das mehr miteinbezieht. Für mich war es deswegen auch wichtig, an einen Ort zu kommen, wo ich schon einmal gefahren bin. Melbourne und China sind zwei harte Strecken."

Suzuka wäre die erste Strecke auf dem 2025er-Kalender gewesen, auf der Lawson bereits einen Grand Prix bestritten hatte. Die Red-Bull-Spitze sah die Angelegenheit jedoch anders. Die Beförderung nach nur elf Grands Prix war zu früh, räumte Teamchef Christian Horner in den letzten Tagen mehrmals ein. Mit ernsthaft besorgten Ingenieuren sah das Team einen Tausch mit Yuki Tsunoda als beste Option. Auch für Lawson, um ihn wieder aufzubauen.
Liam Lawson zurück bei den Racing Bulls: Hauptsache ich fahre noch F1
"Für mich war die beste Chance natürlich, bei Red Bull zu sein, darauf habe ich seit ich 16 war hingearbeitet", ist die Entscheidung für Lawson persönlich natürlich etwas schwerer zu verkraften. Doch er sieht ultimativ keinen Schaden an seinem Selbstvertrauen durch die Degradierung: "Da ändert sich nicht viel. Wir haben hier alle den Glauben an uns selbst, dass wir gut genug für die Formel 1 sind. Sonst kommst du nicht weit."
"Für mich ist das Wichtigste, dass ich in einem Auto sitze und zeigen kann, dass ich einen Platz verdiene", blickt Lawson jetzt nach vorne. Vonseiten Red Bull wurde schließlich nicht ausgeschlossen, dass er mit einer vollen F1-Saison Erfahrung auch 2026 ein Cockpit haben kann. Sogar wieder bei Red Bull? "Dinge können sich sehr, sehr schnell ändern. Ich selbst kann das nur kontrollieren, indem ich schnell fahre."
Vor der Umstellung zurück auf das Auto der Racing Bulls hat Lawson keine Angst. Er war bereits im Simulator, und das Auto fühlt sich ähnlich an wie das Vorjahresmodell, mit dem er 2024 mehrere Rennen fuhr. Auch personell hat sich im Team nicht viel verändert. Zwar übernimmt er Tsunodas Ingenieure - im Vorjahr fuhr er mit der anderen Garagenseite -, aber da er seit mehreren Jahren schon mit dem Team zusammenarbeitete, kennt er eigentlich die komplette Mannschaft gut.
"Natürlich weißt du es nicht, bis du das Auto auch fährst, und morgen wird der erste echte Test sein", räumt Lawson ein. "Sicherlich wird es ein, zwei Sessions brauchen, um wieder hineinzufinden." Zum Glück für ihn diesmal aber auf einer Strecke, die er bereits kennt. Seinen neuen Teamkollegen Isack Hadjar konnte er in den letzten Tagen bereits bei einem Showrun in Japan kennenlernen. Bei dem Hadjar ein kleiner Unfall passierte. Mehr dazu gibt es hier:



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