Formel 1

F1, Monza: Vettel mit Bestzeit und Abflug, Ericsson crasht

Sebastian Vettel hat im zweiten Training der Formel 1 in Italien die Bestzeit markiert. Der Ferrari-Pilot landete vor Kimi Räikkönen und Lewis Hamilton.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Sebastian Vettel hat im 2. Freien Training der Formel 1 in Monza die schnellste Zeit gefahren. Der Ferrari-Pilot landete vor Teamkollege Kimi Räikkönen. Damit sorgte die Scuderia vor den bereits am Freitag zahlreich angereisten Tifosi für eine Doppelspitze. Vettel leistete sich bei seiner Zeitenjagd in der Parabolica jedoch einen Abflug, der sein Training um ein Haar beendete. Mercedes-Pilot Lewis Hamilton reihte sich auf der dritten Position ein. Begonnen hatte das Training mit einem schweren Unfall von Marcus Ericsson.

Die Platzierungen: Der Crash des Sauber-Fahrers sorgte gleich nach Beginn der Session für eine 20-minütige Unterbrechung. Nachdem die Strecke wieder freigegeben wurde, machten sich die Teams daran die am Vormittag im Regen untergegangenen Programme abzuspulen. Vettel legte gleich auf dem Supersoft-Reifen los und schnallte zur Halbzeit der Session einen neuen Satz des weichsten Reifens auf. Mit 1:21.105 Minuten setzte er kurz darauf die schnellste Zeit.

Räikkönen hatte seine ersten Runden auf Soft abgespult und erst für die Qualifying-Runden auf Supersoft gewechselt. Der Finne legte mit 1:21.375 Minuten noch vor Vettel eine fliegende Runde hin, blieb damit jedoch hinter dem Teamkollegen. Dahinter folgte geschlossen das Mercedes-Duo. Hamilton fuhr auf Supersoft nur eine Hundertstel langsamer als Räikkönen. Valtteri Bottas verlor als Vierter sieben Zehntel auf die Bestzeit.

Red Bull war trotz des unterlegenen Renault-Motors im Training klar die dritte Kraft. Max Verstappen büßte als Fünfter zwar eine Sekunde auf Vettel ein, landete aber immer noch anderthalb Zehntel vor Teamkollege Daniel Ricciardo. Der Australier fuhr an diesem Freitag mit einer C-Spezifikation der französischen Power Unit, welche bis zu drei Zehntel pro Runde bringen sollte. Beide fuhren ihre schnellste Runde auf Supersoft.

Best of the Rest war wie schon in Spa das wiedererstarkt Force India. Esteban Ocon und Sergio Perez fuhren auf Supersoft nahezu identische Rundenzeiten, landeten aber fast zwei Sekunden hinter der Bestzeit. Die Top-10 komplettierten Charles Leclerc im Sauber und Nico Hülkenberg im Renault. Das Schlusslicht bildeten McLaren mit Fernando Alonso vor Stoffel Vandoorne. Beide Piloten verloren über zweieinhalb Sekunden auf die Spitze.

Die Zwischenfälle: Das zweite Training in Monza begann mit einem großen Knall. Sauber-Pilot Marcus Ericsson verlor auf seiner ersten fliegenden Runde bereits nach wenigen Minuten die Kontrolle über sein Auto, als er zum ersten Mal die erste Schikane aus hoher Geschwindigkeit anbremst. Der Schwede bog bei der Anfahrt auf die Variante Rettifilo plötzlich nach links in die Leitplanke ab und überschlug sich in der Folge mehrfach.

Ericsson entsieg dem Wrack seines Sauber C37 unverletzt. Offenbar hatte ein defektes DRS zum Unfall geführt, denn die Fernsehbilder zeigten den Heckflügel noch während der Anbremsphase in geöffneter Position. Die Rennleitung unterbrach die Session zur Bergung des Fahrzeugs und Reparaturarbeiten für rund 20 Minuten.

Etwa 40 Minuten vor Schluss sorgte Vettel für den nächsten Zwischenfall. Der Ferrari-Pilot fuhr seinen dritten Qualifying-Run auf dem kurz zuvor aufgezogenen frischen Satz Supersoft und lag im Mittelsektor erneut auf Bestzeitkurs, als er bei der Einfahrt in die Parabolica bei hoher Geschwindigkeit das Heck seines SF71-H verlor.

Vettel rutschte rücklings durch die asphaltierte Auslaufzone und das Kiesbett. Der darauffolgende Einschlag in die Streckenbegrenzung war nur leicht und der Deutsche konnte sich aus eigener Kraft wieder aus dem Kiesbett befreien um die Box anzusteuern. Für Checks blieb der Ferrari danach aber erst einmal rund 20 Minuten stehen, bis Vettel erneut auf die Strecke konnte.

Das Wetter: Nach dem heftigen Regen am Vormittag blieb es in der zweiten Session am Freitag durchgehend trocken. Trotz nach wie vor dicker Wolkendecke bot das Wetter den Teams mit 22 Grad Celsius Außen- und 28 Grad Asphalttemperatur perfekte Bedingungen für das Training.


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