Hinter der Zukunft von KTM in der MotoGP stand in den vergangenen Monaten ein großes Fragezeichen. Nun scheint aber die letzte Hürde für ein langfristiges Engagement in der Königsklasse genommen. Wie das indische Fachmagazin 'Bike India' am Dienstag berichtete, hat sich der neue KTM-Mehrheitseigentümer Bajaj zum Motorsportengagement der Österreicher bekannt.

"Bajaj Auto hat bestätigt, dass die Motorsportabteilung von KTM weitergeführt wird. Dies geschieht, nachdem der indische Motorradhersteller vor kurzem eine Mehrheitsbeteiligung an der österreichischen Marke erworben hat, die sich in einer turbulenten finanziellen Situation befand. Dies umfasst die gesamte Bandbreite der Motorsportaktivitäten von KTM Factory Racing - von der MotoGP bis zur Rally Dakar und dem Motocross-Sport", war da zu lesen.

Pit Beirer führte KTMs-Motorsportabteilung durch die schwierigen Monate, Foto: KTM
Pit Beirer führte KTMs-Motorsportabteilung durch die schwierigen Monate, Foto: KTM

Motorsport-Magazin.com erreichte am Mittwoch einen hörbar positiv gestimmten KTM-Motorsportchef Pit Beirer:

Pit, unsere Kollegen von 'Bike India' berichten, dass sich euer neuer Mehrheitseigentümer Bajaj zu allen Motorsportaktivitäten von KTM bekennt, also auch zur MotoGP. Kannst du das bestätigen?
Pit Beirer: Du kannst dir vorstellen, dass diese News auch ich mit Freude zur Kenntnis nehme - das ist ja ganz logisch. Wir arbeiten natürlich mit unseren Partnern eng zusammen und sind im ständigen Austausch, aber ich bespreche mich direkt mit unserem CEO hier in Österreich und das ist Gottfried Neumeister. Auch der gibt mir volle Rückendeckung, so dass wir den Motorsport genauso stabil wie bisher weiterführen können - und das umfasst alle Disziplinen. Natürlich spielt das Thema Kosteneffizienz immer eine Rolle, aber grundsätzlich haben wir Rückendeckung von der Eigentümerseite und ich spüre auch enorme Rückendeckung von unserem CEO. Bei uns herrscht momentan wirklich Aufbruchstimmung und wir schnüren die Pakete für die Zukunft.

KTM kämpfte sich zuletzt zurück ins MotoGP-Spitzenfeld, Foto: IMAGO / Orange Pictures
KTM kämpfte sich zuletzt zurück ins MotoGP-Spitzenfeld, Foto: IMAGO / Orange Pictures

Wie sehen diese Pakete im Detail aus?
Pit Beirer: Es geht definitiv nicht nur um ein Jahr. Es geht um Fünf-Jahres-Pläne für die MotoGP, es geht um Liberty Media und, und, und. Wir richten die Motorsportabteilung neu aus und modernisieren zum Teil auch. Das sind momentan meine Aufgaben und die Gespräche, die ich mit Gottfried Neumeister führe. Er hinterfragt die Dinge sehr genau und ist sehr kritisch, aber ich bekomme von ihm auch wirklich professionelles Feedback. Wie gesagt: Bei uns herrscht Aufbruchstimmung und wir blicken nach vorne.

Worauf fußt diese Aufbruchstimmung?
Pit Beirer: Es gab von Bajaj sehr früh eine klare Ansage: Es werden keine bestehenden Verträge gebrochen. Somit war klar, dass unsere Projekt bis Ende 2026 sowieso nicht hinterfragt werden. Die Firma kommt jetzt aber generell Stück für Stück wieder auf die Beine. Wir haben - natürlich in Anbetracht der Gesamtsituation - ein tolles erstes Halbjahr hingelegt. Zu Weihnachten wären hier fast die Lichter ausgegangen, jetzt haben wir im ersten Halbjahr 100.000 Motorräder an den Endkunden ausgeliefert. Wir fangen auch wieder an, Mitarbeiter zu suchen und einzustellen. Und jetzt kommt der letzte große Schritt: Die Produktion muss am 28. Juli wieder beginnen. Dann sind wir glücklich, denn dann ist der Sanierungsprozess abgeschlossen. Die Firma hat ein Downsizing erlebt, aber die neue Größe ist mehr als stark und mehr als lebensfähig.

Es gibt einige Gerüchte um euren Motorenchef Kurt Trieb. Er wird mit einem Wechsel zu Honda in Verbindung gebracht. Kannst du dazu etwas sagen?
Pit Beirer: Im Moment noch nicht. Was ich sagen kann: Wir haben gute Motoren, eine sehr stabile Motorensituation und unser Motor für das neue 2027er-Reglement wird demnächst auf dem Prüfstand laufen. Das ist sicher auch ein kleines Zeichen, wie unsere Firma plant und denkt: Wir bauen den 2027er-Motor nicht für das Museum!