Formel 1

Formel 1, Norris nach Frust-Finish enttäuscht: Mehr verdient

Achterbahnfahrt für McLaren in Frankreich. Carlos Sainz fährt Top-Resultat ein, Lando Norris wird in letzter Minute von der Konkurrenz überrannt.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - McLaren stand beim Formel-1-Rennen in Frankreich kurz vor dem perfekten Sonntag. Carlos Sainz und Lando Norris hatten die Mittelfeld-Konkurrenz wie schon im Qualifying komfortabel im Griff. Der Spanier fuhr als Sechster die Ernte ein. Lando Norris erlebte ein Frust-Finish mit Schadensbegrenzung.

"Wir waren dieses Wochenende definitiv das viertschnellste Auto - im Qualifying und im Rennen", freut sich Sainz. Der Spanier hatte sich am Start den Teamkollegen gepackt und sich danach auf der sechsten Position eingerichtet, die er bis ins Ziel nicht mehr abgeben sollte. Lediglich gegen Rennmitte schien ausgerechnet Norris kurz die Ruhe zu stören.

Der Rookie hing ihm einige Runden im Getriebe und beschwerte sich im Funk über seine Pace. "Ja, aber das war nicht Carlos' Schuld", erklärt Norris gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Wir hatten einen langen Stint und mussten gut auf die Reifen aufpassen. Aber an einem Punkt war Kvyat hinter mir."

"Er war noch nicht in der Box gewesen. Er war nicht nah dran, aber auch nicht weit weg. Wenn wir noch ein bisschen langsamer gefahren wären, hätte er mich angreifen können. Aber Carlos hat die Pace dann angezogen und alles war in Ordnung."

Teamorder für McLaren-Piloten kein Thema

Sainz bestätigt auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com, dass eine Teamorder in dem Sinne nie zur Debatte stand. "Ich hatte immer die Pace um wegzufahren, wenn ich es musste", beteuert er. "Wir wollten nur beide Autos am Ende noch auf guten Reifen haben, deshalb habe ich die Pace gemanagt."

"Wann immer Ricciardo näher an Lando herankam, hat uns das Team angewiesen schneller zu fahren und uns eine Zielzeit gesetzt. Und diese Zeiten bin ich gefahren. Es war einfach ein kontrolliertes Rennen. Ich bin am Ende noch eine 1:34.6 Minuten gefahren. Das war der Beweis, dass ich nur verwaltet habe."

Kurz nach dem Funkspruch von Norris nahm dessen Rennen jedoch eine unerwartete Wendung. Zunächst verbot ihm der Kommandostand den Einsatz des DRS. Nicht etwa, um ihn von Sainz fernzuhalten. "Ich bekam etwa 30 Runden vor Schluss einen DRS-Defekt", sagt Norris.

Norris nach Hydraulik-Defekt kampfunfähig

Der Ausfall der Überholhilfe war im Grunde kein Problem, stand doch ohnehin kein Kampf gegen den Teamkollegen auf dem Programm. Doch für Norris sollte es wenig später noch dicker kommen. Ein Hydraulik-Fehler begann seinen MCL34 nach und nach lahmzulegen. "Die Schaltvorgänge waren schrecklich. Dann fiel die Servolenkung aus, das Differential fing an zu spinnen und ich verlor die Traktion", beschreibt er die Symptome.

Den Anschluss an Sainz verlor er nach dem Eintreten der ersten Auffälligkeiten relativ schnell. "Die Lenkung wurde immer schwerfälliger und es wurde langsam zu einem Problem. Vor allem in Kurve elf, wo du die Servolenkung doch brauchst", sagt er. Mit viel Luft nach hinten sah es lange Zeit noch danach aus, als könne er den siebten Platz retten.

Mit dem Beginn der letzten Runde hatten die Verfolger ihn letztendlich doch eingeholt. Ricciardo, Räikkönen und Hülkenberg fielen über den waidwunden McLaren her. In Kurve acht drückte sich Ricciardo vorbei, Norris ging in der darauffolgenden Kurve weit wurde vom siebten auf den zehnten Platz durchgereicht.

Norris verliert Platz sieben in der letzten Runde

"Es war unglücklich, dass Lando in der letzten Runde die Positionen verloren hat. Aber er und die Ingenieure haben sich sehr gut durch die zweite Rennhälfte gekämpft, nachdem ein Hydraulikdefekt sein Getriebe, die Bremsen und die Lenkung beeinträchtigte", sagt McLaren-Teamchef Andreas Seidl.

Durch die Bestrafung von Ricciardo rückte Norris letztendlich noch auf den neunten Platz vor. Die Szene mit dem Australier sah er allerdings gar nicht so streng wie die Stewards. "Ich weiß nicht einmal wo er war. Ich wollte kontern und dann ging mir der Platz aus", nimmt er den Ausritt in Kurve neun auf die eigene Kappe. "Ich habe versucht nach innen zu ziehen und dann das Heck verloren."

Den eigenen Fehler gibt er zwar unumwunden zu, dass es überhaupt so weit kommen konnte lag schlussendlich aber am verhängnisvollen Defekt: "Das waren viele Probleme die nicht schön sind und uns am Ende Platz sieben gekostet haben. Es ist frustrierend, denn es wäre nett gewesen als Team die Positionen sechs und sieben zu haben. Ich denke, das haben wir dieses Wochenende verdient."


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