Formel 1

Frankreich-Horror für Haas: Schlimmstes Wochenende aller Zeiten

Bei Haas ist nach dem Frankreich-GP nichts mehr klar. Schlimmer stand es um das Formel-1-Team noch nie, so Günther Steiner. Aber keine Depression.
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Die Haas-Probleme der Formel-1-Saison 2019 vertiefen sich von Rennen zu Rennen. In Frankreich gingen Romain Grosjean und Kevin Magnussen wieder leer aus, und wieder reist das Team ratlos ab. Wieder hat man nicht verstanden, warum man eigentlich nicht vorne im Mittelfeld mitspielte.

Es wird zu einer Horror-Show. "Leider war das das schlimmste Rennwochenende, seit es das Team gibt", sagt Teamchef Günther Steiner am Ende eines langen Renn-Sonntages. Romain Grosjean wurde kurz vor Schluss vom Team aus dem Rennen genommen, um Material zu schonen. Davor war er chancenlos am Ende des Feldes herumgefahren. Kevin Magnussen kam auf Platz 17 ins Ziel, nur Williams war schlechter.

Haas in Frankreich: Schlimmer als je zuvor

Bei der Anreise nach Frankreich hatte sich Haas vorsichtig optimistisch gegeben. Sie hatten geglaubt, dass sie die Reifen in der Hitze von Frankreich zum Arbeiten bringen würden. Aber: "Das war schlimmer als Montreal", sagt Steiner nach dem Rennen. "Weil wir schon am Freitag und im Qualifying nicht gut waren."

In Montreal war Haas, wie schon oft zuvor in dieser Saison, am Samstag stark gewesen. Traditionell kann das Auto, der VF19, auf einer Runde sehr schnell sein. Doch wenn es darum geht, die Reifen über mehrere Runden im Arbeitsfenster zu halten, dann treten die Probleme auf. In Frankreich war es aber zuerst der, wie Grosjean sagt, "schlechteste Freitag des Jahres", gefolgt von einem miserablen Qualifying.

Plötzlich war auch die Fähigkeit, eine einzelne schnelle Runde abzurufen, weg. Bei über 50 Grad Streckentemperatur ging fast nichts mehr. "Ich glaube, wir müssen aufhören, den Reifen die Schuld zu geben, und bei uns selbst anfangen", meinte ein frustrierter Grosjean am Samstag. "Es hat 50 Grad heute, da geht viel Energie in die Reifen."

Haas ohne Antworten: Unklarer als je zuvor

Bis jetzt hatte Haas also damit zu kämpfen, die richtige Menge an Energie in die Reifen zu bringen. Aber bei dieser Hitzeschlacht? "Wir haben nicht wirklich eine Entschuldigung, den Reifen nicht anzuwärmen", sagt Grosjean.

"Frag mich nicht, was es ist, ich weiß nicht. Frag mich einfach nicht, weil ich könnte es nicht beantworten", wehrt Steiner dann am Sonntag nach dem Rennen weitere Fragen ab. "Wir müssen es herausfinden, und ehrlich gesagt ist es sehr enttäuschend, sich in dieser Situation wiederzufinden. Aber gar nichts davon zu verstehen, das ist am Schlimmsten."

VF19 irritiert Haas: Kein Untersteuern, kein Übersteuern, kein Grip

Kevin Magnussen erklärt nach dem Rennen: "Nach dem Freitag dachten wir, dass das Qualifying schwierig werden würde, aber dafür das Rennen stark. Das war leider nicht der Fall, wir wurden wieder überrascht. Das ganze Rennen sind wir hinterhergefahren, und waren etwas hilflos."

Kevin Magnussen konnte Gegner in Frankreich nicht lange hinter sich halten - Foto: LAT Images

Grosjean erklärt das Fahrverhalten: "Ich habe das Maximum aus dem Auto geholt, es hat einfach nicht gereicht. Obwohl sich die Balance okay anfühlte, waren wir einfach langsam." Steiner geht für Grosjean weiter ins Detail: "Du hast kein plötzliches Übersteuern, oder Untersteuern? Nein, alles gut. Es ist einfach langsam, der Grip fehlt."

Haas sucht weiter: Keine Depression

Nach acht Rennen steht Haas also schlechter da als so manches Team nach den Wintertests. Mit 16 Punkten sind sie auf Platz neun von zehn abgerutscht, liegen jetzt einen Punkt hinter Toro Rosso. McLaren liegt an der Spitze des Mittelfeldes, und hat schon 40 Punkte.

Jedes Wochenende ist für Haas, wie Steiner schon zuletzt meinte, ein "Überraschungsei". "Dann hattest du auch Monte Carlo, wo wir uns auf sechs qualifiziert haben", erinnert er. "Die Renn-Pace ist in Monte Carlo, wo jeder langsam macht, natürlich schwer zu beurteilen, aber sie war da. Das ist bizarr, diese ganze Geschichte."

Jedenfalls verspricht Steiner, dass Haas weiterhin alles geben wird, um die Probleme zu lösen: "Ich bin realistisch. Ich werde nicht depressiv. Ich werde ... wütend ist das falsche Wort. Es ist eine Herausforderung, nur keine positive. Wir müssen hier rauskommen. Aber wenn wir in Depressionen verfallen, dann gibst du auf. Wir geben nicht auf. Sobald du im Motorsport aufgibst, bleibst du dort, wo du bist."


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