Formel 1

Formel 1, Sainz angestachelt von McLaren-Form: Attacke auf alle

McLaren zählt zu den größeren Überraschungen der noch jungen Formel-1-Saison. Carlos Sainz und Lando Norris wollen mehr. Finaler Pace-Prüfstein in China.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - McLaren, bei den Testfahrten bis auf zwei eingestandene Showrunden noch ziemlich unter dem Radar, hat sich zu Beginn der neuen Formel-1-Saison 2019 als eine der größeren Überraschungen im Mittelfeld erwiesen. Sowohl in Australien als auch in Bahrain fuhr Lando Norris den MCL34 ins Q3.

Sakhir brachte dem Briten auch im Rennen ein Top-Ergebnis, Teamkollege Carlos Sainz verpasste ein noch besseres Resultat nur wegen einer Kollision mit Max Verstappen. Mit dem Red Bull befand sich der Spanier dort sogar im direkten Infight. Der Aufschwung schien die nächste Höhe erreicht zu haben.

Sainz relativiert Bahrain-Augenhöhe mit Red Bull

Ganz so genial drauf sei McLaren real aber noch nicht, relativiert der Spanier nun vor dem Rennen in China. "Bahrain war ein merkwürdiges Wochenende für sie und ein extrem gutes für uns", ordnet Sainz die erstaunliche Augenhöhe mit den Bullen als Ausreißer ein. In Shanghai werde das schon wieder anders aussehen.

"China ist eine Strecke, auf der es auf die Vorderachse ankommt, in Bahrain war es die Hinterachse. Das hat uns in die Karten gespielt", erklärt Sainz. "Denn wir wissen, dass wir mit Strecken, auf denen es über die Vorderachse geht, wie hier, ein paar Probleme hatten, an denen wir arbeiten müssen." Es könne sehr hart werden, stimmt Norris zu. Zumal er die Strecke kaum kenne, sich erst eingroven müsse.

China GP finaler Härtetest für McLaren

Doch wenn McLaren diesen letzten Prüfstein überwinde, werde er uneingeschränkt positiv denken, ergänzt wieder um Sainz. "Wenn wir es damit schaffen, hier in China dennoch stark zu sein, dann werde ich beginnen, das Gesamtbild positiver zu sehen. Denn das würde bedeuten, dass wir in Australien, Bahrain und China schnell waren, was alles sehr verschiedene Strecken sind", sagt Sainz.

Formel 1 2019: Brennpunkte vor dem China GP: (07:08 Min.)

Ähnlich sieht es Teamkollege Norris. Anders als Sainz fuhr der Brite zuletzt bereits die ersten zählbaren Lorbeeren des McLaren-Aufschwungs ein. Deshalb sei der Kampfgeist jetzt geweckt. "Wir wussten schon, dass Punkte gehen würden. Aber der Spirt ist jetzt besser als je zuvor!", schwärmt Norris vor dem Wochenende in Shanghai.

Sainz & Norris schwärmen: Es geht voran

An dessen Existenz zweifelt jedoch auch Sainz nicht. Immerhin wäre ein Angriff auf Red Bull sogar zu gut, um wahr zu sein. Doch schon allein, wie sehr McLaren dahinter das Mittelfeld aufmischt, stimmt zuversichtlich.

"Wenn ich nur die Punkte anschauen würde, wäre ich sehr frustriert. Aber ich bin sehr stolz darauf, wie das Team arbeite, wie schnell ich mich an das Auto gewöhnt habe und wie schnell wir einfach sind. Das gibt mir gutes Selbstvertrauen und mentale Stabilität. Die Punkte werden dann schon kommen. Nur zuverlässiger muss das Auto noch werden", so Sainz. "Diese Schwäche müssen wir noch verbessern."

McLaren: Achillesferse Zuverlässigkeit

Nach seinem Ausfall in Australien hatte Sainz bereits für Rennen zwei die zweite Power Unit einbauen müssen. In China bringt Renault nun erneut neue Motoren, insbesondere mit einer neu designten MGU-K, die auch beim Werksteam selbst zuletzt für Defekte gesorgt hatte. Funktioniert das Update, kann McLaren voll und ganz auf die Performance schauen.

Und die hat Sainz bis dato so richtig angestachelt. Seinen Angriff auf Max Verstappen etwa bedauere er deshalb trotz des Unfalls nicht. "Ich würde es sofort wieder versuchen, wenn ich nur die Chance dazu bekommen würde", sagt er. "Und ich denke, dass auch das Team sehr happy war, dass ich da mit dem Red Bull gekämpft habe. Denn sie erwarten, dass ich mit jedem kämpfe, wenn die Chance da ist. Wenn es ein Red Bull ist, dann umso besser! Das bedeutet nur, dass wir stark sind."

Sainz: Ein McLaren ruht sich nicht auf P6 aus!

Zurückstecken werde er jedenfalls keinesfalls, egal, wer vor ihm auftauche: "Wir sind auf P5 und bringen nur das Auto ins Ziel? Nein! Ich werde mit jedem den Kampf aufnehmen, wenn sich die Chance ergibt. Deshalb hat mich McLaren geholt, deshalb bin ich Formel-1-Fahrer geworden!" Zudem könne der Ansatz gerade in Woking kein anderer sein. "Wir sind McLaren! Wir sind nicht hier, um es uns auf P6 oder P7 im Rennen bequem zu machen!"


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