1. Was sind die Gründe für die Trennung von Christian Horner?
Red Bull hat am Mittwoch lediglich über den Personalwechsel an der Spitze des Formel 1-Teams informiert. In der offiziellen Presseaussendung hieß es: Red Bull hat Christian Horner mit Wirkung zum heutigen Tag von seinen operativen Aufgaben entbunden. Red-Bull-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff bedankte sich bei Horner für seine Dienste in den vergangenen 20 Jahren. "Mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Expertise und seinem innovativen Denken war er ein Schlüssel im Etablieren von Red Bull Racing als eines der erfolgreichsten und attraktivsten Teams der Formel 1." Gründe für das Aus wurden offiziell nicht genannt.
2. Kam das Aus von Christian Horner bei Red Bull Racing überraschend?
Für viele im F1-Zirkus kam die Entscheidung des Rennstalls nicht überraschend, maximal der Zeitpunkt. Die letzten eineinhalb Jahre verliefen für Christian Horner turbulent, immer wieder stand seine Position als Teamchef zur Diskussion. Die sportliche Talfahrt und die Schlagzeilen über einen möglichen Wechsel von Max Verstappen zu Mercedes heizten die Gerüchte in den vergangenen Wochen wieder an.
3. Wer sind die Drahtzieher hinter der Entscheidung?
Eine derart wichtige Personalentscheidung wird bei Red Bull nicht von einer Person allein getroffen. Chalerm Yoovidhya, dessen Familie 51 Prozent an Red Bull besitzt, und Mark Mateschitz haben das Sagen, aber auch Oliver Mintzlaff und Dr. Helmut Marko spielen bei Red Bull eine gewichtige Rolle.
4. Wer ist Horner-Nachfolger Laurent Mekies?
Der Franzose hat seit Anfang 2024 das Schwesterteam Racing Bulls geleitet und übernimmt ab sofort das Ruder bei Red Bull. Laurent Mekies kam 2002 in die Formel 1, damals als Renningenieur bei Minardi. Als aus Minardi 2006 die Scuderia Toro Rosso wurde, stieg Mekies zum Chefingenieur auf. Später wurde er zum Head of Vehicle Performance befördert. 2014 wechselte er zur FIA und wurde 2017 zum stellvertretenden F1-Renndirektor ernannt. Viele gingen davon aus, dass er Charlie Whiting als F1-Renndirektor nachfolgen würde.
Stattdessen heuerte Mekies im September 2018 als Sportlicher Leiter bei Ferrari an, von 2021 bis Juli 2023 hatte er die Rolle des Ferrari-Renndirektors inne. Danach leitete er gemeinsam mit Peter Bayer die Geschicke bei den Racing Bulls. "Die letzten anderthalb Jahre waren ein absolutes Privileg. Es war ein unglaubliches Abenteuer, der Teamgeist ist unglaublich, und ich bin fest davon überzeugt, dass dies erst der Anfang ist", betonte Mekies und fügte hinzu: "Alan ist der perfekte Mann, um den Weg fortzusetzen. Er kennt das Team in- und auswendig und war schon immer eine wichtige Stütze."
5. Wer folgt auf Laurent Mekies bei den Racing Bulls?
Formel-1-Urgestein Alan Permane leitet ab sofort die Geschicke bei den Racing Bulls. Der 58-Jährige begann seine Karriere 1989 als Test-Elektronik-Ingenieur bei Benetton. Mehr als 30 Jahre lang blieb er dem Rennstall aus Enstone in seinen unterschiedlichen Iterationen (Benetton, Renault F1, Lotus F1, Alpine F1) treu – zuletzt hatte der Brite die Funktion als Sportdirektor bei Alpine inne. Zu Beginn des Jahres 2024 wurde bekannt, dass Permane als Rennleiter zu den Racing Bulls stößt. Er war direkt Teamchef Laurent Mekies unterstellt und übernimmt ab sofort dessen Posten. "Ich fühle mich sehr geehrt, und möchte Oliver [Mintzlaff] und Helmut [Marko] für das Vertrauen danken, das sie mir entgegenbringen. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit Peter die gute Arbeit fortzusetzen, um das Team voranzubringen", sagte Permane.
6. Sehen wir Horner im kommenden Jahr bei einem anderen F1-Team?
Möglich. Zuletzt wurde der Brite mit Ferrari in Verbindung gebracht, wo laut italienischen Medien Teamchef Fred Vasseur aufgrund mangelnden Erfolgs angezählt ist. Die Ferrari-Chefetage schwieg zu den Meldungen der Gazzetta dello Sport oder der Corriere della Sera. Fakt ist: der Vertrag von Vasseur läuft Ende 2025 aus. Darauf abseits des Großbritannien GP angesprochen, erklärte Ferrari-CEO Benedetto Vigna: "Fred ist unser Teamchef, es ist Juli und wir sind in positiven Gesprächen. Es besteht gegenseitiges Vertrauen, und wir haben Zeit."
Im allerersten MSM Live Talk sprechen wir offen wie nie über die brisanteste Frage der Formel 1: Wie viel Superstar verträgt ein Team wie Red Bull wirklich?



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