Die Gerüchte um einen Wechsel von Max Verstappen zu Mercedes sind fundamental mit der Zukunft von George Russell verbunden. Er hat für 2026 nämlich noch keinen Vertrag in der Formel 1, und so ist die naheliegendste Schlussfolgerung: Wenn Verstappen käme, wäre Russell weg. Der will davon nichts wissen und gibt sich vor Silverstone äußerst zuversichtlich bei Fragen nach seiner Zukunft.

"Eine Deadline gibt es ehrlich gesagt nicht wirklich", räumt Russell bei den anhaltenden Vertragsdiskussionen ein. Sein Teamchef Toto Wolff hatte am letzten Sonntag ungefähr die Sommerpause als Endpunkt in den Raum gestellt. Russell ergänzt: "Wir haben natürlich in der letzten Woche etwas mehr gesprochen, weil diese ganzen Artikel, Gerüchte und so weiter umgehen." Alle Gerüchte gibt es hier zusammengefasst:

"Aber von meiner Seite ändert sich deshalb absolut nichts", ist Russell unbeeindruckt von der schieren Menge der Theorien, wann und wie Verstappen zu Mercedes gelotst werden könnte. "Ich bin da recht dickhäutig und lese nicht viele News." Nachdem er es vor einer Woche noch gewesen war, der suggeriert hatte, dass Wolffs Gespräche mit Verstappen die Verhandlungen gerade verzögerten.

George Russell: Interesse anderer Formel-1-Teams ist da

Wie schon in der Vorwoche strotzt Russell bei weiteren Nachfragen vor Selbstvertrauen: "Wie gesagt, ich denke ich liefere besser ab denn je, und dann ist alles ganz einfach. Leistung spricht für sich." In der WM-Tabelle 2025 liegt er momentan schließlich auf dem vierten Rang und nur neun Zähler hinter Verstappen. Und es gäbe ja auch andere Teams.

"Ja, da herrscht kein mangelndes Interesse", bestätigt Russell. Aber: "Ich habe jedem in der Vergangenheit nachfragenden Team gesagt, dass ich Mercedes gegenüber loyal bin. Dort liegt meine Zukunft. Und letztendlich ist Mercedes mein Management, also muss alles über Mercedes laufen." Russell ist einer mehrerer Fahrer, dessen persönliches Management auch von Mercedes und Toto Wolff abgehandelt wird.

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Russell ist klar, dass er seine besten Chancen auf Erfolge mit den neuen 2026er-Regeln bei Mercedes sieht: "Wir liefern an der Rennstrecke auf einem hohen Niveau ab. Nächstes Jahr werde ich in mein fünftes gemeinsames Jahr mit dem Team gehen. Und uns allen, Lando [Norris], Charles [Leclerc], Fahrer die lange mit ihren Teams gearbeitet haben, uns gibt bei so einem Neustart Konstanz die besten Chancen."

George Russell: Toto Wolff hat mich noch nie im Stich gelassen

Das ist eine Ansicht, die Russell glaubt mit seinem Team und seinem Teamchef Toto Wolff zu teilen: "Fakt ist, dass Toto mich noch nie im Stich gelassen hat. Er hat mir immer sein Wort gegeben. Klar, er muss tun, was für sein Team richtig ist. Welches mich mit einschließt, aber auch die tausenden Menschen, die für Mercedes arbeiten."

"Ich nehme das nicht persönlich", so Russell. Seine absoluten Treuebekundungen ergänzt er in Silverstone nicht zum ersten Mal um eine klare Ansage, dass er Verstappen als Teamkollegen akzeptieren würde: "Ich habe von Anfang an gesagt, dass ich gerne jedermanns Teamkollege bin." Das hatte er schon vor über einem Jahr auch öffentlich getan, als die ersten Verstappen-Mercedes-Gerüchte die Runde machten.

Extreme Russell-Zuversicht: Wird Max Verstappen sein Teamkollege?

Damals war Russell natürlich noch mit einem gültigen Vertrag ausgestattet gewesen. Jetzt aber wäre es ein Leichtes für Mercedes, ihn für 2026 fallenzulassen. Andernfalls müssten Wolff und Co. ihren Youngster Kimi Antonelli auf die Bank setzen. Was wiederum jedoch ein wahres "Super-Team" von Verstappen und Russell kreieren würde. Eine Möglichkeit, die Wolff vor einer Woche nicht ausgeschlossen hatte.

Auch Antonelli wurde am Donnerstag in Silverstone dazu befragt, und der 18-Jährige gibt sich sehr vorsichtig: "Ich bin mir sicher, das Team wird das Bestmögliche für meine Zukunft tun. Sie schauen nicht nur auf das nächste Jahr, sondern auf die langfristige Zukunft."

Hört man Russell zu, so wirkt es jedenfalls, als sei er sich seines Mercedes-Cockpits sicher: "Die Wahrscheinlichkeit, dass ich nächstes Jahr nicht bei Mercedes bin, ist außergewöhnlich niedrig." Entweder mit Antonelli, oder mit Verstappen neben sich. "Es gibt viele Gespräche im Hintergrund, die nicht öffentlich sind. Ich weiß, wo ihre Loyalität liegt. Das muss nicht öffentlich sein, das muss nicht jeder zu hören bekommen."