Formel 1

Formel 1, Reifenwahl Ungarn: Vettel aggressiver als Hamilton

Mit dem Ungarn GP 2018 rückt der Showdown vor der Sommerpause näher. Mercedes und Ferrari sorgen mit ihrer Reifenwahl für eine interessante Ausgangslage.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - In der Formel 1 geht es auch nach dem Triple Header Schlag auf Schlag weiter. Auf den Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring folgt gleich darauf der Grand Prix von Ungarn. Pirelli hat nun die Reifenwahl der Teams für das traditionell letzte Rennen vor der Sommerpause in Budapest bekanntgegeben.

Zum dritten Mal in diesem Jahr wurde für den Hungaroring vom Reifenhersteller eine Reifenmischung übersprungen. Mercedes, Ferrari & Co. durften für das zwölfte Saisonrennen zwischen Medium, Soft und Ultrasoft wählen. Letztere Mischung ist statt dem im Jahr 2017 in Ungarn eingesetzten Supersoft in dieser Saison der weichste am Rennwochenende verfügbare Reifen.

Obwohl der 2016 neugelegte Asphalt in Verbindung mit den für gewöhnlich heißen Temperaturen für hohe Belastungen sorgt, verzichtet Pirelli auf den Einsatz des 0,4 Millimeter dünneren Reifens. "Der Reifen arbeitet (in Ungarn, Anm. d. Red.) die ganze Zeit mit lateralen Kräften. Vielleicht verteilt sich die Temperatur gleichmäßiger und wir können das Blistering reduzieren, weil du dadurch einen größeren Teil der Lauffläche nutzt", hatte Pirelli-Motorsportchef Mario Isola im Exklusivinterview mit Motorsport-Magazin.com die Entscheidung gegen den dünnen Reifen erklärt.

Ferrari setzt auf Ultrasoft, Mercedes konservativ

Wie in der Saison 2018 üblich hat das Feld trotz der zu erwartenden Hitzeschlacht großes Vertrauen in Pirellis weichsten Reifen. Kein Fahrer hat weniger als sieben Sätze vom Ultrasoft dabei. Am unteren Ende der Skala rangieren unter anderem die beiden Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas. Ferrari wiederum ist aggressiver unterwegs und hat für Sebastian Vettel neun und für Kimi Räikkönen acht Sätze Ultrasoft im Gepäck.

Beim Medium sind beide Top-Teams äußerst konservativ unterwegs. Hamilton und Vettel können nur auf den Pflichtsatz von der härtesten Mischung zurückgreifen, Bottas und Räikkönen haben einen zweiten Satz dabei und werden demzufolge wohl im Training den Longrun mit diesem Compound absolvieren. Eine große Diskrepanz gibt es dafür beim Soft.

Anders als beim Ultrasoft ist Hamilton hier derjenige, der mit fünf Sätzen zwei mehr als Vettel auf Lager hat. Mehr Soft als der Weltmeister hat übrigens kein anderer Pilot im Feld. Bottas hat vier Sätze Soft, Räikkönen wie Vettel nur drei. Bei Red Bull lässt man sich abermals alle Strategien offen und hat Max Verstappen und Daniel Ricciardo mit identischen Reifenkontingenten versorgt: Für sie gibt es sieben Sätze Ultrasoft, vier Soft und zwei Medium.

Renault in Ungarn radikal

Im Mittelfeld sticht Renault ins Auge. Die Franzosen, die zuletzt in Spielberg und Silverstone schlechte Erfahrungen mit Pirellis Soft-Reifen machten, meiden diesen in Budapest auf radikale Art und Weise. Für Carlos Sainz und Nico Hülkenberg hat das Team von dem Compound nur einen beziehungsweise zwei Sätze gewählt. Auch vom Medium hat Renault nur drei Sätze für seine zwei Fahrer dabei.

Dafür hat man vom Ultrasoft mit zehn Sätzen je Fahrer das größte Kontingent im ganzen Feld. Die Konkurrenz von Force India, Haas & Co. ist deutlich breiter aufgestellt. Sie lassen sich alle die Möglichkeit offen, bei Bedarf auch die härteren Mischungen auf dem Hungaroring einzusetzen.


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