Formel 1

Formel 1, Monaco: Verstappen im Q3 von Ricciardo ausgebremst

Max Verstappen war nach Startplatz drei im Monaco-Qualifying zufrieden. Dr. Helmut Marko hatte mehr erwartet. Daniel Ricciardo verhagelt letzten Q3-Run.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Im Formel-1-Qualifying in Monaco zauberte Max Verstappen sogar ein dritter Platz ein Lächeln ins Gesicht. Kein Wunder, war es in fünf Jahren Formel 1 doch das erste Mal, dass der Niederländer im Fürstentum so weit vorne landete und sich nicht schon am Samstag das Rennen verbaute. Ganz perfekt lief es trotzdem nicht: Ex-Teamkollege Daniel Ricciardo kam ihm im Q3 in die Quere.

"Insgesamt haben wir einen guten Job gemacht. Wir hatten schon zu Beginn des Wochenendes gespürt, dass wir hier nicht so stark wie letztes Jahr sind. Aber für mich war es ein gutes Qualifying. Es war mein fünftes Qualifying hier, aber eigentlich bin ich nur drei davon gefahren. Von daher ist es ziemlich gut", freut sich Verstappen über den dritten Startplatz.

In den vergangenen Jahren war Verstappen mehrmals der zweite Abschnitt der Schwimmbad-Passage zum Verhängnis geworden. 2016 hatte er den Red Bull im Q1 am Kurvenausgang in die Leitplanke gestopft. Vergangenes Jahr wiederholte er exakt denselben Fahrfehler im 3. Freien Training und trat daraufhin nicht im Zeittraining an.

Verstappen abgeklärt: Monaco 2018 war kein Tiefpunkt

Der Fahrfehler vor zwölf Monaten war das Ende einer Serie von Unfälle und Kollisionen, welche Verstappen zu Anfang der Saison 2018 viel Kritik einbrachte. Der 21-Jährige freut sich zwar besonders über das gute Qualifying in Monaco, mit der Krise im Vorjahr hat das aber nichts zu tun.

"Nein, und ich denke auch nicht, dass das der Tiefpunkt meiner Karriere war. Diese Dinge passieren leider. Natürlich hatten wir letztes Jahr die Chance zu gewinnen. Aber manchmal muss es etwas mehr weh tun, damit du ein besserer Fahrer wirst. Und genau das ist letztes Jahr passiert", sagt Verstappen ganz abgeklärt.

Max Verstappen startet in Monaco hinter Lewis Hamilton und Valtteri Bottas - Foto: LAT Images

Verstappen überzeugt: Red Bull keine halbe Sekunde hinter Mercedes

Ganz abgeklärt setzte er im Q2 auch Mercedes unter Druck, als er sich vor Hamilton und Bottas an die Spitze setzte. "Meine Runde im Q2 war sehr gut. Die Reifen haben funktioniert. Wenn die Reifen hier arbeiten, macht das einen ziemlich großen Unterschied", sagt der fünfmalige Grand-Prix-Sieger.

Im Q3 fehlte ihm schlussendlich eine halbe Sekunde auf die Silberpfeile. Ein Rückstand, der für Verstappens nicht repräsentativ ist. "Ich denke nicht, dass uns eine halbe Sekunde fehlt. Wenn wir auf das ganze Wochenende schauen, haben uns zwei oder drei Zehntel gefehlt."

Doch woher kam dann der doch relativ große Abstand? "In meinem ersten Run im Q3 waren die Reifen in Kurve eins noch nicht ganz auf Temperatur. Dadurch habe ich Zeit verloren. Danach war die Runde relativ stabil, im Vergleich zum Q2 war sie nicht schlecht", erklärt er.

Ricciardo verhagelt Verstappens letzten Qualifying-Run

Letztendlich reichte ihm der erste Versuch im Q3 für den dritten Startplatz. Eine Verbesserung in der Schlussphase war für Verstappen nicht drin. "Ich hatte auf der Outlap meines letzten Runs Verkehr. Als ich die schnelle Runde begann, fühlten sich die Reifen einfach kalt an. Ich war dann sofort zwei Zehntel hinten und habe die Runde abgebrochen", so Verstappen.

Dr. Helmut Marko verriet am Mikrofon des ORF, dass ausgerechnet der Ex-Teamkollege seinem Schützling im Weg stand. "Max konnte sein Reifenaufwärmtempo nicht fahren, weil Ricciardo ihm in die Quere gekommen ist", so der Österreicher, der nach dem Q2 Hoffnung auf mehr hatte.

Dr. Helmut Marko erwartet Mercedes-Doppelsieg in Monaco

"Wir haben insgeheim schon mit Reihe eins gerechnet. Die Bottas-Zeit war im Bereich des Möglichen. In Sektor eins und drei haben wir verloren, das hat gefehlt", gibt Marko zu. Mit der Ausgangslage für das Rennen ist der Red-Bull-Berater dennoch zufriede: "Das passt."

Dass Verstappen am Sonntag den Red-Bull-Sieg Ricciardos aus dem Vorjahr wiederholen kann, hält er aber für unwahrscheinlich: "Mercedes wird morgen ein sehr gemächliches Tempo fahren und bei den Boxenstopps werden sie Gas geben. Und mit zwei Autos können sie alles gut abblocken. Vom Gefühl her wird es wieder ein Doppelsieg, wenn da vorne nichts Außergewöhnliches passiert."


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