Formel 1

Formel 1 USA 2017: Zeitplan wegen Justin Timberlake verschoben

Ein Konzert von Justin Timberlake ändert den Zeitplan des USA GP der Formel 1 in Austin. Das Vorhaben kommt in der F1 nicht gut an.
von Robert Seiwert

Motorsport-Magazin.com - Diese Nachricht dürfte einige Formel-1-Nostalgiker auf die Palme bringen. Wegen eines Konzerts von Popstar Justin Timberlake wird der Zeitplan des USA Grand Prix verändert. Konkret handelt es sich um die Verschiebung des Qualifyings.

Eigentlich sollte das Zeittraining wie üblich um 14:00 Uhr Ortszeit starten. In Austin, Texas wird die Session nun aber um zwei Stunden nach hinten verschoben, also erst um 16:00 Uhr US-amerikanischer Zeit beginnen. Darum hatte der neue Besitzer der Formel 1, Liberty Media, die FIA gebeten.

Erst Vettel, dann Timberlake

Der Liberty-Plan dahinter: Am Samstagabend gibt Justin Timberlake ein Konzert an der Strecke. Wegen der späteren Startzeit des Qualifyings sollen so mehr Motorsport-Fans dazu bewegt werden, sich auch das Konzert anzuschauen. Anders herum könnten Fans des Musikers Interesse an der Formel 1 zeigen und sich vor Timberlake die Herren Hamilton, Vettel und Co. etwas näher anschauen.

Bei den Teammanagern soll die geplante Zeitplanänderung übel aufgestoßen sein. Statt zwei gibt es nun vier Stunden Pause zwischen dem 3. Training und dem Qualifying. Dadurch verlängert sich natürlich der Arbeitstag für sämtliches Personal der Teams. Dabei nutzten die Mechaniker den Samstagabend wegen des Parc Fermé gern für eine kleine Pause. Daten-Analysen und Briefings verschieben sich ebenfalls um zwei Stunden nach hinten.

Formel 1 und Justin Timberlake? Warum nicht... - Foto: COTA

Was kommt da noch alles?

Die Teams sollen vor allem in Sorge sein, dass die Verschiebung zu Gunsten des Timberlake-Konzerts nur ein Vorgeschmack auf das war, das da noch kommen könnte unter Liberty Media. Das US-Unternehmen hatte schließlich angekündigt, aus den Rennwochenenden große Events machen zu wollen, etwa nach dem Vorbild des Super Bowl. Dazu gehören auch Konzerte. Dass dadurch theoretisch der Zeitplan durcheinandergeraten könnte, war den Teams offenbar nicht bewusst.

Für Zuschauer aus Deutschland bedeutet die geplante Verschiebung des Qualifyings: Es wird eine lange Nacht werden am 21. Oktober. Eigentlich wäre die Session am Samstagabend um 21:00 Uhr deutscher Zeit von RTL, Sky und Co. übertragen worden. Jetzt müssen Formel-1-Fans bis 23:00 Uhr warten, bevor der Pole-Setter des US Grand Prix gegen Mitternacht feststeht.

Dass im Rahmen des Amerika-Rennens stets ein großes Rahmenprogramm geboten wird, ist nichts Neues. Im vergangenen Jahr hatte US-Megastar Taylor Swift ein Konzert an der Rennstrecke gegeben. Schon damals rümpften F1-Fans die Nase, weil die Veranstalter vorrangig mit dem Konzert - und nicht mit dem Rennsport - geworben hatten. Nicht erst dann waren vermehrt Diskussionen darüber aufgekommen, ob eine Vermischung von Musik und Motorsport wirklich Sinn macht.


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