Formel 1

Formel 1, Renault-Debakel: Darum waren Hülk & Sainz so schlecht

Nico Hülkenberg und Carlos Sainz fuhren im Barcelona-Training meilenweit hinterher. Was war los bei Renault in Spanien? Technikchef gesteht klare Schwäche.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Renault steht nach Tag eins der großen Updateschlacht der Formel 1 2018 in Barcelona als größter Verlierer aller F1-Teams da. In den Trainings zum Spanien GP reichte es für Nico Hülkenberg und Carlos Sainz kein einziges Mal für die Top-10. P13 von Hülkenberg im zweiten Training war noch das höchste der Gefühle, Sainz kam weder in der ersten noch der zweiten Session über P15 hinaus.

"Wir haben Arbeit zu tun", resümierte Renault entsprechend deutlich in seiner Presseaussendung zum Trainingstag. Doch woran gilt es zu arbeiten? Warum waren die Franzosen in Barcelona plötzlich derart schlecht? Am Abend stellten die Verantwortlichen sich diesen Fragen - und lieferten Antworten.

Carlos Sainz: Renault hat schwere Zeiten in Spanien erwartet

"Dieser Tag war definitiv eine Herausforderung. Aber wir wussten, dass das passieren konnte, denn schon bei den Testfahrten kamen wir mit dem Auto hier nicht gerade gut klar. Da hatten wir recht viele Probleme, obwohl ihr es vielleicht nicht gesehen habt", berichtet zunächst Sainz, wenig überrascht.

Der Spanier rätselt jedoch über die Gründe. "Wir wissen nicht, warum das Auto auf dieser Art von Strecke und Asphalt nicht funktioniert. Wir müssen noch herausfinden, was es ist", grübelt Sainz. "Die Reifen verhalten sich hier sehr komisch."

Renault-Ingenieur erklärt: Darum wieder Probleme in Barcelona

Die Erklärung lieferte daraufhin Technikchef Bob Bell. Warum sind die Probleme der Testfahrten in Barcelona also zurück? "Schwer zu sagen, aber wir leiden unter böigem Wind. Da ist es schwieriger eine gute Balance zu finden, besonders mit Rückenwind am Kurveneingang. Und wir leiden da etwas mehr, wie wir schon beim Wintertest gesehen haben", erklärt Technikchef Bob Bell auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com.

Doch leidet Renault nicht nur wie alle Teams - aber ganz besonders - unter dem Wind. Noch dazu tun sich die Franzosen schwer, den R.S.18 gleichzeitig für langsame und schnelle Ecken abzustimmen - und einen besonders extremen Mix gibt es eben auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. "Wir können es bei Lowspeed hinkriegen, aber dann leiden wir beim Highspeed", berichtet Bell von dem Dilemma.

Renault: Probleme mit Abstimmung für High- und Lowspeed zugleich

"Das hilft uns gerade hier nicht, weil es so viele verschiedene Kurven gibt. Daher kommen die Balanceprobleme und wenn du die hier hast, dann ruinierst du dir sofort die Reifen und kommst in einen Teufelskreis", klagt Bell. Zumindest etwas besser habe man jedoch aussehen können. Sainz' letzte Runde auf Supersoft wurde durch einen Defekt, einen gebrochenen Flap am Frontflügel, gestoppt.

"Unser Ziel ist noch immer, das viertbeste Team zu sein. Wir können uns bis morgen extrem verbessern, vor allem weil im zweiten Training mein schnellster Run auf Supersoft durch ein mechanisches Problem beeinträchtigt wurde. Unsere Position sieht heute deshalb viel schlechter aus als sie wirklich ist", so der Spanier.

Renault & Hülkenberg geben in Spanien nicht auf

Auch Nico Hülkenberg steckt den Kopf noch längst nicht in den Sand für ein erfolgreiches Wochenende in Barcelona. "Es war eine schwierige Suche nach Balance und einem guten Gefühl im Auto, aber wir haben zum Ende von FP2 auf jeden Fall Fortschritte erzielt. Der Wettbewerb ist sehr hart, deshalb müssen wir für Qualifying und Rennen noch etwas mehr Pace finden", so der Emmericher.

Optimistisch stimmen unterdessen auch die Updates. "Was wir bislang gesehen haben, liefern die Upgrades, was wir erwartet haben. Das ist gut", so Bell. Für den Rest des Wochenendes erwartet der Technikchef bei Renault ein homogeneres Performance-Bild von Qualifying zu Rennen. Bisher hatten die Franzosen mehr im Qualifying geglänzt, waren im Rennen dann leicht abgefallen. Jetzt ausgeglichener? "Vielleicht. Aber eher, weil unsere Qualfiying-Pace schlechter ist", witzelt Bell.


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