Formel 1

Formel 1, Sainz nach Ericsson-Crash: DRS gefährlich, sollte weg

Carlos Sainz läuft nach dem heftigen Unfall von Saubers Marcus Ericsson in Monza Sturm gegen DRS. Die Formel 1 sollte es verbannen. Bei Defekt zu gefährlich
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Der heftige Unfall von Marcus Ericsson im Training zum Italien GP in Monza überschattete den ersten Tag des Wochenendes auf der Highspeedstrecke der Formel 1 schlechthin. Ende Start/Ziel war der Schwede einfach nach links in die Streckenbegrenzung abgebogen - mit offenem Heckflügel, wie schon im TV-Bild gut zu erkennen war.

Wenig später bestätigte Sauber das Naheliegende: Ein DRS-Defekt führte zu dem Crash. Immerhin: Marcus Ericsson verletzte sich trotz harten Ein- und mehrfachen Überschlags nicht. "Ich bin einfach froh, dass er in Ordnung ist", kommentierte Carlos Sainz wie auch einige andere Fahrer-Kollege erleichtert. Doch anders als die anderen Piloten war für Sainz damit nicht gut. Der Spanier nutzte die Gelegenheit für eine scharfe Kritik am Drag Reduction System in der Formel 1.

Sainz: Wenn DRS nicht schließt, ändert sich Auto komplett

"Dieses künstliche Teil, dieses DRS ist ein gefährliches Ding wenn es nicht funktioniert. Wenn es nicht schließt ändert sich das Auto komplett mit Balance und Bremsleistung", polterte Sainz. "Ich hoffe, die Formel 1 entwickelt sich so, dass es kein DRS für Überholmanöver mehr braucht."

Noch sei das jedoch zu seinem Bedauern der Fall. Sainz: "Ich denke, dass wir DRS heute brauchen. Denn sonst wäre Überholen unmöglich. Hoffentlich entwickeln sie eine andere Formel 1!" Was Sainz bei seiner Kritik recht gibt: Schon in Silverstone hatte es erst DRS-Abflüge gegeben. Dort hatte wegen einer speziellen Zone jedoch ein Sonderfall gegolten, das System manuell bedient werden müssen.

In der Schusslinie: DRS ersetzt Halo

Damit hat die F1 jetzt vielleicht einen altbekannten Lieblingsfeind – DRS wurde schon oft als viel zu künstliches Mittel gebrandmarkt - neu entdeckt - nachdem der Halo durch den Spa-Unfall in großen Teilen, selbst unter manchem Kritiker, jetzt mehr Anklang findet. Für Sainz jedenfalls ist der Cockpitschutz aus der Schusslinie. "Aber der Halo funktioniert (im Kontrast zu DRS, Anm. d. Red.)! Nochmal ein Punkt für ihn", so Sainz mi Blick auf Ericssons Crash, bei dem der Bügel tatsächlich diesem Namen gerecht wurde, wie ein Überrollbügel wirkte.

"Ein großes Dankeschön an die FIA dafür. Marcus ist heute an der schnellsten Stelle des Jahres gecrasht, das hat mich etwas an mich in Russland erinnert. Es ist gut für die FIA und den Sport und es ist gut, dass es keine so große Debatte mehr ist. Viele Leute haben sich als zu pessimistisch erwiesen", meint Sainz. Jetzt solle man nur noch mehr für den Look tun.

"Ich denke, wir müssen uns aber anstrengen, den Halo schöner und cooler zu machen, jetzt da er Leben rettet. Vielleicht das Helmdesign auf den Halo geben, um besser zu sehen, wer im Auto steckt", so Sainz. "Aber die Sicherheitsdebatte ist jetzt echt durch", stellt er noch einmal klar. Dafür gibt es ja jetzt DRS.


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