Formel 1

Formel 1, Sauber erklärt Ericsson-Crash in Monza: DRS schuld

Marcus Ericsson verunfallte im zweiten Training der F1 in Italien schwer. Alfa Romeo-Sauber-Teamchef Frederic Vasseur bestätigt einen Defekt als Ursache.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Eine Woche nach Charles Leclercs schwerem Unfall beim Formel-1-Rennen in Spa-Francorchamps stockte der Königsklasse in Monza erneut der Atem. In Italien war es ausgerechnet sein Sauber-Teamkollege Marcus Ericsson, der im 2. Freien Training seinem völlig zerstörten Boliden unverletzt entstieg. Ein DRS-Defekt war laut dem Team für den Highspeed-Abflug verantwortlich.

Die Fernsehbilder offenbarten sofort, dass das Drag Reduction System bei Ericsson noch aktiv war, als er beim Anbremsen auf die Variante Rettifilo die Kontrolle über seinen Sauber verlor. Der Schwede bog urplötzlich scharf nach links ab und schlug im 90-Grad-Winkel in die Leitplanken ein. In der Folge überschlug sich das Auto über die nur noch an den Befestigungsseilen hängenden Räder mehrfach.

"Er ist in Ordnung. Er war danach im Medical Center und kam dann zurück in unsere Hospitality", gab Sauber-Teamchef Frederic Vasseur am Abend Entwarnung. Statt seines Fahrers war er vor die Medien getreten. "Er ist dann zurück ins Hotel gefahren", so der Franzose über den Verbleib Ericssons. Der 27-Jährige, der am Rennsonntag seinen Geburtstag feiert, steckte den Unfall offenbar gut weg.

Sauber-Teamchef: Ericsson und Leclerc von DRS-Problem betroffen

"Wir haben nach der Session noch kurz geredet. Er war erst ein bisschen enttäuscht, dass er das zweite Training verpasst und auch etwas geschockt, aber es ging ihm gut", so Vasseur, der auch die Unfallursache bestätigte. "Wie man im TV sehen konnte, blieb das DRS offen als er vor der ersten Kurve auf die Bremse ging."

Während des Trainings arbeitete die Sauber-Crew auch am Heckflügel des Autos von Teamkollege Leclerc. Dabei handelte es sich nicht um eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Vasseur erklärte: "Wir hatten bei Charles eine Runde später dasselbe Problem." Beim Monegassen konnte es jedoch behoben werden, bevor schlimmeres passierte: "Wir haben ihn reingeholt und es repariert."

"Es war sehr schwierig. Wir kamen ans Ende der Gerade und wussten nicht, ob es schließen würde oder nicht", so Leclerc, der nach der Überprüfung seines Boliden ruhigen Gewissens das Training wieder aufnahm. "Ich habe volles Vertrauen in meine Jungs und ich weiß, dass sie ihren Job machen. Wenn sie mir sagen, dass es beim nächsten Run in Ordnung ist, wird das so sein."

Sauber beteuert: Neuer Heckflügel nicht das Problem

DRS-Defekte sind acht Jahre nach Einführung des Systems höchst selten. Zuletzt musste Kimi Räikkönen in Spa zwar seinen Ferrari deshalb abstellen, doch bei ihm war ein Schaden infolge einer Kollision mit Daniel Ricciardo dafür verantwortlich. Für den Vorfall bei Sauber hatte Vasseur im Detail keine Erklärung. "Wir wissen es jetzt, aber vorher wussten wir es nicht", hielt er sich bedeckt.

Lediglich eines wollte Vasseur verraten. Das Upgrade für den C37 soll nicht für den Fehler verantwortlich sein. "Es ist ein neuer Heckflügel, aber es lag nicht am Flügel sondern am DRS-Flap", so der Franzose. "Wahrscheinlich lag es an dem für heute entwickelten Anpressdruck."

Sauber zuversichtlich: Ericssons Auto am Samstag einsatzbereit

Während Vasseur sprach, war aus der Sauber-Box die lautstarke Geräuschkulisse der Reparaturarbeiten an Ericssons Auto zu hören. Die Mechaniker der Schweizer haben aller Wahrscheinlichkeit nach eine lange Nacht vor sich, doch Vasseur ist zuversichtlich, dass Ericsson am Samstag mit von der Partie sein wird: "Es wird in Ordnung sein."


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