Formel 1

Formel 1, Räikkönens erster Alfa-Test: damit kann ich arbeiten

Kimi Räikkönen beginnt seine erste Formel-1-Testfahrt im Alfa Romeo mit einem Abflug. Abgehakt. Iceman und Teamchef für die F1-Saison 2019 zuversichtlich.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Kaum das erste Mal auf der Strecke, da verlangte es auch schon erstmals Qualitäten aus seinen Rallye-Jahren: Kimi Räikkönen begann die Formel-1-Testfahrten 2019 in Barcelona mit seinem neuen Team Alfa Romeo Racing gleich einmal mit einem Dreher und strandete Kiesbett. Kurz ein bisschen peinlich berührt dreinschauen, Mundabwischen und gleich weiter.

Große Folgen in Form von Schäden oder viel verpasster Fahrzeit hatte der kleine Fauxpas zum Auftakt für den Iceman und seine neue Truppe also nicht. Am Tagesende hatte Räikkönen somit dennoch stolze 114 Runden abgespult, übertroffen nur von Mercedes, Ferrari, McLaren und Red Bull. Zudem erzielte der Finne die fünftschnellste Zeit beim Testauftakt.

Kimi Räikkönen: Das passierte beim Dreher

Sein erstes Fazit trägt der Weltmeister von 2007 erstaunlich ausführlich vor: "Generell sehr gut. Natürlich habe ich gleich mal mit dem Dreher losgelegt. Aber das passiert dir eben im Winter mal mit den rutschigen Bedingungen im Kühlen. Abgesehen davon lief aber alles glatt, das Auto fühlte sich gut an. Das war sehr positiv und ich denke, dass die Jungs über den Winter sehr gute Arbeit geleistet haben. Wir haben ein Auto, mit dem wir arbeiten können. Es ist noch früh, aber so weit, so gut."

Formel-1-Test Barcelona I, Tag 1: Ergebnis, Zeiten, Runden, Reifen

Pos Fahrer Team Zeit Runden Reifen
1 Vettel Ferrari 1:18.161 169 C3
2 Sainz McLaren 1:18.558 119 C4
3 Grosjean Haas 1:19.159 65 C3
4 Verstappen Red Bull 1:19.426 128 C3
5 Räikkönen Alfa Romeo 1:19.462 114 C3
6 Kvyat Toro Rosso 1:19.464 77 C4
7 Perez Racing Point 1:19.944 30 C3
8 Bottas Mercedes 1:20.127 69 C2
9 Hamilton Mercedes 1:20.135 81 C2
10 Hülkenberg Renault 1:20.980 65 C2
11 Ricciardo Renault 1:20.983 44 C2

Sein neuer Teamchef Frederic Vasseur stimmt dem vollumfänglich zu: "Es war ein großartiger Tag mit dem Launch am Morgen und dem ersten Test. Zu diesem Teilpunkt ist noch keiner Weltmeister. Wir haben einen ziemlich guten Job gemacht, finde ich. Wir hatten keine Zuverlässigkeitsprobleme und wir eine tolle Pace auf der Strecke. Mit dem ersten Tag können wir zufrieden sein."

Alfa-Teamchef: Auf die Gegner schauen wir noch 21 Rennen

Performance sei zu diesem frühen Zeitpunkt ohnehin noch völlig irrelevant, meint der Franzose. "Wir müssen einfach auf unseren Job fokussiert sein und uns jetzt noch nicht mit den anderen vergleichen. Das machen wir noch 21 Rennen lang!", erklärt Vasseur, immer gut für kleine Metzchen.

Ausgerechnet Räikkönen ist da schon mehr zu entlocken. Zum Beispiel zum Vergleich mit den Formel-1-Autos des Vorjahres. 2019 kommt die F1 bekanntlich daher mit deutlich beschnittener Aerodynamik. Für den Finnen jedoch ist davon zwar etwas zu spüren, aber nichts, was dramatisch wäre. Viel schlechter habe sich das Auto nicht verhalten, so Räikkönen, der nicht nur den Vergleich zum Vorjahres-Ferrari kennt, sondern auch zum Sauber. Den hatte er noch in Abu Dhabi einen Tag lang getestet.

Räikkönen: Rundenzeit kommt leicht

Räikkönen zu Motorsport-Magazin.com: "Es fühlt sich alles normal an. Ich habe ja Ende letzten Jahres das alte Auto getestet, den Sauber. Jetzt ist er ein Alfa und ist ein großer Schritt. Die Rundenzeit kommt aber leicht, damit bin ich sehr happy. Es fühlte sich ziemlich positiv an. Wir haben aber noch nicht direkt unfassbar viel mit dem Auto versucht, nur hier und da ein paar Dinge gemacht."

Erschwert wurde Räikkönens erster echter Arbeitstag im Auto durch den Umstand des neuen Teams um ihn herum nur marginal, berichtet der älteste Fahrer der Startaufstellung. "Es gibt immer was zu lernen, wenn du eine neue Gruppe an Leuten hast und ein neues Team. Aber wir arbeiten jetzt schon eine Zeit und heute lief fast alles sauber. Es war ein ziemlich normaler Tag, ich fühle mich da nicht so anders", sagt Räikkönen.

Räikkönen: Alfa Romeo vs. Ferrari - der Vergleich

Ein Vergleich zu Ferrari also. Alfa Romeo sei da zwar kleiner, müsse sich aber nicht verstecken. "Es ist ein anderes Team, aber ich denke nicht dass es schlechter oder besser ist. Es gibt immer ein paar Zweifel wenn du wechselst, dass es schwierig werden könnte. Aber das hier ist eine klasse Gruppe von Menschen. Nicht so groß wie bei meinem vorherigen Team, aber alles läuft schon. Es macht Spaß hier!"

Genauso neu ist Alfa Romeo für Antonio Giovinazzi. Der Italiener greift am Dienstag zum ersten Mal ins Lenkrad des C38 - die Tradition der alten Sauber-Typenbezeichnungen mit dem C für Christiane (Frau von Peter Sauber) führt das Team also auch unter dem neuen Namen Alfa Romeo Racing fort, wie das Team am Morgen bei der Präsentation abschließend klarstellte.

Giovinazzi kann seinen ersten Tag nach dem erfolgreichen Auftakt um Räikkönen nun kaum mehr erwarten. "Aber jetzt ist es ja fast Zeit, im Auto zu sein. Heute war ein sehr positiver Tag, ein echt wichtiger Tag für Alfa Romeo Racing. Kimi hat gesagt, es war positiv. Ich freue mich also auf morgen", so der Italiener, am Abend des ersten Testtags neben Räikkönen und Vasseur schon bei einem groß angelegten Medientermin des Teams vor Ort.

Formel 1 2019 Launches & Testfahrten im Überblick: (27:33 Min.)


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