Formel 1

Toro-Rosso-Krach: Gasly und Hartley entkommen Horror-Crash

Im Baku-Qualifying kam es fast zum Horror-Crash zwischen den Toro-Rosso-Teamkollegen Pierre Gasly und Brendon Hartley. So erklären sie ihre Szene:
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Das hätte richtig böse ausgehen können: Im Qualifying zum Aserbaidschan GP 2018 in Baku kamen sich die beiden Toro-Rosso-Piloten Brendon Hartley und Pierre Gasly gefährlich nahe. Beide kämpften um den Einzug in Q2, als es fast zur Katastrophe kam.

Nachdem Hartley die Mauer gestreift hatte, fuhr er mit einem kaputten rechten Vorderrad langsam zurück an die Box. Teamkollege Gasly befand sich zu diesem Zeitpunkt noch auf seiner schnellen Runde und lief auf Hartley auf.

Erst unmittelbar nach Kurve 14, dem ultra-schnellen Linksknick, konnte Gasly den langsamen Hartley sehen. Durch die extreme Geschwindigkeitsdifferenz konnte der Franzose einen bösen Unfall nur um Haaresbreite vermeiden, indem er im letzte Moment nach rechts auswich, auf den Kerb kam und in die Auslaufzone von Kurve 15 rutschte.

Pierre Gasly rutschte in den Notausgang - Foto: Sutton

Für beide Toro Rosso war damit nach dem ersten Qualifikationsabschnitt Schluss. Hartley setzte keine schnelle Runde und ließ damit lediglich Romain Grosjean hinter sich, der mit einem defekten Getriebe stehen geblieben war. Gasly landete auf Rang 17.

"Ich dachte, ich fliege gleich über ihn drüber und durch die Luft", erzählte ein sichtlich schockierter Gasly nach dem Qualifying. "Ich bin mit 320 Sachen angekommen und hatte nicht erwartet, dass er da so langsam rumfährt. Es ging so fürchterlich schnell, er fuhr auf der Ideallinie und ich wusste nicht, ob er rechts oder links fährt. Ich hatte wirklich Angst."

Besonders ärgerlich für Gasly: Er fuhr gerade um den Einzug in das nächste Qualifikationssegment. "Ich hatte mich im Vergleich zu meiner vorherigen Runde schon um sieben Zehntel verbessert, dass hätte locker für Q2 gereicht", ärgerte sich der Held vom Bahrain GP.

Hartley gesteht: Meine Schuld

Teamkollege Brendon Hartley gab sich später einsichtig: "Das ist wirklich ein Desaster. Ich hatte ein beschädigtes Auto und musste schauen, dass ich nicht in die Mauer fahre. Ich habe in den Spiegel geschaut und mich verschätzt. Ich wollte nach innen, war aber auf der schnellen Linie. Es tut mir leid."

Besonders bitter für Toro Rosso: Schon beim letzten Rennen in China kollidierten Hartley und Gasly. In Shanghai schoss der Franzose seinen neuseeländischen Teamkollegen ab. Allerdings gab es dort eine Fehlkommunikation. Hartley sollte Gasly vorbeilassen und wollte das nach der Spitzkehre machen. Gasly dachte, dass er ihm schon in der Spitzkehre Platz macht.


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