Formel 1

Kubica: Vettel weiß, dass er zu weit gegangen ist

Noch immer bestimmt Sebastian Vettels Rammstoß gegen Lewis Hamilton in Baku die Schlagzeilen. Robert Kubica glaubt: Vettel weiß, dass er zu weit gegangen ist.
von Christian Menath

Motorsport-Magazin.com - Robert Kubica ist zurück in der Formel 1: Der Pole fuhr vor ein paar Wochen einen alten Lotus-Renault, beim Goodwood Festival of Speed durfte er erneut Platz im Cockpit des gelben Renners nehmen. Auch die Meinung des 32-Jährigen zur Formel 1 ist wieder gefragt wie eh und je.

Bei den Kollegen des britischen Sky Sports F1 äußerte sich Kubica beim Festival of Speed nach seinem Run im Lotus/Renault E20 zur umstrittenen Szene zwischen Sebastian Vettel und Lewis Hamilton beim Aserbaidschan GP in Baku. "Mein persönliches Gefühl ist, dass Sebastian ein bisschen überreagiert hat, die Szene war grenzwertig", so Kubica, dem Vettel seinen ersten Formel-1-Einsatz überhaupt zu verdanken hat.

Während Vettel auch nach dem Rennen noch behauptete, Hamilton hätte ihn auflaufen lassen und seinen absichtlichen Rammstoß damit rechtfertigte, glaubt Kubica, dass es im Inneren Vettels anders aussieht. "Ich glaube, er war der Erste, der nach dem Rennen nicht glücklich damit war. Manchmal ist es schwierig, so etwas zuzugeben. Aber ich bin mir sicher, dass er intelligent genug ist und weiß, dass er ein bisschen zu weit gegangen ist."

Vettel gab nach dem Rennen zwar nicht zu, dass sein Rammstoß gegen Hamilton Absicht war, stritt es aber auch nicht ab. Noch im Rennen belegten ihn die Stewards mit einer zehn Sekunden Stop-and-Go-Strafe. Doch Vettel droht ein Nachspiel: Am Montag, den 03. Juli, ausgerechnet an Vettels 30. Geburtstag, wird bei der FIA in Paris entschieden, ob sich Vettel vor dem internationalen FIA Tribunal rechtfertigen muss.

Rudert Vettel öffentlich zurück?

Deshalb ist denkbar, dass Vettel seine öffentliche Meinung noch revidieren wird, um eine mögliche Strafe zu mildern. Beim Mexiko GP 2016 beschimpfte Vettel Rennleiter Charlie Whiting und Red-Bull-Konkurrent Max Verstappen über den Boxenfunk aufs Übelste - und blieb nur aufgrund seiner umgehenden und später noch schriftlichen Entschuldigungen straffrei.

Robert Kubica sieht die jüngsten Vorkommnisse dagegen relativ gelassen. "Das gehört zum Racing dazu. Wenn etwas Würze in den Zweikampf reinkommt, ist es wichtig, die Nerven zu behalten und konzentriert zu bleiben. Man muss ehrgeizig bleiben, aber alles unter Kontrolle haben - das ist nicht einfach, wenn du um die Weltmeisterschaft kämpfst", so Kubica.


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