Formel 1

Grosjean über Unfall bei Formel 1 in Japan: Verstehe es nicht

Romain Grosjean kann sich seinen Unfall im Formel-1-Qualifying zum Japan GP in Suzuka nicht erklären. Es müsse am Haas VF-17 liegen. Doch kann das sein?
von Jonas Fehling

Motorsport-Magazin.com - Haas-F1-Pilot Romain Grosjean hat im ersten Abschnitt des Qualifyings zum Japan GP der Formel 1 in Suzuka mit einem weiteren spektakulären Unfall für einen vorzeitigen Abbruch des Q1 gesorgt. Schon in Malaysia war der Franzose durch einen kuriosen Kanaldeckel-Vorfall abgeflogen. Auf der Achterbahn von Suzuka nun also gleich der nächste Unfall des einst als Crashkid von Kurve eins verschrienen Formel-1-Piloten.

In Kurve drei der fahrerisch anspruchsvollen 'Esses' begann Grosjean, bei dem Versuch seine Zeit aus dem ersten Run zu verbessern, die Kontrolle über seinen Haas-Boliden zu verlieren. Grosjean versuchte noch zu korrigieren, doch zu spät: In Kurve vier geriet der VF-17 endgültig außer Kontrolle und auf die Wiese, sodass Grosjean quer über die Strecke direkt in die Reifenstapel von Kurve fünf krachte.

Grosjean: Nichts anders gemacht, muss am Auto gelegen haben

"Irgendetwas ist am Auto war nicht richtig", funkte der nach einem durchaus wuchtigen Einschlag völlig unverletzte Grosjean sofort aufgeregt. Eine übliche Reaktion von Rennfahrern - im Zweifel muss es kein Fahrfehler, sondern die Technik gewesen sein.

"Ich wollte meinen zweiten Run fahren und habe so ziemlich dasselbe gemacht wie zuvor, aber plötzlich hat das Auto total übersteuert - warum auch immer. Das müssen wir analysieren", berichtet Grosjean später in seiner Medienrunde in Suzuka.

Ganz dasselbe war es aber doch nicht, wie der Haas-Pilot später einräumt. "Ich habe Kurve drei natürlich etwas aggressiver genommen als in der Runde zuvor - aber nichts Verrücktes gemacht. Und es war auch langsamer als im dritten Training. Ich habe es dort einfach verloren und nur noch versucht für Kurve vier zu retten, was ich könnte. Aber es war zu spät. Ich bin aufs Gras geraten und habe es verloren", schildert Grosjean.

Mini-Flügelanpassung schuld an Grosjean-Unfall?

Ist der Formel-1-Pilot also schlicht doch einen Tick zu aggressiv zu Werke gegangen? "Es ist mir nicht kristallklar, was da passiert ist, ehrlich gesagt", gesteht Grosjean schließlich. "Ja, ich habe etwas mehr gepusht, aber da sprechen wir über sehr wenig verglichen mit dem ganz anderen Handling, das ich dann hatte."

In Sachen Fahrzeugeinstellungen jedenfalls war gegenüber Grosjeans erstem Run so gut wie nichts passiert. "Das Auto hatte sich im ersten Run echt gut angefühlt. Aber ich hatte einen massiven Moment in Kurve elf. Da habe ich mehr als eine halbe Sekunde verloren, sodass ich nicht besorgt war, weiterzukommen. Also bin ich rein, wir haben noch etwas mehr Frontflügel gegeben, und bin wieder raus", berichtet Grosjean von der einzigen Mini-Änderung.

"In Kurve eins hatte ich dann schon einen großen Schnapper. Ich wusste gar nicht, wo der herkam. Ich bin weitergefahren und in Kurve drei gekommen, aber genau in dem Moment habe ich das Heck verloren und es war zu spät", schildert Grosjean die Sekunden vor seinem bitteren Aus. "Ich habe keine Erklärung, was der Unterschied zwischen dem ersten und zweiten Run war. Wir haben vielleicht ein Prozent Aero-Balance hinzugefügt."

Zittern um das Getriebe: Kommt Grosjean ohne Strafe davon?

Bitter vor allem deshalb, weil sich Romain Grosjean viel ausgerechnet hatte in Suzuka. "Es tut mir leid für die Jungs, denn das Auto hatte die Pace, um heute in die Top-10 zu kommen. Es ist kein Desaster, aber die Top-10 waren heute auf jeden Fall möglich", sagt Grosjean. Angesichts von nur zwei Zehnteln Rückstand von Kevin Magnussen auf P10 im Q2 eine nicht ganz abwegige Einschätzung des Franzosen.

Doch für Grosjean gab es ohnehin noch Glück im Unglück: Durch diverse Strafversetzungen (Alonso, Sainz, Palmer) rutscht der Haas-Fahrer trotz seines Ausscheidens im Q1 in der Startaufstellung deutlich nach vorne - bis auf P13, direkt neben seinen Teamkollegen Kevin Magnussen. Zumindest wenn Grosjean nicht selbst noch eine Strafe blüht. "Wir müssen erst noch sehen, wie groß der Schaden an Romains Auto ist und ob wir etwas wechseln müssen, das eine Strafe nach sich zieht", berichtet Teamchef Günther Steiner.

Grosjean lässt sich den Optimismus davon nicht nehmen. Das Chassis sei ganz sicher in Ordnung. Dasselbe sollte für das Getriebe gelten. "Ich bin noch nicht auf dem ganz aktuellen Stand, aber es sollte okay sein.


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