Formel 1

Motoren, Regeln, Geld: So sieht die Zukunft der Formel 1 aus

Liberty Media hat in Bahrain die die Zukunftspläne für die Formel 1 präsentiert. Alle Teams wurden von den F1-Bossen informiert. Darum ging es:
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Um 10:00 Uhr morgens, vier Stunden vor dem Beginn des 1. Freien Trainings zum Bahrain GP, luden die Formel-1-Bosse von Liberty Media alle Teams zum vielleicht wichtigsten Meeting der jüngeren Formel-1-Vergangenheit. Chase Carey und Ross Brawn präsentierten den Teamverantwortlichen ihre Pläne für die Zukunft der Formel 1.

Um neugierige Medienvertreter fern zu halten, wurde das Meeting nicht im Formel-1-Fahrerlager abgehalten, sondern im Boxengebäude der Rahmenserien. Um 11:20 Uhr Ortszeit verließen die Verantwortlichen die Räumlichkeiten wieder und kehrten ins Formel-1-Fahrerlager zurück.

Worum ging es im 80-minütigen Treffen? Tatsächlich gab es keinerlei Diskussionen. Carey und Brawn stellten ihre Visionen für die Formel 1 für die Zeit nach 2020 vor. 2020 laufen die aktuellen Verträge zwischen Teams, FIA und Liberty Media aus. Geldverteilung, Regierung und Reglement ab 2021 stehen zur Diskussion - also alles.

Motoren ab 2021

Wirklich bahnbrechend sind die Erkenntnisse der Präsentation nicht. Billiger, lauter, einfacher und stärker sollen die Motoren der Zukunft sein. Dazu sollen sie für weniger Strafversetzungen sorgen. Wie genau das passieren soll, wird im Plan nicht erwähnt. Allerdings sagt Liberty: "Der Motor muss mit Hybrid serienrelevant bleiben und es den Herstellern ermöglichen, eine eigene und originale Power Unit zu machen."

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Ob das nun mit oder ohne MGU-H passieren soll, wird nicht geklärt. Außerdem sollen die neuen Motoren neue Hersteller anlocken und Kundenteams müssen die Chance auf einen konkurrenzfähigen Motor haben. Neuigkeiten auf diesem Gebiet blieben aus.

Kosten

Die Kostenobergrenze soll 2021 kommen. Angeblich sollen 150 Millionen US-Dollar ein Richtwert sein. Trotzdem soll sichergestellt werden, dass die Formel 1 auch technologisch weiter die Königsklasse bleibt.

Liberty zu den Teams: "Wir glauben, wie ihr das Geld ausgebt, muss wichtiger sein als wie viel ihr ausgebt." Klare Message: Die großen Hersteller sollen ihren Vorteil, Performance mit Geld kaufen zu können, verlieren.

Um die Kosten zu senken, sollen vermehrt Standard-Teile kommen. Allerdings legen auch die neuen Formel-1-Bosse Wert darauf, dass die unterschiedlichen Autos in der Königsklasse ein Kernelement bleiben müssen. Aerodynamik und Aufhängung sollen auf jeden Fall Sache der Teams bleiben, Dinge wie das Monocoque könnten standardisiert werden.

Geldverteilung

Die Geldverteilung soll ab 2021 gerechter, die Schere zwischen Arm und Reich also geschlossen werden. Wer erfolgreich ist, soll aber weiterhin mehr bekommen. Um Ferrari bei Laune zu halten, sollen die historischen Zahlungen weiter erfolgen. Die Höhe der Bonus-Zahlungen könnte allerdings drastisch reduziert werden.

Nicht nur Ferrari ist davon betroffen, sondern alle sogenannten CCB-Teams. Zu diesen Contructor-Championship-Bonus-Teams gehören Ferrari, Mercedes, Red Bull, McLaren und Williams. Auch Renault könnte für die lange Formel-1-Historie noch ein wenig dazubekommen.

Neu ist, dass nicht nur Teams, sondern auch Motorenhersteller Geld vom kommerziellen Rechteinhaber erhalten sollen. Das könnte die Preise für Kundenmotoren drücken und zusätzlich neue Hersteller anlocken.

Sportliche und Technische Formel-1-Regeln

Ganz oben auf der Wunschliste von Liberty steht, dass die Autos wieder zu richtigen Renn-Autos werden, um gutes Racing zu ermöglichen. Überholmöglichkeiten sollen verbessert werden. Wie das passieren soll, lässt Liberty nicht wissen.

Außerdem soll der Fahrer wieder mehr in den Fokus rücken, einen größeren Anteil an der Performance haben. Sprich: Die Autos sollen schwieriger zu fahren sein, auch bei der Leistungsabgabe soll wieder mehr in der Hand der Piloten liegen.

Formel-1-Regierung

In der Presseaussendung heißt es lediglich: Eine einfache und klare Struktur zwischen Teams, FIA und Formel 1. Heißt wohl im Klartext: Gremien wie die Strategiegruppe, in der nur wenige Teams das Sagen haben, sollen wegfallen. Stattdessen sollen alle Teams, die FIA und Liberty mitsprechen dürfen.

"Die Formel 1 ist ein Sport mit einer reichen Geschichte. Wie wollen sie bewahren, beschützen und verbessern, indem wie das volle Potential der Formel 1 ausschöpfen", erklärte Liberty-Boss Chase Carey nach dem Meeting. "Das machen wir, indem wir die Fans ins Zentrum eines konkurrenzfähigeren und aufregenderen Sports stellen."

"Ein Wunsch treibt uns an", so Carey weiter. "Wir wollen die größte Sportmarke der Welt erschaffen. Fan-zentriert, finanziell erfolgreich, profitabel für unsere Teams und mit technologischer Innovation in ihrem Herzen."


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