Formel 1

Formel 1: Räikkönen liefert wildes Baku-Quali, wirft Pole weg

Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen zeigt in Baku ein unfassbar wildes F1-Qualifying. Last Minute in Q3, dann plötzlich auf Pole-Kurs bis zum fatalen Quersteher.
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Rückschlag für Kimi Räikkönen in Baku. Im Qualifying zum Aserbaidschan GP liefert der in der Formel-1-Saison 2018 bislang stark aufgelegte Ferrari-Fahrer eine völlig verkorkste Session ab. Darüber täuschen letztlich auch Bestzeiten in Q1 und Q2 nicht hinweg.

Denn: Am Ende reicht es für den F1-Routinier nur zum sechsten Startplatz hinter Polesetter Sebastian Vettel, den beiden Mercedes von Lewis Hamilton und Valtteri Bottas sowie den Red Bull von Daniel Ricciardo und Max Verstappen. Auf Ferrari-Teamkollege Vettel fehlt eine stramme Sekunde, nur hauchdünn bleibt Räikkönen damit vor den Force India.

Kimi Räikkönen in Baku voll auf Pole-Kurs, dann der Fehler

Wie das passieren konnte? Durch gleich zwei klare, noch dazu nahezu idente, Fahrfehler auf beiden schnellen Runden des Finnen im Q3. Im ersten Schuss entging Räikkönen in Kurve 15 nur haarscharf einem Einschlag in die Mauer, umkurvte die Streckenbegrenzung im letzten Moment. Damit verlor der Finne jedoch bis zur Ziellinie massiv Zeit, muss ab hier Schwung für die ultralange Gerade genommen werden. Somit lag Räikkönen eine Sekunde hinter Vettel.

Doch dann der zweite und finale Run. Während Vettel sich nicht zu verbessern vermochte, drehte Räikkönen auf. Bestzeit in Sektor eins, Bestzeit auch in Sektor zwei, zusammen genommen zwei Zehntel schneller als Vettel. Doch dann wieder diese Kurve 15. Diesmal kam Räikkönen der Mauer nicht so nah, doch lieferte erneut einen wilden Quersteher, fing den Ferrari mit perfekter Fahrzeugbeherrschung immerhin noch ab. Die Runde war jedoch vollkommen verdorben. Es reicht nicht mehr zu einer Verbesserung. Auch die starken ersten Sektoren konnten den Fehler nicht ausgleichen.

Arrivabene: Bis zur letzten Kurve war Kimi auf Pole

"Ich hatte den Speed, aber bin dort am Ausgang der letzten Kurve dann einfach quer gekommen, sodass ich dann den ganzen Speed für die Gerade verloren habe", schildert Räikkönen. "Ohne den Fehler wäre ich in einer viel besseren Position gewesen. Es war eine tolle Runde, echt frustrierend also. Ich kann nur in den Spiegel schauen. Es tut weh", gesteht Räikkönen den eigenen Patzer. Überhitzte Hinterreifen seien nicht der Grund gewesen, auch auf dem Gas habe er nichts anders gemacht. "Ich bin einfach zur Seite gerutscht, ich weiß nicht warum." Vielleicht wegen des in Baku dieses Jahr starken Winds? "Ich glaube der hat ihn gebissen", meint Vettel. Nein, das sei nicht der Grund gewesen, entgegnet Räikkönen.

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Geht es nach Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene wäre die von Räikkönen genannte viel bessere Position nichts anderes als die Pole gewesen. "Es ist echt schade für Kimi, denn bis zu letzten Kurve hätte er auf Pole sein können", so Arrivabene zu Sky Sports F1 UK. "Aber das ist eben Racing und ich hoffe, dass er nächstes Mal besser abschneidet. Es ist ein guter Kampf."

Wegen Q2-Verbremser: Räikkönen mit Strategie-Nachteil?

Für Räikkönen waren die beiden Fehler im Q3 nicht die ersten im Qualifying zum Aserbaidschan GP. Schon im Q2 fand sich der Finne gleich zwei Mal in den Notausgängen des Baku City Circuits wieder. Dabei ruinierte sich Räikkönen durch einen Verbremser auch seinen letzten Satz der Supersofts, sodass er sich noch in letzter Sekunde mit Ultrasofts ins Q3 retten musste.

Das brachte dem Finnen zwar die Bestzeit im Q2, jedoch auch einen möglichen Strategie-Nachteil im Rennen. Alle anderen Topfahrer zogen mit den haltbareren Supersofts ins Q3 ein, sodass in den Top-6 nur Räikkönen mit den ultraweichen Reifen starten muss. Immerhin am Start verfügt der Finne somit über etwas mehr Grip.


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