Formel 1

Formel 1 Monaco: Hamilton stichelt nach Chaos gegen Ferrari

Lewis Hamilton belehrt Ferrari nach dem verpatzten Formel-1-Qualfiying der Scuderia in Monaco. Zu riskant. Red Bulls Helmut Marko dagegen hat Mitleid.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Das völlig verwachste Qualifying der Scuderia Ferrari ist das dominierende Thema des Zeittrainings zum Monaco GP der Formel 1 2019. An die beiden Mercedes vorne und ihre erneut neuen F1-Rekorde hat man sich inzwischen eben gewöhnt.

Auch im Silberpfeillager selbst hat man daher neben dem Blick auf den eigenen Glanz Zeit für einen Blick zum eigentlich großen Rivalen. Im Fall des Weltmeisters ist dieser ein besonders kritischer. "Das ist nur schlechte Vorbereitung", stichelt Lewis Hamilton gegen Ferraris völlig verwachstes Q1, das im Aus von Charles Leclerc gipfelte.

Lewis Hamilton: Mercedes plant von Q1 an durch

Bei Mercedes laufe das besser. "Wir setzen uns hin und sprechen viel über den Plan. Selbst bis wir im Q3 sind sprechen wir über die Timings und die Vorbereitungen. Es ist eine fortwährende Kommunikation. Das ist so wichtig. Wir haben da klasse Leute im Team, die keine Fehler machen", schildert Hamilton.

Und doch könne es hier und wieder mal eng werden. "Manchmal passiert es aber", so Hamilton. "Du hast eine Mindestzeit, die Knockout-Zeit, und prognostizierst, dass sich die Strecke um ein gewisses Maß verbessern wird und dann sagst du, 'du bist sicher'", schildert Hamilton den Prozess im Q1 und Q2 eines Qualifying in der Formel 1.

Hamilton: Mercedes nimmt nie so viel Risiko

"Auf meiner ersten Runde meinten sie, 'du bist sicher, aber kannst draußen bleiben und nachlegen'. Ich habe dann entschieden, draußen zu bleiben, um meine Zeit zu verbessern und zu sehen, ob sich die Strecke verbessert hat", so Hamilton über den Mercedes-Ansatz in Monaco, um genau das zu vermeiden

"Ich würde nicht in der Garage sitzen wollen [wie Leclerc, der allerdings stand], wenn es auf der Kippe steht, ob wir rausfallen könnten oder nicht. Sie [Ferrari] entschieden, es zu riskieren", kritisiert Hamilton Ferrari. "Wir nehmen nicht wirklich auch nur irgendwelchen Risiken in Kauf." Kein schlechter Punkt. Von Mercedes kennt man das tatsächlich kaum, von Ferrari dagegen sehr viel mehr. Etwa in Baku. Dort brauchte Ferrari Vettel und Leclerc mit Medium in Q2 in Turbulenzen.

Wolff vermutet: Ferrari wollte Reifen sparen

Mercedes-Teamchef Wolff lässt mehr Milde walten als sein Fahrer. "Diese Dinge passieren. Einen zweiten Satz der Softs im Q1 zu benutzen, straft doch. Dann fehlt dir ein Satz für Q2. Ich denke, das war da ihre Überlegung. Aber dann wurde die Strecke viel besser als sie erwarteten", sagt Toto Wolff.

Ferrari selbst nennt ersten Punkt nicht, aber den zweiten. Und einen anderen: "Einerseits haben wir die Cutoff-Zeit falsch eingeschätzt", so Ferrari-Teamchef Mattia Binotto in einer eigens einberufenen Pressekonferenz. Geplant wird auch bei Ferrari also auch in Q1 durchaus. "Zudem gibt es immer eine Sicherheitsmarge", so Binotto. "Diese war hier sicherlich nicht groß genug." Einmal, weil man die Entwicklung der Strecke unterschätzt habe - und den Zugewinn des in Monaco so wichtigen Vertrauen des Fahrers mit jeder Runde.

Helmut Marko: Mitleid statt Kritik für Ferrari

Zumindest diesen Punkt lässt dann auch Hamilton ein Stück weit gelten. "Ich weiß nicht, was Ferrari da genau gemacht hat. Ich habe nur Sebastian gesehen, das ist sehr einfach hier", so Hamilton über diverse Streicheleinheiten Vettels für die Leitplanken. "Es ist hier immer auf der Kippe, dann macht man mehr Fehler. Und wenn dein Auto nicht die Pace hat, dann pushst du mehr und machst mehr Fehler", erklärt der Polesitter.

Im Lager des anderen Hauptkonkurrenten klingt unterdessen keine Kritik, doch genauso schmerzliches Feedback zum Ferrari-Qualifying durch. "Es geht so schnell. Die Strecke ist derartig viel schneller geworden. Und ist das in Australien auch passiert, glaube ich. Ich habe da nur Mitleid mit ihnen. Das kann passieren", so Red-Bull-Berater Dr. Helmut Marko im Interview mit Motorsport-Magazin.com.


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