Formel 1

Formel 1 Mexiko: Vettel bremst Euphorie, Hamilton sieht Joker

Ist Ferrari in Mexiko Topfavorit? Red Bull und Mercedes warnten. Sebastian Vettel tritt jetzt aber die Euphoriebremse. Lewis Hamilton wittert eine Chance.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 geht in Mexiko auf die Zielgerade einer Saison 2019, die sich zuletzt völlig anders entwickelte als sie einst in Australien gestartet war. Seit der Sommerpause ist Ferrari wie der Phönix aus der Asche emporgestiegen, befindet sich seitdem nahezu konstant in Topform.

Im Qualifying sind die Roten seit Spa sogar noch völlig ungeschlagen. Viermal in Serie holte Charles Leclerc die Pole Position nach Maranello, in Japan war zuletzt Sebastian Vettel zur Stelle. Auch in Suzuka allerdings setzte es im Rennen eine Niederlage. Anders als zuvor in Russland besiegte sich Ferrari allerdings nicht nur selbst, sondern war vor allem in Sachen Rennpace Mercedes schlicht nicht gewachsen.

Ferrari-Teamchef mit Ansage, Konkurrenz zittert

Für Mexiko gab Teamchef Mattia Binotto dennoch - etwas überraschend ziemlich offensiv - eine klare Vorgabe aus: Pole Nummer sechs in Folge soll her - und dieses Mal auch wieder der Sieg.

Dazu passen die Prognosen der Konkurrenz. Max Verstappen, in beiden Vorjahren in Mexiko siegreich, sieht Ferrari 2019 dank Topspeed-Vorteil auf den langen Geraden des Autodromo Hermanos Rodriguez im Vorteil. Mercedes stapelte in Form von Teamchef Toto Wolff sogar komplett tiefer. Noch tiefer als es dem gewohnten Understatement der Silberpfeile entspricht.

Sebastian Vettel nicht überzeugt von Ferrari als Favorit

Nicht ganz mitziehen will allerdings Sebastian Vettel, gemeinsam mit Lewis Hamilton prominentester Gast in der offiziellen FIA-Pressekonferenz vor dem Rennwochenende in Mexiko. Ob Ferrari Favorit sei, könne er nicht sagen. "Die Leute schauen immer auf die Strecke, auf die Geraden, und ja, wir waren stark auf den Geraden", sagt der vierfache Formel-1-Weltmeister.

Formel 1 2019: 5 Brennpunkte vor dem Mexiko GP: (10:06 Min.)

"Aber es gibt hier auch einige Kurven, und hier zählt die Effizienz nicht so sehr. Aber gerade darin sind wir gut, wir haben ein effizientes Auto - das können wir hier also wohl nicht zu unserem Vorteil nutzen", mahnt Vettel. "Zumal einige dieser Art von Kurven hier unsere Schwächen waren."

Wetter als Schlüsselfaktor in Mexiko?

Dennoch: Schlecht aufgestellt sieht der Ferrari-Pilot die Scuderia in Mexiko ganz gewiss nicht. "Voraussagen kann ich es nicht, aber ich bin zuversichtlich, habe Vertrauen in unser Paket", sagt Vettel. Doch auch hier wieder eine Einschränkung - oder gleich zwei: "Manche Stellen passen uns besser, manche schlechter. Das Wetter könnte dieses Wochenende aber auch eine schwierige Rolle spielen."

Damit spielt Vettel auf den Wetterbericht an. Für nahezu das gesamte Wochenende herrscht in Mexiko eine Regenwahrscheinlich von um die 50 Prozent. Für Hamilton, am Sonntag in Mexiko möglicherweise schon Weltmeister, handelt es sich dabei fast schon um eine Art Joker. Seit sechs Rennen wartet Mr. Qualifying inzwischen schon auf seine 88. Pole in der Formel 1. Für Mexiko macht es sich nach der jüngsten Ferrari-Dominanz im Zeittraining kaum Hoffnungen auf eine Trendwende.

Lewis Hamiltons ewiges Warten auf Pole Nr. 88

"Wir kommen auch dieses Wochenende in dem Wissen hierher, dass Ferrari auf den Geraden heftig schnell ist. Und hier gibt es viele Geraden. Ich weiß also nicht, ob wir die Pole schaffen können", sagt Hamilton mit wenig Optimismus. Außer, der Regen kommt. "Es sei denn es regnet, das kann alles ändern", hofft Hamilton auf den Wettergott.

Nur auf die Bedingungen allein baut der noch fünffache Formel-1-Weltmeister in Mexiko jedoch nicht. Hamilton wittert eine weitere Möglichkeit gegen Ferrari - und auch Red Bull zu glänzen. "Wie wir schon zuvor gesehen haben, geht es nicht nur um da Qualifying, sondern auch darum, das Auto für das Rennen richtig hinzubekommen", erinnert Hamilton an Japan. "Wir werden alles geben!"

Hamilton glaubt nicht an WM-Titel in Mexiko

Allerdings war Mexiko schon in den Vorjahren wiederum nicht gerade das beste Pflaster für Mercedes. Darum weiß auch der Brite. "Dieses Rennen funktionierte die letzten Male gut für die Red Bull und die Ferrari", sagt Hamilton. Doch das ist längst nichts, was ihn an einer Lösung seines Mercedes-Teams zweifeln lässt. "Wir haben gearbeitet und hoffen, dieses Jahr eine bessere Chance zu haben."

Will sich Hamilton schon in Mexiko zum Weltmeister krönen, ist das zwingend erforderlich. Platz fünf hinter beiden Ferrari und Red Bull würde dem Briten nicht reichen, um sich den WM-Titel vorzeitig zu sichern - egal, was Valtteri Bottas dann macht. Immerhin muss er 14 Punkte mehr holen als der Finne.

Die magischen 14 Punkte

Hamilton zweifelt jedoch ohnehin, dass es am Sonntag bereits so weit ist: "Das wird schwierig. Valtteri ist das ganze Jahr so stark. Ich weiß nicht, wie oft ich da überhaupt mal 14 Punkte mehr geholt habe", grübelt Hamilton. Die Antwort: Tatsächlich nur einmal - in Ungarn. "Insgesamt liegen auf jeden Fall noch so viele Punkte auf dem Tisch, ich muss die nächsten vier Rennen abliefern."


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