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Formel 1, Vettel mit Galgenhumor: Besser, aber nicht schneller

Sebastian Vettel scheint nach dem Training zum Formel-1-Rennen in Silverstone den Glauben an ein Ferrari-Comeback verloren zu haben. Plus: Motorschaden.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Vergleicht man Freitag mit Freitag, lässt sich bei Sebastian Vettel in Silverstone so etwas wie ein Aufwärtstrend verzeichnen. Im Training zum ersten Formel-1-Rennen 2020 in Großbritannien war der vierfache F1-Weltmeister so gut wie nicht zum Fahren gekommen, immer wieder hatte ihn die Technik seines Ferrari vor eine Woche im Stich gelassen.

Das galt zwar auch für diesen Freitag, im Training zum Grand Prix zur Feier des 70. Geburtstags der Formel 1streikte der SF1000 allerdings erst in den Schlussminuten, viel Zeit verlor Vettel nicht. „Es kam ohne Warnung, sehr plötzlich, aber dann war gleich klar, dass es etwas Gröberes ist“, berichtete Vettel nach der Session von seinem späten Motorschaden ganz am Ende des zweiten Trainings.

Silverstone II. Vettel erneut klar hinter Leclerc

Dass es sich um einen Motorschaden handelte, hatte Vettel sofort via Boxenfunk mitgeteilt. Auf in solchen Fällen oft übliche Beschönigungen wie ‚technisches Problem’ verzichtet der Deutsche bei Ferrari inzwischen. Ohnehin spricht Vettel mittlerweile fast vollständig, wie ihm der Mund gewachsen ist. An diesem Freitag vor allem zum Thema Performance.

Über Platz 14 kam Vettel im Ergebnis nicht hinaus, reihte sich damit mit vier Zehnteln Rückstand auf Teamkollege Charles Leclerc sieben Ränge weiter hinten im Klassement ein. Im ersten Training waren es mit ebenfalls vier Zehnteln Rückstand auf den Monegassen und Platz sieben für Vettel nur zwei Ränge Differenz.

Sebastian Vettel: Ferrari nur gefühlt besser

„Insgesamt waren wir etwas zufriedener, aber nicht wirklich konkurrenzfähiger“, kommentierte Vettel den vermeintlichen Fortschritt gegenüber der Vorwoche nüchtern. „Wir haben von Anfang an viel probiert und versucht, eine Richtung zu finden. Das Auto fühlt sich ein bisschen besser an, aber wir sind nicht wirklich schneller [im Vergleich zu Konkurrenz, Anm. d. Redaktion]. Aber es fühlt sich zumindest besser an“, ergänzte Vettel mit einem Anflug von Lachen. Galgenhumor?

Offenbar, lauscht man nur Vettels Worten, welche Reifen für Ferrari in Silverstone am Wochenende die beste Wahl seien. Immerhin brachte Pirelli zum zweiten Wochenende eine Stufe weichere Pneus. Vettel: „Es ist relativ wurscht, welche Mischung wir verwenden. Soweit kommen wir auf beiden zurecht bzw. sind gleich schnell - oder langsam - auf den beiden Mischungen.“

Charles Leclerc rätselt: Ferrari-Problem auf Medium

Weit weniger gleichgültig ist die Reifen-Frage dem Teamkollegen. "Der Grip von Medium zu Soft ändert sich ziemlich stark. Wir sind auf dem Medium etwas zu langsam. Das ist ungewöhnlich für uns", grübelte Leclerc. "Die Balance fühlt sich sonst ziemlich gut an, es ist einfach nur die Performance insgesamt, die auf dem Medium nicht so gut ist wie erhofft."

Etwas mehr könne Ferrari über Nacht zwar sicher noch finden, so Vettel. Doch den Glauben an die ganz große Trendwende von Freitag auf Samstag - ein Phänomen, das in den Vorjahren oft eine Stärke der Scuderia gewesen war - hat Vettel inzwischen so gut wie vollständig verloren: „Wir können immer noch versuchen, das Auto zu verbessern. Aber das sind vielleicht nur kleine Dinge. Hoffentlich sind wir dann etwas konkurrenzfähiger.“


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