Der 09. Juli 2026 markiert mit dem Rauswurf von Teamchef Christian Horner einen historischen Tag in der Geschichte von Red Bull Racing. Seit Übernahme des Jaguar-Rennstalls durch Red Bull leitete Christian Horner die Geschicke. Wie unfassbar lang diese Zeitspanne in der Formel 1 ist, zeigt die Tatsache, dass damals Michael Schumacher für Ferrari fuhr. Es war eine andere Zeit. Und nun ist es Zeit für Veränderung.

Seit dem Tod von Dietrich Mateschitz im Oktober 2022 ist bei Red Bull Sand im Getriebe. Das Machtvakuum, das der Firmengründer hinterließ, sorgte für Begehrlichkeiten. Vor allem bei Christian Horner. Nicht einmal ein Jahr dauerte es, ehe der interne Machtkampf nach außen getragen wurde.

Am Formel-1-Zenit: Red Bull zerfleischt sich selbst

Es begann am absoluten Höhepunkt des sportlichen Schaffens: 2023 gewann Red Bull 21 von 22 Rennen. In Austin 2023 machten erstmals Gerüchte über ein Zerwürfnis zwischen Christian Horner und Dr. Helmut Marko die Runde. Es war der Auftakt in eine ereignisreiche Zeit. Für Horner war es der Anfang vom Ende.

Die Anschuldigungen einer Mitarbeiterin wegen unangemessenen Verhaltens gegen Horner waren die nächste Eskalationsstufe. Von nun an reihte sich Hiobsbotschaft an Hiobsbotschaft. Adrian Newey ging zu Aston Martin, Jonathan Wheatley zu Sauber, Rob Marshall hatte das Team kurz zuvor in Richtung McLaren verlassen.

All das wäre egal gewesen, hätte Red Bull weiterhin gewonnen. Doch der sportliche Höhenflug fand 2024 ein jähes Ende. Max Verstappen rettete den Titel noch über die Linie, doch in der Konstrukteurswertung rutschte das Team auf Rang drei ab.

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Christian Horner gefeuert! Was bedeutet das für Verstappen? (09:36 Min.)

Seit einem Jahr findet Red Bull das Gegengift nicht. Ferrari und Mercedes sind derzeit zwar auch chancenlos gegen McLaren, aber Red Bull liegt noch ein ganzes Stück hinter den beiden. Red Bull ist ins Niemandsland abgedriftet, eine Trendwende ist nicht in Sicht.

Ohne Verstappen: Red Bull wäre Letzter

Verstappens Teamkollegen haben in der ersten Saisonhälfte insgesamt sieben Punkte geholt. Mit zwei solcher Fahrer wäre Red Bull Letzter der Konstrukteurs-WM. Die Lebensversicherung des Teams heißt Max Verstappen. Und die drohte man zuletzt auch noch zu verlieren.

Horner, so hört man, soll sich an seine Macht geklammert haben. Er wollte nicht nur Teamchef, sondern Alleinherrscher bleiben. Das ist schlecht, läuft man doch seit einem Jahr der Wende hinterher. Mit dieser Einstellung wurde das Vergraulen von Max Verstappen zu einer realen Gefahr.

Deshalb musste man in Salzburg die Reißlinie ziehen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Ich halte es für die richtige Entscheidung, warne aber trotzdem vor den Konsequenzen. Laurent Mekies mag ein äußerst kompetenter Mann sein und durch FIA und Ferrari mit allen Wassern gewaschen, aber die Horner-Rolle kann er nicht allein ausfüllen. Ich bin mir sicher, dass Red Bull nach Hochkarätern Ausschau hält.

Horner leitete 20 Jahre lang in das Tagesgeschäft bei Red Bull Racing. Und nicht nur dort: Auch bei Red Bull Powetrains, Red Bull Advanced Technologies und Red Bull Advanced Services hatte er den Hut auf. Hier wird gerade intern diskutiert, wie die Positionen nachbesetzt werden sollen.

Mit Horner gehen 20 Jahre Formel-1-Erfahrung auf höchstem Niveau

20 Jahre Formel-1-Erfahrung auf höchstem Niveau ersetzt man nicht so einfach. Dabei geht es nicht nur um das interne Know-how, auch das Spielen auf der Klaviatur der F1-Politik beherrschte Horner bestens. Er wird definitiv eine Lücke hinterlassen. Die Entlassung tut weh und doch war sie die richtige Entscheidung: Um endlich wieder Ruhe ins Team zu bringen und die Lebensversicherung nicht zu verlieren.

Apropos Lebensversicherung: Ist Max Verstappen wirklich so wichtig für Red Bull? Oder ist er in Wahrheit Fluch und Segen zugleich? Diese Frage diskutieren wir im Video, das erstmals sogar vor Live-Publikum aufgezeichnet wurde!

Max Verstappen: Red Bulls größtes Problem? (31:34 Min.)