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Formel 1

Formel-1-Motoren: Wohl doch kein Party-Mode-Verbot in Spa

Die Formel-1-Teams erhalten offenbar eine Gnadenfrist in Sachen Beschränkung der Motorenmodi. Medienbericht: FIA verschiebt für Spa geplante Direktive.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Der Qualifying-Modus der Formel-1-Motoren könnte den Teams nun doch noch länger erhalten bleiben als zunächst gedacht. Aber nicht viel länger. Einem Medienbericht des britischen Portals ‚racefans.net’ zufolge, wird die ursprünglich bereits zum nächsten Rennen in Spa-Francorchamps geplante Beschränkung der Motor-Modi in der Formel 1 um eine Woche verschoben, also auf den unmittelbar nach dem Belgien GP angesetzten Italien GP in Monza.

Hintergrund der Verschiebung des Verbots unterschiedlicher Einstellungen für den Verbrennungsmodus der Motoren sei ein Entgegenkommen der FIA nach Misstönen zweier ungenannter Motorenhersteller. So soll den Teams ausreichend Zeit eingeräumt werden, die für die Änderungen nötigen Tests auf dem Prüfstand durchzuführen. Bei einem Treffen der Arbeitsgruppe Power Unit am Montag nach dem Spanien GP hätten sich zwei der vier Motorenhersteller unzufrieden mit den geplanten Änderungen gezeigt. Auch über eine noch längere Frist - bis hin zu nächstem Jahr - sei diskutiert worden.

Formel-1-Motoren: Nur noch eine für Qualifying und Rennen

Vor dem Spanien GP hatte die FIA die Teams in Kenntnis über eine geplante Technische Direktive gesetzt, wonach unterschiedliche Modi für die Verbrennungsmotoren über ein Wochenende hinweg kurzfristig verboten werden sollen. Auf diesem (üblichen) Weg ist es möglich, Regeländerungen während der laufender Formel-1-Saison auch ohne einstimmige Beschlüsse aller zehn Teams, faktisch umzusetzen, einzig ohne formale Aufnahme in das Reglement. In den sogenannten Technischen Direktiven gibt die FIA Interpretationen des Technischen Reglements in möglichen Grauzonen.

Formel 1: Verliert Mercedes seinen Qualifying-Vorteil?: (15:48 Min.)

Damit waren als ‚Party-Modus’ bekannt gewordene Einstellungen für die Formel-1-Motoren, um im Qualifying signifikant mehr Leistung aus den Aggregaten herauszukitzeln, faktisch gestorben. Weil nur mehr eine Standardeinstellung erlaubt sein wird, müssen die Teams einen Kompromiss finden, der ihnen gleichzeitig genug Leistung für die alles entscheidende Runde in der Qualifikation und Zuverlässigkeit im Rennen beschert.

Qualifying-Modus vorboten: Mercedes Verlierer oder Gewinner?

Das erregte im Rahmen des Formel-1-Wochenendes in Barcelona großes Aufsehen. Ein Plan, nur um Mercedes einzubremsen, meinten die einen, etwa Lewis Hamilton, ob der offensichtlichen Stärke der Silberpfeile auf diesem Gebiet. Andere, auch aus dem Mercedes-Lager (Toto Wolff), gaben hingegen zu Protokoll, das Verbot könne Mercedes sogar helfen. Fünf Runden Quali-Modus einzusparen, würden die Motoren derart schonen, dass im Rennen die fünffache Rundenzahl mit mehr Performance möglich sei, berichtete der Motorsport-Chef Mercedes’ noch am Sonntag nach dem Rennen in Spanien.

Faktisch begründete die FIA die geplante Direktive mit einer kaum noch auf Legalität kontrollierbaren Komplexität der Power Units in der Formel 1. "Die Vielzahl und die Komplexität der Modi machen es der FIA extrem schwierig zu überprüfen, ob alle Power-Unit-Regularien in bestimmten wichtigen Momenten des Events auch eingehalten werden", schrieb die FIA.


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