Formel 1

Formel-1-Testfahrten 2019: Vettel dominiert Tag 1 in Barcelona

Sebastian Vettel sichert Ferrari am ersten Tag der Formel-1-Testfahrten in Barcelona die Bestzeit. Dreher von Kimi Räikkönen, viel Action auf der Strecke.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 ist heute mit dem ersten Tag der Testfahrten in Barcelona offiziell in die Saison 2019 gestartet. Teams und Fahrer wurden auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya von herrlichstem spanischen Winterwetter empfangen. Vor allem die Top-Teams Mercedes, Ferrari und Red Bull zeigten mit einem extremen Testpensum auf.

Nachdem mit Alfa Romeo, Haas und Racing Point die letzten drei Autos des Jahrgangs 2019 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden, überraschten die Teams am ersten Testtag mit beeindruckend schnellen Rundenzeiten. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel markierte am Ende klar die Bestzeit.

Das Ergebnis: Nach acht Stunden wies Vettel vier Zehntelsekunden Vorsprung auf Carlos Sainz auf. Der Ferrari-Pilot fuhr seine schnellste Runde am Vormittag auf dem gelb markierten Medium-Reifen. Der Spanier hingegen fuhr erst eine halbe Stunde vor Schluss auf einem der rot markierten, weicheren Reifen seine schnellste Zeit.

Romain Grosjean landete auf dem dritten Platz. Der Haas-Pilot büßte eine Sekunde auf die Bestzeit ein, fuhr allerdings wie Vettel auf dem Medium-Reifen. Max Verstappen landete im Red Bull drei Zehntel auf der gleichen Reifenmischung auf Position vier.

Kimi Räikkönen, Daniil Kvyat und Sergio Perez durchbrachen ebenfalls die 1:20er-Marke. Damit waren sieben Piloten bereits schneller als die Bestzeit des ersten Testtages 2018, als Daniel Ricciardo im Red Bull eine Zeit von 1:20.179 Minuten fuhr.

Komplettiert wurde das Klassement von Valtteri Bottas und Lewis Hamilton, die sich den Testtag bei Mercedes brüderlich teilten, gefolgt vom Renault-Duo Nico Hülkenberg und Daniel Ricciardo, die ebenfalls Arbeitsteilung betrieben.

Formel-1-Test Barcelona I, Tag 1: Ergebnis, Zeiten, Runden

Pos Fahrer Team Zeit Runden Reifen
1 Vettel Ferrari 1:18.161 169 C3
2 Sainz McLaren 1:18.558 119 C4
3 Grosjean Haas 1:19.159 65 C3
4 Verstappen Red Bull 1:19.426 128 C3
5 Räikkönen Alfa Romeo 1:19.462 114 C3
6 Kvyat Toro Rosso 1:19.464 77 C4
7 Perez Racing Point 1:19.944 30 C3
8 Bottas Mercedes 1:20.127 69 C2
9 Hamilton Mercedes 1:20.135 81 C2
10 Hülkenberg Renault 1:20.980 65 C2
11 Ricciardo Renault 1:20.983 44 C2

Die Fleißtabelle: Mindestens beeindruckend wie die Rundenzeiten waren die Testprogramme der Teams. Vettel spulte im Ferrari SF90 im Alleingang 169 Runden ab, was zweieinhalb Renndistanzen auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya entspricht.

Verstappen war mit 128 Umläufen im Red Bull RB15 ebenfalls fleißig. Die Mercedes-Piloten kamen in Kombination auf 150 Runden, wovon Weltmeister Hamilton mit 81 den größten Anteil stemmte. McLaren durfte sich mit 119 Runden ebenfalls über einen produktiven ersten Testtag freuen. Renault kam auf 109 Runden.

Das geringste Pensum spulte Racing Point ab. Bei der Premiere des neuen Boliden fuhr Sergio Perez lediglich 30 Runden. Williams ging wie angekündigt gar nicht auf die Strecke und sagte obendrein auch den Dienstag ab, da der FW42 nicht rechtzeitig fertig wird.

Die Zwischenfälle: Für den ersten Aufreger sorgte Räikkönen, der auf seiner ersten Outlap mit dem Alfa Romeo C38 keine fünf Kurven weit kam. Bei am Morgen noch sehr kühlen Temperaturen flog der Iceman schlichtweg ab und fuhr sich im Kiesbett fest. Für die Bergung des Autos wurde die erste Rotphase an diesem Tag ausgerufen.

Ebenfalls auf Abwegen war Grosjean, der bei der Einfahrt in Kurve drei die Kontrolle über seinen Haas verlor. Gleiche Stelle, gleiche Welle für den Franzosen, der in eben dieser Passage 2018 in der Startrunde einen heftigen Crash auslöste. Diesmal war kein Konkurrent zum aufsammeln in der Nähe. Grosjean konnte sich aus eigener Kraft aus dem Kiesbett befreien.

Vettel drehte sich wenig später beim Herausbeschleunigen aus Turn 15, blieb aber auf dem Asphaltband und konnte problemlos weiterfahren. Hülkenberg verbremste sich bei der Einfahrt in Turn 13 und musste die alte Streckenvariante nehmen. Während des Vormittags stieg die Streckentemperatur, sodass die Piloten im weiteren Verlauf mit dem Grip keine Probleme mehr hatten.

Drei weitere Unterbrechungen gab es aufgrund technischer Defekte. Nach zwei Stunden rollte Grosjean mit einem Benzindruck-Problem im letzten Sektor aus. Der Haas musste zurück an die Box geschleppt werden. Am Nachmittag verreckte Sainz bei einer Startübung am Boxenausgang der McLaren. Auch hier musste für die Bergung kurz neutralisiert werden. Der Rest des Tages verlief ruhig - bis Räikkönens Alfa mit der Schlussminute an der Boxenausfahrt ausrollte.

Formel 1 2019: Was bedeutet Vettels starker Testauftakt?: (07:52 Min.)


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