Formel 1

Formel 1, Renault-Fahrer über Qualifying-Modus: Nichts gespürt

Vor den Österreich-GP kündigte Renault einen Qualifying-Modus und neue Motoren-Teile an, am Ende steht man wieder hinter Haas. Machen die Upgrades Probleme?
von Markus Steinrisser

Motorsport-Magazin.com - Renault war im Qualifying der Formel 1 in Spielberg am Ende klar die fünfte Kraft. Für Nico Hülkenberg und Carlos Sainz erschien der Kampf gegen die Mittelfeld-Konkurrenz von Haas fast aussichtslos. Sainz als bester Renault schaffte nur Platz 9, auf den Haas von Kevin Magnussen vor ihm fehlten fast sieben Zehntel.

Dabei hatte Renault doch für Österreich erstmals einen speziellen Qualifying-Motormodus angekündigt. Damit sollte nun auch Renault im Qualifying ein paar PS mehr abrufen können, wie das bei Ferrari und Mercedes schon länger der Fall ist. In der Stunde der Wahrheit war dann aber nicht wirklich was zu spüren, wie sowohl Sainz als auch Hülkenberg bestätigten. Gab es da ein Problem?

Hülkenberg zu Quali-Motormodus: Was habt ihr erwartet?

Nico Hülkenberg winkt nach dem Qualifying in Österreich gleich ab, als er von Motorsport-Magazin.com nach dem neuen Qualifying-Modus gefragt wird: "Ich weiß gar nicht was ihr denkt oder was euch gesagt worden ist, aber was wir haben ist nicht weltbewegend." Für ihn schien von Anfang an klar, dass es hier nicht viel zu holen geben würde.

Die Auswirkungen des neuen Motor-Modus sind viel zu klein, um wirklich etwas zu spüren, erklärt Hülkenberg weiter: "Da muss schon was Signifikanteres passieren, damit das durchschlagend bemerkbar ist." Bereits gestern mahnte Renault-Technikchef Bob Bell, man solle doch die Kirche im Dorf lassen. Der neue Renault-Modus sei nicht mit denen anderer Hersteller vergleichbar.

Carlos Sainz unterstreicht das: "Wenn du im Qualifying ankommst, dann ist es sicher ein bisschen Leistung, aber wir waren so weit weg von Haas, da fühlst du nicht viel von einem Vorteil durch einen Qualifying-Modus." Auch für den Sonntag ist sich Renault nicht sicher, was sie noch gegen Haas ausrichten können. "Ich hoffe, aber wir werden es erst morgen sehen", meint Hülkenberg auf die Frage, ob er Chancen gegen Haas sieht. Spekulieren will er lieber nicht.

Hülkenberg: Übergewicht trotz leichtem Österreich-Upgrade

Aber der neue Qualifying-Modus war ja nicht das einzige Upgrade für Österreich. Renault brachte noch eine neue MGU-K-Einheit für die beiden Werks-Autos nach Spielberg. Besonders im Bereich des Gewichtes sollte sich dort eine Verbesserung abzeichnen - eine große Hilfe für Nico Hülkenberg, der als einer der größeren Fahrer im Feld ständig mit dem Gewicht zu kämpfen hat.

Nach dem Qualifying ist es bei Hülkenberg verhaltene Freude. "Es war besser, dadurch haben wir ein paar Kilo gespart", meint er. Genug waren es aber nicht, noch immer liegt er 1,5 Kilogramm über dem Gewichtslimit.

Für Hülkenberg ist Renault hier zumindest auf dem richtigen Weg, aber mehr wäre eben doch schön gewesen: "Wir haben lange darauf gewartet und auch hingefiebert. Es wurde auch mal mehr versprochen und es ist auch ein bisschen geschmolzen." Er erinnert aber daran: Es ist ohnehin selten, dass Autos während der Saison abnehmen.

Renault vor schwierigem Kampf gegen Haas

Für den Sonntag in Österreich liegt der Fokus bei Renault ganz klar auf Haas. "Die sind brutal gut in den mittelschnellen und schnellen Kurven", fürchtet Hülkenberg. Die Balance-Probleme, unter denen Renault am Freitag litt, hat man in den Griff bekommen, aber für Haas scheint die Strecke in Spielberg wie geschaffen zu sein. Das war aber sowohl Hülkenberg als auch Sainz ohnehin klar.

Über Haas hinaus blickt Renault sowieso nicht mehr, die Top-Teams sind klar außer Reichweite. "Zu viel Hoffnung würde ich mir nicht machen", so Hülkenberg. "Die können parallel entwickeln, für dieses Jahr und für nächstes Jahr. Wir sind zwar ein Werksteam, aber wir stehen irgendwo am Scheideweg und müssen den Fokus setzen."


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