Formel 1

Formel 1, Renault: Kein Einspruch gegen Japan-Disqualifikation

Renault ist wegen der Disqualifikation beim Japan GP sauer. Trotzdem legt der Rennstall von Nico Hülkenberg keinen Einspruch ein. Die Hintergründe.
von Christian Menath

Am Mittwochnachmittag kam in Mexiko der Paukenschlag: Die Stewards disqualifizierten beide Renault-Piloten Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo beim Japan GP nachträglich. Allerdings ließen die Stewards die Tür für Renault einen Spalt weit offen, verlängerten die Einspruchsfrist bis Donnerstag, 10:00 Uhr in Mexiko.

Renault stieß die Tür am Donnerstagmorgen wieder zu. Wie das Team in einem Statement mitteilte, wird man nicht gegen die Disqualifikation vorgehen. Das bedeutet aber nicht, dass Renault mit der Entscheidung d'accord geht. Im Gegenteil.

"Wir bedauern die Entscheidung der Stewards und vor allem die Schwere der Strafe", heißt es in dem Statement. Weiter: "Unserer Meinung nach steht die Strafe in keinem Verhältnis zu dem Nutzen, den die Fahrer daraus ziehen, insbesondere wenn sie im Rahmen eines Systems eingesetzt werden, das als vollständig legal und innovativ bestätigt wurde."

Den^n tatsächlich stellten die Stewards in ihrer Entscheidung klar, dass Renaults Bremsbalance-Management nicht gegen das Technische Reglement verstößt. Stattdessen wurde das System als 'innovativ' bezeichnet.

Renault nutzte einen Graubereich der Regeln aus und entwickelte dabei eine kleine Fahrhilfe. Doch die Fahrhilfe ist das Problem, denn im Sportlichen Reglement steht, dass der Pilot das Auto 'alleine und ohne Hilfe' bewegen muss.

"Die Strafe ist außerdem inkonsequent im Vergleich zu Strafen für ähnliche Vergehen in der Vergangenheit, wie es die Stewards auch in ihrer Entscheidung schreiben aber keine weitere Argumentation dafür liefern", heißt es in dem Renault-Statement weiter.

Aber warum legt Renault dann keinen Einspruch ein? Die Begründung klingt plausibel: "Weil wir keine weiteren Beweise als jene, die wir bereits gezeigt haben, einbringen können, möchten wir keine weitere Zeit und Mühe in eine sterile Debatte vor dem International Court of Appeal investieren."

Der Fall wurde nicht nur direkt im Anschluss an den Japan GP behandelt, sondern in einer Telefonkonferenz am Dienstag vor dem Mexiko GP detailliert aufgerollt. Sowohl Racing Point als auch Renault konnten darin ihre Standpunkte bereits darlegen.


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