Formel 1

Renault-Fahrer lässt Red-Bull-Abschied kalt: Brauchen sie nicht

Mit Red Bulls Abschied von Renault verliert das Formel-1-Werksteam den Gradmesser. Nico Hülkenberg und Carlos Sainz stellen klar: Kommen auch so zurecht.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Der Vermählung von Red Bull und Honda für die Formel-1-Saison 2019 bedeutet in mehrerlei Hinsicht einen Angriff auf das Kräfteverhältnis innerhalb der Königsklasse. Nicht nur, dass die Österreicher mit Power aus Japan zu Mercedes und Ferrari aufschließen wollen. Renaults Werksteam verliert mit der Trennung seiner Motorensparte von Red Bull seinen Gradmesser vergangener Jahre.

Nachdem die Franzosen 2016 werksseitig in die Formel 1 zurückkehrten, müht sich das Team im Mittelfeld ab. Zwar mit positiven Tendenzen, doch zum Kundenteam Red Bull fehlen seit jeher Welten. "In den letzten zwei Jahren wussten wir neben Red Bull immer genau, wo unser Team steht", so Renault-Pilot Carlos Sainz. "Es fehlten die letzten ein oder zwei Schritte zum Top-Team."

Dass Renault ohne diesen Benchmark in der Saison 2019 verloren sein könnte, glaubt er jedoch nicht. "Ich denke, das Team weiß ganz genau wo wir stehen. Von hier an brauchen wir diese Zahlen nicht mehr, denn wir wissen selbst wo wir uns verbessern müssen", so der Spanier weiter. Teamkollege Nico Hülkenberg sieht das genauso.

Hülkenberg: Mercedes und Ferrari sind Renaults Messlatte

"Wir brauchen kein anderes Team als Messlatte", so der Emmericher. Das laut momentanem Stand einzige andere Team mit Power Units aus dem Hause Renault ist kommendes Jahr McLaren. Allein damit sollte man meinen, dass sich die Orientierung an einem anderen Rennstall erübrigt. Für Hülkenberg spielt es jedoch keine Rolle, wer außer seinem Team mit Renault-Motoren fährt.

"Unser Benchmark ist der Wettbewerb und unsere Rundenzeiten werden uns zeigen, wo wir stehen", so der 30-Jährige, der in sein drittes Jahr mit den Franzosen gehen wird. Das langfristige Ziel von Renaults Werksengagement ist, an die WM-Titel mit Fernando Alonso in den Jahren 2005 und 2006 anzuknüpfen. Dementsprechend kann es für Hülkenberg nur eine Messlatte geben.

"Die führenden Autos sind immer der Benchmark und wir wissen, dass wir Arbeit zu erledigen haben und in welchen Bereichen wir uns verbessern müssen. Red Bull nicht mehr zu haben ist kein Nachteil, auch kein Vorteil oder sonst etwas. Es macht keinen Unterschied", stellt er klar.

Formel 1 2019: Red Bull mit Honda zur WM?: (17:11 Min.)

Hülkenberg rechnet mit Honda-Boost durch Red Bull

Wie so viele im Paddock überraschte im übrigen auch ihn die Entscheidung Red Bulls nicht mehr. "Ich denke, das konnte man kommen sehen", so Hülkenberg, der schon jetzt keine eklatanten Unterschiede zwischen den Power Units von Renault und Honda mehr sieht: "Letztes Jahr mit diesem verglichen, hatte ich wenn ich gegen einen Toro Rosso gefahren bin zuletzt nicht das Gefühl, dass er schlecht läuft. Es sieht nicht so aus, als ob sie meilenweit weg sind."

Dementsprechend rechnet er damit, dass Red Bull mit Honda auf einem ähnlichen Level fahren können wird und die Japaner mit ihrem neuen Partner außerdem einen erheblichen Schritt machen könnten. "Mit einem Jahr mehr Erfahrung und Entwicklung denke ich nicht, dass sie Probleme haben werden. Besonders mit Red Bull, die wahrscheinlich viel investieren und für Verbesserungen pushen werden."


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