Formel 1

Formel 1 2018: Red Bull in Sorge vor 1.000-PS-Mercedes

Red Bull gab zum Auftakt der Formel-1-Testfahrten in Barcelona den Ton an. Teamchef Christian Horner macht sich aber Sorgen wegen der Gerüchte um Mercedes.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 hat sich gerade erst aus der Winterpause zurückgemeldet und schon wird gegrübelt, welche Teams in der Saison 2018 die Weltmeisterschaft unter sich ausmachen werden. Serienmeister Mercedes werden wieder einmal die besten Chancen auf den Titel eingeräumt. Aufgrund des relativ stabilen Reglements könnte das Feld enger zusammenrücken, aber die Silberpfeile bleiben vorerst die Messlatte.

Neben Ferrari schickt sich mit Red Bull ein weiteres Team an, Mercedes die Spitzenposition streitig zu machen. Am Rande der Testfahrten in Barcelona hatte Red-Bull-Teamchef Christian Horner aber gewisse Zweifel.

"Die Erwartungen und das Ziel sind es, den Abstand zu den Teams vor uns zu verringern", sagte er am Montag. "Mercedes ist die Messlatte, Favorit und amtierender Champion. Und wenn die Gerüchte über ihre 1.000 PS stimmen, sind sie in einer mächtigen Position."

Knapp 1.000 PS im Mercedes-Silberpfeil

Das Mercedes-Aggregat aus Brixworth gilt weiter als das stärkste in der Formel 1. Ende des vergangenen Jahres ließen die Silberpfeile durchblicken, dass die magischen 1.000 PS Leistung an der Power Unit nicht mehr weit entfernt sind. Der Verbrennungsmotor alleine kommt auf eine Spitzenleistung von rund 800 PS. Gemeinsam mit den 163 PS der MGU-K ergibt sich daraus eine Systemleistung, die zumindest an der 1.000-PS-Marke kratzt.

Eine Motoren-Power also, die bislang unerreicht ist und Lewis Hamilton 2017 zum vierten WM-Titel führte. "Das ist eine Sorge", räumte Horner ein. "Wenn die Überschriften über Mercedes stimmen, dann wird die Lücke nur noch größer."

Renault: Fokus auf Performance

Jedenfalls Red Bull mit seinem Kundenmotor von Renault kommt noch nicht an diese Werte heran. Der französische Hersteller hatte in der Vergangenheit sowieso alle Hände voll zu tun, eine gute Zuverlässigkeit herzustellen.

Horner: "Zuverlässigkeit war über den Winter eine große Priorität bei Renault. Die haben mehr Kilometer abgespult als in der bisherigen V6-Ära. Sie sind in diesem Jahr besser vorbereitet und können den Fokus hoffentlich auf die Performance richten. Dann gleichen sich die Motoren unter den Herstellern hoffentlich weiter an."

Ricciardo vor Mercedes

Red Bull erwischte zumindest einen hoffnungsvollen Auftakt bei den Testfahrten in Barcelona. Daniel Ricciardo schnappte sich am äußerst kühlen Montag die Bestzeit in 1:20.179 Minuten und war damit rund zwei Zehntel schneller als der Zweitplatzierte Valtteri Bottas, der sich im Mercedes mit Hamilton abwechselte.

Zeiten allerdings ohne großen Wert angesichts des schlechten Wetters auf dem Circuit Catalunya-Barcelona. "Die Bedingungen waren so schlecht, dass ich keine echte Chance hatte, das Auto zu pushen und die Topspeeds auszufahren", sagte Hamilton nach seinem kurzen Einsatz am Nachmittag. "Deshalb fällt es mir schwer, viel mehr über das Auto zu sagen." Bottas bestätigte: "Wir sind noch keine Performance-Runs gefahren, also bin ich mit dem W09 auch noch nicht bis ans Limit gegangen."

Horner: Teams halten mit Updates zurück

In Sachen Zuverlässigkeit waren Ricciardos 105 Runden aber immerhin ein gutes Zeichen. Das hatte Red Bull in der Vergangenheit schon ganz anders erlebt. "Ein guter Start in die Testfahrten", fand auch Teamchef Horner, wobei ihm klar war, dass die Top-Teams ihre Karten noch lange nicht auf den Tisch gelegt haben: "Ich glaube, dass die Teams erst nächste Woche die Updates für das erste Rennen anbringen. Dann kommen die interessanten Teile. Die Top-3 halten sich im Moment sicherlich zurück. Du willst dem Gegner so wenig Zeit wie möglich geben, die Teile zu verstehen oder nachzubauen."

2018 könnte sich erneut zu einer Entwicklungsschlacht der Top-Teams entwickeln. Barcelona war nur der Anfang, erklärte Horner mit Blick auf die 21 Rennen in dieser Saison: "Das ist der Start einer sehr langen Reise. Es geht darum, wie wir den RB14 von diesem Punkt an bis zum Finale in Abu Dhabi weiterentwickeln können."


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