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Formel 1

Jos Verstappen: Vettel aus politischen Gründen nicht bestraft

Der Startunfall beim Singapur GP 2017 zwischen Sebastian Vettel, Max Verstappen und Kimi Räikkönen erhitzt die Gemüter. Jos Verstappen fordert eine Strafe.
von Christian Menath
Vettels Singapur-Crash: Wer trägt die Schuld?: (03:38 Min.)

Es war die Szene des Singapur GP 2017: Schon nach wenigen Meter kollidierten Sebastian Vettel, Max Verstappen und Kimi Räikkönen. Für alle drei Formel-1-Piloten bedeutete es das Ende des Rennens. Am schlimmsten traf das Aus Sebastian Vettel, der damit den Anschluss an WM-Leader Lewis Hamilton verliert.

Anschließend wurde hitzig über die Schuldfrage diskutiert. Die Rennleitung untersuchte den Startcrash erst nach dem Rennen und rief die beiden Ferrari-Piloten und Red Bulls Verstappen zum Rapport. Urteil: Rennunfall. Keiner der drei Piloten war in den Augen der vier Rennstewards überwiegend schuldig.

Jos Verstappen, Vater von Max Verstappen, sieht das allerdings anders. "Ich würde schon jemanden bestrafen", sagte der Niederländer vor der Entscheidungsverkündung der Stewards zu Motorsport-Magazin.com."Vielleicht ist es eine politische Ausrede, weil Vettel sich nichts mehr erlauben kann." Vettel wurde nach seinem Baku-Rammstoß gegen Lewis Hamilton erneut auf schärfste verwarnt, fährt auf Bewährung ohne Strafe.

"Wenn sie eine richtige Strafe austeilen, dann ist die Meisterschaft sowieso vorbei", meint Jos Verstappen. "Deshalb glaube ich nicht, dass da etwas kommt." Vater Verstappen sollte zumindest beim prognostizierten Strafmaß Recht behalten, die Begründung der Stewards sah freilich anders aus.

"Ich habe das wahrscheinlich gesehen wie jeder", schildert Verstappen. "Max konnte nicht links und nicht rechts. Vettel fährt nach links, Räikkönen fährt nach rechts. Was kann man da machen? Max kann da überhaupt nichts machen. Die Ferrari haben sich das selbst zu verdanken. Ich glaube, dieses Rennen hat Ferrari die Meisterschaft gekostet, aber ich sage: Selbst schuld."

Max Verstappen: Wenigstens alle drei ausgeschieden

Auch Max Verstappen hatte nach dem Unfall wenig Mitleid mit Vettel, der in der Weltmeisterschaft nun 28 Punkte hinter Hamilton liegt: "Am Ende verliert er [Vettel] dadurch vielleicht eine Meisterschaft, aber das ist jetzt passiert. Ich bin froh, dass alle drei raus sind und nicht nur ich."

Aufmuntern muss Papa Verstappen seinen Sohnemann nach der vertanen Großchance aber nicht: "Dieses Jahr ist nicht sein Jahr. Er hat sehr viel Pech, hier auch. Ich glaube nicht, dass man Max die Schuld geben kann. Er nimmt es, wie es kommt und beim nächsten Rennen steht er wieder da. Hier hatte er eine gute Chance, aber die war schnell vorbei..."


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