Formel 1

Formel 1: Haas verzichtet auf Protest gegen Urteil - Nachspiel?

Das Haas F1 Team legt keinen Einspruch gegen das Steward-Urteil aus Abu Dhabi zur Causa Force India ein. Der Ärger ums Preisgeld könnte damit erst losgehen.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Kein Einspruch von Haas F1 gegen das Urteil der FIA-Stewards aus Abu Dhabi in der Causa Racing Point Force India. Wie der Rennstall am Dienstag nach dem Formel-1-Rennwochenende bekannt gab, verzichtet das US-Team auf einen Protest gegen die Entscheidung von Samstag, die die Boliden des Konkurrenten für legal erklärt hatte.

96 Stunden hatte Haas nach einer Absichtserklärung eines möglichen Einspruchs unmittelbar nach der Urteilsverkündung am Samstag Zeit zur Prüfung gehabt, ob es tatsächlich weitere Mittel einlegen will. Jetzt hat sich der Rennstall also dagegen ausgesprochen.

Darum hatte Haas gegen Force India protestiert

Protestiert hatte Haas zuvor mit Argument, Racing Point Force India habe seine Autos nicht selbst konstruiert. Genauer gesagt ging es um sogenannte 'Listed Parts', die der Neueinsteiger von seinem Vorgänger Sahara Force India wider das Reglement übernommen hätte.

Dem widersprachen die Stewards in ihrem Urteil von Samstag jedoch. Sahara Force India sei durch seinen kompletten Rückzug aus der Formel 1 zur Saisonmitte nicht länger ein offizieller Wettbewerber in der Formel 1 gewesen, deshalb kein konkurrierender Konstrukteur, sodass Racing Point sämtliche Teile durchaus übernehmen durfte.

Urteil bringt Haas wichtigen Befund zur Racing-Point Lizenz

Mit dem Urteil einher ging jedoch ein für Haas entscheidender Nebenaspekt: Das US-Team erhielt so eine Bekanntmachung offizieller Seite, wonach es sich bei Racing Point um eine hundertprozentig neue Einheit, völlig losgelöst von seinem Vorgänger Sahara Force India handelt. Diese Klarstellung ist deshalb so wichtig, weil es Haas nie darum ging, speziell dem Konkurrenten Force India zu schaden, sondern vielmehr um einen seit Monaten schwelenden Streit um das Preisgeld in der Formel 1.

Haas sieht nicht ein, warum Racing Point sofort den sogenannten Grundstock an Zahlungen, die Antrittsgelder, erhalten soll. Hintergrund: Neueinsteiger müssen sich in der Formel 1 ihren Platz und die entsprechenden Ausschüttungen zunächst 'verdienen', erhalten deshalb in den ersten beiden Jahren noch kein Geld. Genauso wurde auch beim Formel-1-Einstieg von Haas F1 im Jahr 2016 verfahren. 2016 und 2017 kam Haas noch nicht in den Genuss der Preisgelder, erst 2018.

Haas: Warum bekommt Racing Point sofort Preisgeld, wir nicht?

Deshalb wollen die Amerikaner nun ein gleiches Verfahren im Fall Racing Points in dessen ersten beiden Jahren - oder zumindest seitens FIA und kommerziellem Rechtehinhaber Liberty Media eine plausible Erklärung auf Basis des Reglements, warum die Zahlung an Racing Point erfolgt. Dazu sei es bis dato jedoch nie gekommen, berichtete Haas-Teamchef Günther Steiner am Wochenende.

Zuvor hatte sich Steiner einmal mehr mit den Verantwortlichen getroffen - erneut ohne Resultat, weshalb Haas dann zu dem Protest aus eigentlich ganz anderem Grund als letztes Mittel griff. Offenbar nur ein Mittel zum Zweck, verfügt Haas durch das Steward-Urteil aus Abu Dhabi nun erstmals über eine handfeste Entscheidung, dass es sich bei Racing Point formal eindeutig um einen Neueinsteiger handelt. Während der Protest um die Legalität der Boliden durch den Verzicht auf Einspruch nun komplett ad acta gelegt ist, könnte es in Sachen Preisgeld also erst so richtig losgehen.


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