Formel 1

F1, Norris qualifiziert Alonsos Auto: Startplatz vor Red Bull

McLaren lag im Russland-Training weit zurück. Youngster Norris sorgt für einzigen Erfolgsmoment: Alonso mit Sitzfleisch eine bessere Startposition erobert.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - McLaren landete am Freitag in Russland auf dem Boden der Tatsachen - mal wieder. In den Trainings waren Fernando Alonso, Stoffel Vandoorne und auch Freitagsfahrer Lando Norris relativ weit hinten zu finden. Der Aufschwung von Singapur verpuffte auf dem Sochi Autodrom wie erwartet, weshalb sich das Team schon vor dem Start ins Wochenende für einen Motorwechsel bei Alonso entschied.

"Wir haben für dieses Wochenende entschieden die Power Unit von Fernandos Auto zu wechseln und die Strafe in Kauf zu nehmen", so McLarens Sporting Director Gil de Ferran. Da auch Red Bull und Toro Rosso in Sotschi so entschieden, fand der spannendste Moment für das Team mehr oder weniger schon vor dem Beginn des ersten Trainings statt.

"Fernandos Auto musste am Morgen als erstes aus der Boxengasse fahren, um so das erste der Autos mit einer Strafe zu sein und damit sicherzustellen, dass es vor den anderen mit Strafen belegten Autos startet", so der Brasilianer. Diesen Job erledigte letztendlich Lando Norris, der geschlagene 20 Minuten vor Beginn der Session schon in Alonsos Boliden am Ende der Boxengasse auftauchte.

"Er hat 20 Minuten am Ende der Boxengasse gewartet und damit für mich ein paar Positionen gutgemacht. Ich bin mit seinem Job heute echt zufrieden", so Alonso mit einem Augenzwinkern. "Danke an alle im Team, die heute Morgen in der Garage diese kleine aber wichtige Aufgabe erfüllt haben", zeigt de Ferran sich ebenfalls zufrieden. Tatsächlich sollten sich die Erfolge McLarens an diesem Freitag aber auch auf Norris' Sitzblockade beschränken.

Alonso: Sotschi nach Monza und Spa schwierigste Strecke für McLaren

Alonso landete im FP2 mit über zweieinhalb Sekunden abgeschlagen auf dem 17. Platz. Vandoorne verlor einen Rang dahinter weitere sechs Zehntel. "Wir wussten, dass es dieses Wochenende schwierig für uns werden würde und die Performance war mehr oder weniger wie erwartet", so Alonso, dessen Aussagen sich mittlerweile komplett mit denen aus der misslungenen McLaren-Honda-Partnerschaft decken.

"Nach Monza und Spa stellt diese Rennstrecke im Kalender die dritthöchsten Anforderungen was die Power angeht - und wir wissen, dass das für uns normalerweise ein schlechtes Zeichen für die Performance ist", so der 37-Jährige, der die Formel 1 zum Ende der Saison 2018 verlassen wird. "Das ist etwas, das wir versuchen zu verstehen. Deshalb haben wir unterschiedliche Setups probiert, um den Luftwiderstand zu verringern."

Analyse Russland GP: Q1 schon am Freitag!: (07:27 Min.)

Alonso glaubt nicht an McLaren-Wunder in Sotschi

Das für McLaren-Verhältnisse durchaus hervorragende Rennwochenende von Singapur, wo Alonso im Qualifying auf Platz elf und im Rennen auf Platz sieben landete, wird sich aber kaum wiederholen lassen. "Wir wissen, dass wir von einem aufs andere Wochenende keine Wunder vollbringen können", sagt Alonso, der gewohnt optimistisch hinzufügt: "Es wird hart, aber ich denke, dass Punkte hier immer noch drin sind."

Tatsächlich holte McLaren diese Saison die meisten seiner Punkte nicht mit bahnbrechender Performance. Viel mehr war es ein Zusammenspiel des Kommandostandes und einer von Fernando Alonso makellos ausgeführten Rennstrategie. "Wir haben heute ziemlich viel Reifenabbau gesehen. Deshalb sollten wir ruhig bleiben und für Sonntag eine gute Strategie auswählen", so der zweimalige Weltmeister.

Russland-Qualifying: Vandoorne mit Schützenhilfe von Alonso?

Angesichts seiner Startplatzstrafe spielt die Qualifying-Performance für ihn an diesem Wochenende ohnehin keine Rolle mehr. "Wir müssen das Auto für den Sonntag ordentlich vorbereiten, denn das Qualifying bedeutet für uns leider sowieso nichts mehr. Deshalb werden wir hoffentlich beim Fallen der Zielflagge näher an den Punkten sein."

Vandoorne wiederum kann ohne Grid Penalty mehr aus seinem Zeittraining machen. Alonso könnte sich am Samstag deshalb in den Dienst des Teamkollegen stellen, wie der Belgier schon nach dem Training andeutete. "Fernando und ich haben heute mit Windschatten experimentiert", so Vandoorne. "Alles was wir an Rundenzeit herausholen können, ist wichtig. Es ist aber noch zu früh um zu sagen, dass wir das im Qualifying auch machen werden."


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