Formel 1

Formel 1, Grosjean nach erstem Test: Haas besser als Vorgänger

Romain Grosjean strahlt nach der ersten Testfahrt in seinem neuen F1-Auto. Der Haas VF-19 liege ihm sofort besser als der Vorgänger. Ehrgeizige Ziele.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Haas-F1-Pilot Romain Grosjean beginnt 2019 auf einem Hoch. Nach dem ersten Tag der Formel-1-Testfahrten in Barcelona fand sich der Franzose nicht nur im Ergebnis auf einem ansehnlichen dritten Platz wieder, sondern strahlte auch mit der über dem Circuit de Barcelona-Catalunya untergehenden Sonne um die Wette.

Denn: Als der F1-Pilot kurz nach seinem ersten Tag zurück im 'Büro ' über seine ersten Fahreindrücke im neuen Haas VF-19 befragt wurde, hatte Grosjean nur positive Dinge zu vermelden. Er fühle sich in seinem neuen Formel-1-Renner bereits wohler als in dessen Vorgänger, so Grosjean. Und das trotz der neuen F1-Regeln 2019, welche die Aerodynamik im Vergleich zur Vorsaison beschnitten haben.

Haas-Balance passt: Grosjean aus dem Stand glücklich

"Die Balance war vergangenes Jahr nicht direkt stark, mit dem Update wurde das dann verbessert. Aber hier ist das Gefühl jetzt schon etwas besser als letztes Jahr", schwärmt Grosjean bei Motorsport-Magazin.com. "Das ist positiv, auch wenn wir mit Setup und Aero-Balance natürlich noch meilenweit weg sind. Aber es ist ja auch noch früh!"

Sein Team - für den Franzosen inzwischen ein großer Rennstall - habe im Winter jedenfalls einen guten Job gemacht, den Performanceverlust durch die neuen Aerodynamik-Regeln klein zu halten. "Das Auto verhält sich echt gut", lobt Grosjean. "Wir waren ja schon im Simulator bevor wir hier hergekommen sind - da war es schon okay. Und hier machen wir so weiter. Ja, es ist noch früh und es wird auch noch viel passieren. Aber es fühlt sich gut an."

Grosjean-Dreher am Morgen: Reifentemperatur zu niedrig?

Einen gewaltigen Unterschied gegenüber 2018 fühlt der Franzose also nicht. Wenn, dann falle der sogar zum Positiven aus. "Mit dem breiteren Frontflügel hat es sich etwas verändert, wie wir die Strömungen kontrollieren. Aber ich bevorzuge es auf diese Weise jetzt", sagt Grosjean auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com. "Die Charakteristik ist aber recht ähnlich geblieben und wir haben eine echt gute Plattform."

Formel-1-Autos 2019 im Technik-Check: Haas VF-19: (11:59 Min.)

Darauf müsse Haas jetzt konsequent aufbauen. "Entwicklung wird gerade zu Jahresbeginn der Schlüssel sein. Es sind ja neue Regeln", erinnert Grosjean an die unter diesen Umständen potentiell immer größeren Fortschritte. Schlecht, wenn man dann das Programm nicht zu hundert Prozent auf den Asphalt bekommt: Am Morgen etwa hatte es Grosjean erwischt. Dreher in Kurve drei. Also doch nicht so toll das Fahrgefühl direkt aus der Box heraus?

Nein. "Wir [auch Vettel und Räikkönen drehten sich, Anm. d. Red.] haben uns da aber alles auf der Outlap gedreht", verteidigt der Franzose seinen kleinen Fauxpas. "Wir hatten neue Reifen aus den Heizdecken und das geht dann nicht wenn die Strecke nur vier Grad hat. Ich weiß nicht, warum wir die Temperaturen da so niedrig hatten in den Heizdecken. Das macht es dann knifflig".

Grosjean: Haas 2019 einen Platz besser als 2018

Doch auch abseits dessen lief der Morgen für Haas nicht komplett glatt. "Wir hatten ein paar Probleme und sind nicht so viel gefahren wie wir wollten", gesteht Grosjean. Immerhin gelang es, das in der zweiten Session größtenteils zu kompensieren. Grosjean: "Die Jungs haben über Mittag aber einen guten Job gemacht, sodass wir ein paar tolle Runden am Nachmittag hingegen konnten."

Für die Saison 2019 hat Grosjean nun - oder schon vor diesem Testtag - ein klares Ziel gefasst. "Die Ambition muss sein, besser zu sein als im vergangenen Jahr", sagt der Franzose über die Teamwertung. Das würde bedeuten: Platz vier. Doch Grosjean träumt sogar noch von etwas mehr: "Die ID dieses Team war es bisher, immer besser zu sein als im vergangenen Jahr - plus eins!"

Ziel diese Hoffnung dann aber nicht. "Das haben wir bisher geschafft. Aber das heißt nicht, dass es diese Saison wieder besser ausgehen muss", mahnt er. Viel wichtiger: Die Saison von Anfang bis Ende auf einem hohen Level durchziehen. Das blieb Haas und auch Grosjean als Fahrer 2018 verwehrt. "Wir dürfen einfach nicht wieder anfangen, in Australien Räder zu verlieren. Oder uns hinter dem Safety Car zu drehen", sagt Grosjean mit einem Zwinkern über einige der erinnerungswürdigsten Patzer des Vorjahres.

Formel-1-Test Barcelona I, Tag 1: Ergebnis, Zeiten, Runden, Reifen

Pos Fahrer Team Zeit Runden Reifen
1 Vettel Ferrari 1:18.161 169 C3
2 Sainz McLaren 1:18.558 119 C4
3 Grosjean Haas 1:19.159 65 C3
4 Verstappen Red Bull 1:19.426 128 C3
5 Räikkönen Alfa Romeo 1:19.462 114 C3
6 Kvyat Toro Rosso 1:19.464 77 C4
7 Perez Racing Point 1:19.944 30 C3
8 Bottas Mercedes 1:20.127 69 C2
9 Hamilton Mercedes 1:20.135 81 C2
10 Hülkenberg Renault 1:20.980 65 C2
11 Ricciardo Renault 1:20.983 44 C2

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