Formel 1

Formel 1, Testfahrten 2019: Schmerzen stoppen Magnussen

Kevin Magnussen beendete seinen Test am Dienstag in Barcelona vorzeitig. Den Haas-Pilot plagte sein Sitz. Testfahrer Pietro Fittipaldi musste spontan ran.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Für Haas verliefen die Formel-1-Testfahrten 2019 auch am Dienstag nicht nach Plan. Kevin Magnussen konnte nach technischen Problemen am Morgen in Barcelona erst spät ausrücken. Als der VF-19 einmal lief, zwickte es beim Fahrer. Am Nachmittag musste Magnussen seinen Test wegen einem Problem mit dem Sitz vorzeitig abbrechen. Entwicklungspilot Pietro Fittipaldi sprang ein.

"Ich saß mit dem Kopf zu weit vorne. Die Kopfstütze war zu weit vorne und ich konnte nicht richtig sehen", erklärt der Däne. Obwohl er das Problem schon nach den ersten Runden meldete, biss er sich zu 59 Runden und Platz drei im Klassement durch.

"Er hat es schon am Morgen gesagt, aber es anzupassen hätte zu viel Arbeit bedeutet. Er hat dann gesagt, dass er weitermacht", so Teamchef Günther Steiner gegenüber Motorsport-Magazin.com. "Aber an irgendeinem Punkt wurde es für ihn zu hart. Ich denke, sein Physio hatte Angst, dass die Schmerzen im Nacken größer werden und er das verschleppt. Das wollten wir vermeiden."

Formel 1 2019: Impressionen vom 1. Testtag in Barcelona: (8:28 Min.)

Magnussen steigt entnervt aus

Noch schwerwiegender als die eingeschränkte Sicht war die problematische Ergonomie im nicht optimal angepassten Sitz. "Wenn du so sitzt und dann bremst, ist es nicht einfach. Ich konnte so nicht mehr fahren", sagt Magnussen, der am Nachmittag selbst entschied, dass Schluss ist.

"Es wurde ihm zu unbequem und am Ende sagte er, dass es nervt und das Weiterfahren nicht mehr produktiv sein würde, da ihm der Nacken weh tut", so Steiner. Das Problem war beim Seat-Fitting im Werk offenbar durchgegangen.

"Als wir den Sitz angefertigt haben, haben wir nicht bemerkt, dass es ihn nach vorne drückt. Der Sitz ist zu weit hinten oder die Kopfstütze zu weit vorne", erklärt der Teamchef. "Das kann man nicht mal eben so beheben, das wäre zu unsicher. Wir müssen uns jetzt etwas einfallen lassen, damit er sich im Auto wieder wohl fühlt."

Balance passt, Zuverlässigkeit noch nicht

Abgesehen von diesem unerwarteten Problem war Magnussen mit seiner ersten Ausfahrt im VF-19 aber zufrieden. "Das Handling ist gut, ich habe ein gutes Gefühl für das Auto. Es ist stabil und konstant. Es ist berechenbar. Das ist etwas Positives, wenn du einsteigst und dich sofort zuhause fühlst. Wir könnten viel schlechter dastehen, als es der Fall ist", so der 26-Jährige.

Steiner ist allerdings darauf bedacht, die technischen Probleme der ersten beiden Tage schnellstmöglich auszuräumen. Nachdem am Montag bereits ein Problem mit der Benzinpumpe dazu führte, dass Romain Grosjean sein Auto am Streckenrand parken musste, hielt das gleiche Problem Magnussen am Dienstagmorgen lange Zeit in der Garage fest.

"Wir müssen uns verbessern, denn wir haben nur acht Testtage vor Melbourne und wir brauchen jede Minute davon", mahnt der Südtiroler. "Jedes Mal wenn du in der Garage bist und das Auto reparierst, kannst du nichts lernen. Aber darum geht es beim Testen. Lernen und das Auto verstehen."

Fittipaldi muss ran: Dachte wir nehmen ihn auf den Arm

Nachdem Magnussen seinen Tag beendet hatte, fuhr Pietro Fittipaldi noch 13 Runden - seine ersten bei diesem Test. Der Enkel von F1-Legende Emerson Fittipaldi wäre laut Fahrplan des Teams eigentlich erst am Mittwoch an der Reihe gewesen und war dementsprechend überrascht vom kurzfristigen Einsatz.

"Er dachte erst, wir nehmen ihn auf den Arm", lacht Steiner. "Wir mussten es ihm dreimal sagen. Er saß im Büro und dort sagen sie ihm auf einmal, mach dich fertig um das Auto zu fahren." Der 22-Jährige hatte nicht viel Zeit, um sich vorzubereiten.

"Wir haben es ihm eine halbe Stunde bevor er fahren musste gesagt. Das war alles gar nicht geplant", sagt Steiner. Zwar konnte Haas nicht das komplette Programm absolvieren, am Ende zeigte sich der Teamchef dennoch zufrieden mit der Schadensbegrenzung.

Haas-Teamchef zuversichtlich: Acht Tage inklusive Puffer

"Einen Teil haben wir erledigt, aber wir haben etwas zu spät begonnen. Wir müssen noch aufholen, aber in den acht Tagen hat man immer etwas Puffer. Hoffentlich können wir unser Programm bis Ende nächster Woche komplettieren."

Am Mittwoch soll es zügiger gehen, denn immerhin hat sich Fittipaldi auf das Auto einschießen können. "Der Sitz und die Pedale sind angepasst, wir haben alles erledigt. Er hat heute Nacht jetzt etwas, worüber er nachdenken kann, und morgen Früh sollte er vorbereitet sein um das Auto zu fahren", so Steiner.

Formel-1-Test Barcelona I, Tag 2: Ergebnis, Zeiten, Runden

Pos Fahrer Team Zeit Runden Reifen
1 Leclerc Ferrari 1:18.247 157 C3
2 Norris McLaren 1:18.553 104 C4
3 Magnussen Haas 1:19.206 59 C3
4 Albon Toro Rosso 1:19.301 132 C4
5 Giovinazzi Alfa Romeo 1:19.312 101 C4
6 Bottas Mercedes 1:19.535 89 C3
7 Gasly Red Bull 1:19.814 92 C3
8 Hülkenberg Renault 1:19.837 95 C3
9 Ricciardo Renault 1:19.886 28 C3
10 Hamilton Mercedes 1:19.928 74 C3
11 Stroll Racing Point 1:20.433 79 C3
12 Fittipaldi Haas 1:21.849 13 C3

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