Formel 1

Formel 1, Brasilien: Alonso profitiert von Renault-Problemen

Fernando Alonso setzte beim Qualifying in Brasilien für McLaren wieder ein Ausrufezeichen. Ohne Honda-Probleme kommt er in den Genuss seiner Startposition.
von Florian Becker

Motorsport-Magazin.com - Fernando Alonso gelang es bei der Qualifikation für den Grand Prix von Brasilien 2017, seine bisherige Bestleistung 2017 zu egalisieren. Ohne Motorwechsel und Startplatzstrafen darf der Spanier dieses Mal sogar die Früchte seiner Arbeit ernten - und nicht nur das: Dank dem Technik-Pech der Konkurrenz rückt er sogar noch eine Position auf.

Statt Honda sind es dieses Wochenende die Renault-Aggregate, die wie schon zuletzt in Mexiko Probleme bereiten. Durch die Strafversetzung von Daniel Ricciardo im Red Bull wird Alonso das vorletzte Saisonrennen von Platz sechs in Angriff nehmen. "Normal starten wir mit Strafen ganz hinten. Jetzt sind wir Sechster, das macht es einfacher", so Alonso.

In der Saison 2018 werden er und sein McLaren-Teamkollege Stoffel Vandoorne ebenfalls mit Renault-Aggregaten am Start sein. Bedenken wegen der vermehrt auftretenden Defekte hat der zweimalige Weltmeister jedoch keine. "Ich mache mir da keine Sorgen. Es ist wirklich kein Vergleich, wir hatten viel mehr", kann sich Alonso auch am vorletzten Wochenende der Honda-Ehe einen Seitenhieb nicht verkneifen.

Formel 1, Brasilien 2017: Wissenswertes zum Rennen in Sao Paulo: (01:13 Min.)

McLaren-Experimente für Performance-Einbruch im Training verantwortlich?

Mit seiner Leistung im Qualifying wiederholte er seine Performance aus der ersten Saisonhälfte in Barcelona. Dass es in Brasilien soweit nach vorne gehen würde, hätte er nach den Trainings nicht erwartet. "Gestern war es etwas schwieriger. Wir hatten nicht wie erwartet performt. Aber heute hat das Auto einen Sprung gemacht und wir waren konkurrenzfähiger", so der Spanier.

Die Gründe für die zunächst nicht erfüllten Erwartungen könnten am in Sao Paulo unterschiedlich ausgelegten Trainingsprogramm gelegen haben, wie er anfügt. "Wir haben am Freitag viele Teile für nächstes Jahr getestet. Vielleicht hatte das Auto damit einfach nicht die optimale Performance."

Nach Alonsos bravourösen Vorstellung mit Platz zehn in Mexiko ist er zuversichtlich, dass sich McLaren in Brasilien aus eigener Kraft in den Top-10 halten kann. Zuletzt ging er nach einer Startplatzstrafe von Position 18 aus ins Rennen. "Wir waren in den letzten paar Rennen konstant in den Punkten, wenn wir keine Defekte hatten", sagt er optimistisch.

Alonso erwartet Ricciardo und Hamilton

Die am Samstag noch über der Strecke aufgezogenen Regenwolken sollen sich laut Wettervorhersage für den Renntag verziehen. Alonso wäre es anders lieber: "Morgen soll das Wetter trocken und stabil sein. Das ist schade, denn Bedingungen wie heute könnten uns helfen. Etwas Regen ist für uns immer gut, wenn die Strecke feucht ist sind wir konkurrenzfähiger."

Ein Umstand soll laut Vorhersage am Sonntag allerdings trotzdem anders sein. Nachdem die Wolken im Qualifying für deutlich kühlere Temperaturen sorgten, soll es am Sonntag wieder heiß wie am ersten Trainingstag werden. Einen negativen Effekt auf die Performance des MCL32 erwartet Alonso aber nicht: "Die Temperaturen beeinflussen unser Setup nicht."

Punkte sollten drin sein, doch dass er Platz sechs halten können wird, lässt Alonso offen. "Ricciardo wird nach vorne kommen und Lewis auch", gibt er zu bedenken. In Mexiko begeisterte Alonso die Fans bereits mit einem Duell gegen seinen ehemaligen McLaren-Teamkollegen. Gut möglich, dass es in Interlagos eine Wiederholung gibt.


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