Formel 1

Formel 1 China, Leclerc nervt sich selbst: Darf nicht passieren

Charles Leclerc scheitert im Qualifying der Formel 1 in Shanghai nur hauchdünn an Sebastian Vettel. Der Ferrari-Pilot geht hat mit sich selbst ins Gericht.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - "Fuck, ich habe Fehler gemacht. Come on Charles! Argh, scheiße. [...] Das war nicht gut genug für mich. Von meiner Seite, ich meine nicht das Auto. Das Auto war gut - ich hätte es besser machen sollen." So fluchte Charles Leclerc nach seinem Qualifying zum China GP 2019 der Formel 1 in Shanghai via Boxenfunk.

Dabei hatte der Ferrari-Pilot mit einem Blick auf das Ergebnis seine Sache gar nicht einmal so schlecht gemacht. Platz vier in der Startaufstellung für das Rennen morgen, bis auf 0,017 Sekunden zeitgleich mit Teamkollege Sebastian Vettel auf P3 und nicht mehr als drei Zehntel hinter der Pole Position. Die Zahlen eines kompletten Versagens sehen anders aus.

"Ich bin heute von mir selbst genervt!"

Dennoch ist Leclerc unzufrieden. Unzufrieden mit seiner Leistung. Daran hat sich auch nach dem Aussteigen nichts geändert. "Ich bin heute von mir selbst genervt", sagt Leclerc nach dem Zeittraining. "Ich habe mir in der letzten Runde einen Fehler geleistet. In den Kurven 12 und 13 bin ich ziemlich weit rausgekommen, hatte viel Untersteuern", schildert Leclerc die betreffende Situation genauer. "Das hätte mir nicht passieren dürfen!"

Doch schildert der Ferrari-Pilot das völlig ruhig. Komplett von der Rolle ist der Youngster also nicht, hat seinen Fokus nicht verloren. "So spielt das Leben eben manchmal", ergänzt er. Und schon ist die Sache abgehakt. Zumal Leclerc, abgesehen von dieser einen entscheidenden Szene, durchaus viel Positives über sein Qualifying in China zu berichten weiß.

Leclerc nach unsauberem Training im Qualifying endlich da

"Nach den ersten drei Trainings war ich noch ziemlich verloren, was mein Setup anging. Auch fahrerisch hatte ich da etwas zu kämpfen", sagt Leclerc. Denkt nach. "Nein, ziemlich viel sogar." Erfrischend ehrliche Worte. "Aber für das Qualifying haben wir dann ein paar Dinge geändert und es war viel besser, sodass ich insgesamt besser fahren konnte und auch Rundenzeit dabei herausgesprungen ist", freut sich Leclerc. "Wir waren dann näher dran. Das ist gut. Da bin ich ganz gut zurückgekommen."

Einzig das Ende trübt nun das Gesamtbild für den Mongeassen. "Es ist auch enttäuschend, denn heute war das Potential für mehr durchaus da. Die Top-3 waren auf jeden Fall locker drin. Insgesamt ist es einfach ein ziemlich unsauberes Wochenende für mich bislang."

Leclerc zwei Mal im Pech: Fragezeichen hinter Startstint

Doch das ist nicht allein auf den Fahrer zurückzuführen. Das halbe zweite Training verlor Leclerc, weil Ferrari die Kühlung seines SF90 hatte überprüfen müssen. Somit fehlten dem Monegassen wertvolle Runden - allerdings weniger für die Qualifying-Vorbereitung, sondern für das Rennen.

Hinter seine Performance im 1000. Grand Prix der Formel 1 am Sonntag selbst setzt Leclerc deshalb noch ein kleines Fragezeichen. Er hoffe natürlich auf eine starke Pace. "Aber ich konnte meinen Racerun nicht fahren, es wird also etwas knifflig für mich", fürchtet der 21-Jährige. "Ich werde aber natürlich das Bestmögliche versuchen."

Mercedes für Leclerc harter Gegner

Damit nicht genug. Im dritten Training hatte Ferrari Leclerc eigentlich noch die Gelegenheit geben wollen, einen Run mit viel Benzin zu fahren. Doch wieder funkte etwas dazwischen: der Unfall von Toro Rossos Alex Albon. "Für mich wird es im Rennen jetzt vor allem mit viel Sprit schwierig sein, denn ich konnte wegen der roten Flagge den Highfuel-Run nicht fahren", hadert Leclerc mit dem nächsten Griff ins Pech.

Gegen Mercedes werde es allerdings ohnehin, aber erwartet, schwierig. "Die zwei Mercedes sehen sehr stark aus", warnt Leclerc. "Aber wir hatten im Quali ein starkes Auto und ich sehe nicht, warum es das dann nicht auch im Rennen sein sollte."


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